Auf- und Absteiger in fünf Sparten

17.5.2017 – Leben, Kranken, Unfall, Schaden, Kfz: In vier der fünf Sparten ist nach der Fusion nun die Uniqa Nummer eins im 2016er Marktanteile-Ranking. In der Kfz-Versicherung kann die Generali den Spitzenplatz verteidigen. Unter den Anteilsverschiebungen stechen vor allem Helvetia in der Lebens- und Muki in der Kfz-Sparte hervor, die beide deutlich zulegen können.

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In der Dienstag-Ausgabe haben wir berichtet, wie sich das heimische Prämienvolumen 2016 in der „Gesamtwertung“ auf die österreichischen Versicherungsunternehmen aufgeteilt hat (VersicherungsJournal 16.5.2017).

In der heutigen Ausgabe finden Sie die Rankings für die fünf Sparten Lebens-, Kranken-, Unfall- Schadens- und Kfz-Versicherung. Der Übersichtlichkeit halber sind dabei nur jene Versicherer berücksichtigt, die zumindest ein Prozent Marktanteil erreicht haben. Eine Ausnahme macht die Krankenversicherung, wo sich nur acht Unternehmen den Markt teilen.

Die Zahlen basieren auf den verrechneten Prämien des direkten Inlandsgeschäfts, wie sie der Versicherungsverband (VVO) in seinem neuesten Jahresbericht ausweist.

Leben: Fusionierte Uniqa löst S-Versicherung als Nummer eins ab

Die Statistik in der 6,11 Milliarden Euro schweren Lebensversicherung umfasst in diesem Jahr 24 Anbieter (2015: 28) – und es gibt eine neue Nummer eins. Die Uniqa, im Jahr zuvor nur auf Platz sieben, setzt sich mit 18,07 Prozent und damit klar an die Spitze.

Grund dafür ist, wie berichtet, die letztjährige Fusion der Raiffeisen Versicherung AG, der Financelife Lebensversicherungs-AG und der Salzburger Landes-Versicherung AG mit der Uniqa Österreich. Zum Vergleich: 2015 hatte die „alte“ Uniqa 5,17 Prozent Marktanteil, Raiffeisen Versicherung 11,32, Financelife 4,53 und die Salzburger 0,07 – zusammen also rund 21 Prozent.

Die bisherige Tabellen-Erste, die S-Versicherung, kann ihren Marktanteil zwar leicht auf 12,47 Prozent erhöhen. Das genügt freilich nicht, um den Titel zu verteidigen, und bedeutet nunmehr Rang zwei. Unmittelbar dahinter belegt Konzernschwester Städtische mit 11,69 Prozent – das ist ein leichter Verlust – neuerlich Platz drei.

Generali erreicht als viertes Unternehmen einen zweistelligen Marktanteil: Er erhöht sich von 10,07 auf 10,20 Prozent. Als heimlichen Gewinner des Rankings darf man wohl die Helvetia sehen: Sie steigert sich um stolze zwei Drittel von 2,0 auf 3,32 Prozent. Größere Zuwächse gibt es unter anderem bei Allianz, Wüstenrot, Donau und Grawe.

Marktanteile in der Lebensversicherung 2016

#

Unternehmen

% 2016

2015:
% (Rang)

1.

Uniqa Österreich Versicherungen AG *

18,07

5,17 (7.)

2.

Sparkassen Versicherung AG

12,47

12,31 (1.)

3.

Wiener Städtische Versicherung AG

11,69

11,80 (2.)

4.

Generali Versicherung AG **

10,20

10,07 (4.)

5.

Ergo Versicherung AG

8,94

8,79 (5.)

6.

Allianz Elementar Lebensvers.-AG

6,46

6,06 (6.)

7.

Wüstenrot Versicherungs-AG

4,70

4,42 (9.)

8.

Bawag P.S.K. Versicherung AG

3,78

4,18 (10.)

9.

Donau Versicherung AG

3,70

3,31 (11.)

10.

Helvetia Versicherungen AG

3,32

2,00 (16.)

11.

Österreichische Beamtenvers. VVaG

2,66

2,64 (12.)

12.

Zürich Versicherungs-AG

2,43

2,12 (13.)

13.

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

2,19

1,98 (17.)

14.

FWU Life Insurance Austria AG
(frühere Skandia)

2,01

2,02 (14.)

15.

Oberösterreichische Versicherung AG

1,87

2,02 (15.)

16.

Nürnberger Versicherung AG Österreich

1,69

1,58 (18.)

