Was die Karriere fördert und was sie bremst

13.9.2017 – Freiheiten werden eher als Karriere-Merkmal eingestuft als eine hohe Position oder ein hohes Gehalt, besagen die Ergebnisse einer Umfrage unter HR-Entscheidungsträgern und Führungskräften. Schub verleihen können der Karriere vor allem Selbstbewusstsein, fachliche Qualifikation und Leidenschaft für den Beruf, meinen die Befragten. Als hinderlich gelten vor allem Planlosigkeit und mangelndes Selbstvertrauen.

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Was ist es, das eine erfolgreiche Karriere ausmacht: eine hohe Position? Ein hohes Gehalt?

An erster Stelle steht, Freiheiten genießen zu können – jedenfalls bei den 259 Kunden des Wifi-Management-Forums – darunter HR-Entscheidungsträger und Führungskräfte vom Ein-Personen-Unternehmen bis zu Firmen mit über 250 Mitarbeitern –, die die Marketagent.com Online Research GmbH im Juli und August befragt hat.

Drei Viertel sehen es laut dem am Dienstag vorgestellten Studienergebnis nämlich als Merkmal einer gelungenen Karriere an, beispielsweise Entscheidungsfreiheit und flexible Arbeitszeiten zu haben.

Spaß am Beruf gaben sieben von zehn Befragten an. Selbstverwirklichung ist ebenfalls für mehr Befragte bedeutsam, als einen bekannten Namen zu haben (58,7 Prozent), viel Geld zu verdienen (51,7 Prozent) oder in hoher Position zu arbeiten (45,9 Prozent).

Erkennungsmerkmale einer erfolgreichen Karriere (Grafik: Wifi/Marketagent.com)
Erkennungsmerkmale einer erfolgreichen Karriere (Grafik: Wifi/Marketagent.com). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Faktoren, die das Vorankommen fördern

Selbstbewusstsein, fachliches Können und Leidenschaft für den eigenen Beruf sind die meistgenannten Faktoren, die für den Weg nach „oben“ als wichtig betrachtet werden. Jeweils etwa acht von zehn Befragten nannten diese Eigenschaften.

Weiterbildung und das Vorhandensein persönlicher Netzwerke werden ebenfalls von vielen für wichtige Karrierefaktoren gehalten (jeweils zirka drei Viertel).

Wichtige Karrierefaktoren (Grafik: Wifi/Marketagent.com)
Wichtige Karrierefaktoren (Grafik: Wifi/Marketagent.com). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Fehlende „Kultur des Scheiterns“

Wird die Fähigkeit, „Niederlagen ohne große Schäden wegzustecken“, künftig noch wichtiger sein als heute? Ja, sagen 81,1 Prozent („stimme voll und ganz zu“, „stimme eher zu“).

74,1 Prozent identifizieren sich mit der Feststellung, dass in Österreich mangelnde Fehlerkultur die Angst vor einem Scheitern begünstigt und dadurch „gewagte Ideen und Innovationen“ verhindert werden.

Das ist insofern ein umso problematischerer Befund, als 61,4 Prozent meinen, dass einer erfolgreichen Karriere „selbstverständlich Rückschläge und Misserfolge vorausgehen“.

Misserfolge und Karriere (Grafik: Wifi/Marketagent.com)
Misserfolge und Karriere (Grafik: Wifi/Marketagent.com). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Die größten „Bremsen“

Einer Karriere hinderlich ist nach Ansicht der Hälfte aller Befragten vor allem Plan- und Ziellosigkeit. Fast ebenso viele finden, dass mangelndes Vertrauen in sich selbst der Karriere ganz besonders im Weg stehen kann.

Sich von Misserfolgen entmutigen zu lassen, betrachten rund 39 Prozent als Hemmschuh, und jeweils rund ein Drittel hält Angst oder mangelndes „Selbst-Marketing“ für hinderlich.

Vier Fünftel sind denn auch „voll und ganz“ oder „eher“ der Ansicht zu, dass die eigene Persönlichkeit oft weitere Karriereschritte verhindert.

Die größten Karrierekiller (Grafik: Wifi/Marketagent.com)
Die größten Karrierekiller (Grafik: Wifi/Marketagent.com). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Im Rückblick: Bessere Selbst-Vermarktung

Im Nachhinein weiß man es meistens besser – was würden die Befragten rückblickend also anders machen? Sich selbst besser zu verkaufen, gehört zu den häufig genannten Maßnahmen (46,3 Prozent).

Jeweils etwa ein Drittel würde mehr in die Sprachkompetenz investieren, intensiveres „social networking“ betreiben oder mehr auf ein ausgewogenes Verhältnis von Beruf und Freizeit achten.

Mehr Zeit für die Arbeit aufwenden würden nur 1,5 Prozent.

Was würden Sie im Rückblick anders machen? (Grafik: Wifi/Marketagent.com)
Was würden Sie im Rückblick anders machen? (Grafik: Wifi/Marketagent.com). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Abstriche: Weniger Privatleben, weniger „Zwischenmenschliches“

Zugleich ist gerade die Arbeitszeit einer jener Punkte, von dem ein Großteil glaubt, dass hier Abstriche in Kauf genommen werden müssen, wenn man weiterkommen will. Zwei von drei Befragten sagen: Für die Karriere muss man sich von der 40-Stunden-Woche verabschieden.

57,1 Prozent halten Mobilität, sprich Offenheit gegenüber einem Wohnortwechsel, für erforderlich, und knapp die Hälfte meint, dass quasi „Rufbereitschaft“ erforderlich ist.

Und nach Ansicht beachtlicher 40,2 Prozent müssen für die Karriere Partnerschaft und Freunde „zurückstecken“, 8,5 Prozent sagen dasselbe in Bezug auf Kinder und Familie.

Welche Abstriche muss man heute für die Karriere machen? (Grafik: Wifi/Marketagent.com)
Welche Abstriche muss man heute für die Karriere machen? (Grafik: Wifi/Marketagent.com). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Zum Herunterladen

Eine Präsentation mit diesen und weiteren Ergebnissen der Studie „Mythos Karriere“ kann von der Website des Wifi Management Forums heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausbildung · Marketing · Marktforschung · Mitarbeiter · Verkauf
 
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