17.

HDI Lebensversicherung AG

1,17

1,06 (19.)

Sparte Unfall: Uniqa bleibt Erste

1,1 Milliarden Euro an Prämien haben sich 2016 auf 24 Unfallversicherer (2015: 27) verteilt. Hier beschert der „Fusionseffekt“ der Uniqa ebenfalls einen ordentlichen Schub, von 17,29 Prozent auf 27,31 Prozent. Rang eins hatte sie in der Unfallversicherung jedoch auch schon vor der Fusion inne.

Zum Vergleich: Uniqa „alt“ kam 2015 zusammen mit Raiffeisen Versicherung (7,89 Prozent) und Salzburger (2,07 Prozent) auf knapp mehr als 27 Prozent – das Niveau von 2015 wurde als 2016 praktisch gehalten.

Während Generali als – nach wie vor – Zweitplatzierte ein wenig verliert und knapp unter die 13-Prozent-Marke rutscht, legt die Städtische etwas zu und kommt auf 11,52 Prozent. Sie hält damit Platz drei. Die Allianz auf Platz vier baut einen Viertelpunkt zu und erreicht 8,72 Prozent.

Marktanteile in der Unfallversicherung 2016

#

Unternehmen

% 2016

2015:
% (Rang)

1.

Uniqa Österreich Versicherungen AG *

27,31

17,29 (1.)

2.

Generali Versicherung AG

12,97

13,12 (2.)

3.

Wiener Städtische Versicherung AG

11,52

11,40 (3.)

4.

Allianz Elementar Versicherungs-AG

8,72

8,47 (4.)

5.

Donau Versicherung AG

7,05

7,07 (6.)

6.

Zürich Versicherungs-AG

4,49

4,53 (7.)

7.

Helvetia Versicherungen AG

4,07

4,03 (8.)

8.

Sparkassen Versicherung AG

3,12

2,95 (10.)

9.

Wüstenrot Versicherungs-AG

2,98

2,87 (11.)

10.

Merkur Versicherung AG

2,96

3,14 (9.)

11.

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

2,58

2,53 (12.)

12.

Oberösterreichische Versicherung AG

2,30

2,36 (13.)

13.

Europäische Reiseversicherung AG

2,07

2,24 (14.)

14.

Österreichische Beamtenvers. VVaG

2,06

2,08 (15.)

15.

Ergo Versicherung AG

1,62

1,64 (17.)

16.

Niederösterreichische Versicherung AG

1,53

1,59 (18.)

Kranken-Sparte: Verschiebungen, aber Ranking stabil

Die Krankenversicherung ist die kleinste der fünf Sparten, sowohl hinsichtlich des Prämienvolumens als auch in Bezug auf die (unveränderte) Anbieterzahl: Acht Anbieter haben insgesamt 2,1 Milliarden Euro eingenommen.

Der Anteil des deutlich größten Anbieters ist um vier Zehntelpunkte zurückgegangen, mit 46,61 Prozent deckt Uniqa aber weiterhin fast den halben Markt alleine ab. Die Städtische auf Platz zwei verliert einen Viertelpunkt auf 18,75 Prozent.

Profitieren kann vor allem die Merkur Versicherung, die um 0,5 Prozentpunkte auf 16,49 Prozent erhöht. Generali, Allianz und Donau verzeichnen ebenfalls ein Plus.

Marktanteile in der Krankenversicherung 2016

#

Unternehmen

% 2016

2015:
% (Rang)

1.

Uniqa Österreich Versicherungen AG

46,61

47,02 (1.)

2.

Wiener Städtische Versicherung AG

18,75

19,00 (2.)

3.

Merkur Versicherung AG

16,49

15,99 (3.)

4.

Generali Versicherung AG

13,29

13,24 (4.)

5.

Allianz Elementar Versicherungs-AG

3,34

3,24 (5.)

6.

Muki VaG

0,76

0,78 (6.)

7.

Donau Versicherung AG

0,50

0,45 (7.)

8.

Wüstenrot Versicherungs-AG

0,26

0,27 (8.)

Sparte Schaden: Fusion schiebt Uniqa nach vorn

7,8 Milliarden Euro Prämienvolumen machen die Schadenversicherung zur größten Sparte. Die Kfz-Versicherung ist hier mitgerechnet. 34 Unternehmen waren vergangenes Jahr im Ranking (2015: 36).

Dafür, dass die Uniqa in der Schadensparte die Führung übernimmt, ist wieder die Fusion von 2016 verantwortlich: Sie zieht mit nunmehr 16,22 Prozent an der Generali und der Städtischen vorbei. 2015 hatte die damalige Uniqa 13,78 Prozent erreicht, Salzburger 1,44 und Raiffeisen Versicherung 1,04, in Summe also knapp 16,3 Prozent.

Die Generali „rutscht“ in Folge dessen auf Platz zwei. Sie verliert außerdem ein Zehntelprozent. Die Städtische gibt zwar ebenfalls etwas nach, bleibt aber nichtsdestoweniger Dritte vor der Allianz, die sich mit 10,77 Prozent auf Vorjahresniveau bewegt.

Marktanteile in der Schadenversicherung 2016 (inkl. Kfz)

#

Unternehmen

% 2016

2015:
% (Rang)

1.

Uniqa Österreich Versicherungen AG *

16,22

13,78 (3.)

2.

Generali Versicherung AG

15,86

15,96 (1.)

3.

Wiener Städtische Versicherung AG

14,13

14,29 (2.)

4.

Allianz Elementar Versicherungs-AG

10,77

10,76 (4.)

5.

Donau Versicherung AG

6,36

6,40 (5.)

6.

Zürich Versicherungs-AG

5,54

5,54 (6.)

7.

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

4,44

4,34 (7.)

8.

Oberösterreichische Versicherung AG

3,42

3,40 (8.)

9.

Niederösterreichische Versicherung AG

2,97

2,93 (9.)

10.

Helvetia Versicherungen AG

2,95

2,91 (10.)

11.

Wüstenrot Versicherungs-AG

2,06

2,09 (11.)

12.

HDI Versicherung AG

2,01

1,99 (12.)

13.

Tiroler Versicherung VaG

1,32

1,30 (14.)

14.

Österr. Hagelversicherung VVaG

1,23

1,24 (15.)

15.

VAV Versicherungs-AG

1,07

1,05 (17.)

16.

Vienna Insurance Group Wr. Vers. Gr.

1,01

1,12 (16.)

Generali verteidigt Kfz-Versicherung

Betrachtet man die Kfz-Versicherung separat, so haben 22 Unternehmen (2015: 24) Prämien in Höhe von 3,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die Uniqa wächst hier um drei Prozentpunkte auf 16,82 Prozent – auch, aber nicht nur wegen der Fusion: 2015 hatte die damalige Uniqa zusammen mit Raiffeisen Versicherung (1,55 Prozent) und Salzburger (1,33) rund 16,7 Prozent Marktanteil.

Den Löwen kann die Uniqa damit trotzdem nicht vom Kfz-Thron stoßen, obwohl dessen Marktanteil kleiner geworden ist: Mit 17,54 Prozent liegt die Generali auch 2016 auf Platz eins, allerdings ist der ehemals komfortable Vorsprung von vier Prozentpunkten auf weniger als einen Prozentpunkt geschmolzen.

Kleine Verluste müssen auch Allianz und Wiener Städtische hinnehmen, dies von hohem Niveau aus: Der Anteil der Allianz beträgt 12,95 Prozent, jener der Städtischen 11,33. Kräftig zugelegt hat die Muki: Sie verbesserte sich von 1,27 Prozent um fast ein Drittel auf 1,65 Prozent.

Marktanteile in der Kfz-Versicherung 2016

#

Unternehmen

% 2016

2015:
% (Rang)

1.

Generali Versicherung AG

17,54

17,83 (1.)

2.

Uniqa Österreich Versicherungen AG *

16,82

13,82 (2.)

3.

Allianz Elementar Versicherungs-AG

12,95

13,02 (3.)

4.

Wiener Städtische Versicherung AG

11,33

11,41 (4.)

5.

Donau Versicherung AG

6,89

7,02 (5.)

6.

Zürich Versicherungs-AG

6,31

6,52 (6.)

7.

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

4,63

4,53 (7.)

8.

Helvetia Versicherungen AG

3,27

3,28 (8.)

9.

Oberösterreichische Versicherung AG

3,23

3,23 (9.)

10.

Wüstenrot Versicherungs-AG

2,80

2,90 (10.)

11.

HDI Versicherung

2,67

2,65 (11.)

12.

Niederösterreichische Versicherung AG

2,41

2,38 (12.)

13.

VAV Versicherungs-AG

1,79

1,79 (13.)

14.

Muki VaG

1,65

1,27 (17.)

15.

Porsche Versicherungs-AG

1,63

1,57 (14.)

 
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