Das Marktanteile-Ranking 2016

16.5.2017 – Die Uniqa ist nach der Fusion 2016 klare Nummer eins unter den Versicherungsunternehmen und eineinhalb Mal so stark wie die Zweitplatzierte. Merkliche Zuwächse sind unter anderem bei Allianz Elementar, Helvetia, Merkur und Muki festzustellen. Die Städtische verliert marginal, die Generali kann mit einem Zugewinn wieder näher an sie heranrücken. Vergleichsweise höhere Rückgänge gibt es für die s-Versicherung und die Bawag P.S.K. Versicherung. In der Versicherungsgruppen-Statistik bleibt indes die VIG knapp vor Uniqa in Führung.

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Der heimische „Prämienkuchen“ ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr etwas geschrumpft. Österreichs Versicherungsunternehmen nahmen im vergangenen Jahr 17,032 Milliarden Euro an verrechneten Prämien (direktes Inlandsgeschäft) ein. Das sind um 2,1 Prozent weniger als 2015.

Nicht nur das Prämienaufkommen ist kleiner geworden, auch die Anzahl der Versicherungsunternehmen hat sich verringert. In der aktuellen Statistik des Versicherungsverbandes (VVO) sind 43 Unternehmen erfasst, ein Jahr zuvor waren es noch 47 gewesen.

Uniqa nach Fusion klare Nummer eins

Woran das liegt, wird im neuesten „Marktanteile-Ranking“ für das Jahr 2016 schon beim Erstplatzierten deutlich: Die Uniqa ist nunmehr das mit Abstand größte Versicherungsunternehmen des Landes. Sie vereint mehr als ein Fünftel der Prämien (21,23 Prozent) auf sich.

Ursache für den großen Anstieg um fast sieben Prozentpunkte ist, dass die Uniqa per 1. Oktober 2016 im Wege der Fusion die Raiffeisen Versicherung AG, die Financelife Lebensversicherungs-AG und die Salzburger Landes-Versicherung AG aufgenommen hat (VersicherungsJournal 3.10.2016).

Zum Vergleich: 2015 hatten die „alte“ Uniqa (14,40 Prozent), die Raiffeisen Versicherung (5,29), Financelife (1,75) und die Salzburger (0,78) zusammen rund 22,2 Prozent erreicht – also etwas mehr als 2016.

Städtische verliert marginal, Generali und Allianz legen zu

Die Wiener Städtische gibt ihren minimalen Zugewinn von 2015 wieder ab. Mit 13,65 Prozent hält sie aber Platz zwei.

Die Generali, die 2015 leicht verloren hat, kann wieder Boden gut machen: Sie steigert sich von 13,21 auf 13,34 Prozent und ist als Drittplatzierte nur drei Zehntelpunkte von der Städtischen entfernt. Zu beachten ist hier, dass die Generali 2016 den Versicherungsbestand der Drei-Banken Versicherungs-AG (Marktanteil 2015: 0,04 Prozent) übernommen hat.

Die Allianz Elementar macht ihre Marktanteilsverluste von 2014 und 2015 (insgesamt waren das 0,15 Punkte) mehr als wett: Sie legt um mehr als einen Viertelpunkt auf 5,89 Prozent zu und sichert so ihren vierten Platz ab. Die Allianz Elementar Leben (Platz 14) bleibt mit 2,32 Prozent marginal unter ihren 2,34 Prozent von 2015. In Summe erreichen die beiden „Allianzen“ somit rund 8,2 Prozent.

Verschiebungen auf den weiteren Rängen

Auf den weiteren Top-Ten-Plätzen haben zwei Mal zwei Versicherer „getauscht“: Die Donau (Platz 5) vergrößert ihren Anteil und schiebt sich vor die Sparkassen Versicherung (Platz 6), die einen Rückgang verzeichnet.

Dasselbe Bild bei den nächstfolgenden Unternehmen: Zürich (Platz 7) rückt dank eines Zugewinns um einen Platz vor und überholt so die Ergo (Platz 8).

Grazer Wechselseitige und Wüstenrot Versicherung komplettieren die Top Ten. Beide verbuchen einen Zuwachs, Grawe stärker als Wüstenrot.

Auffällige Veränderungen

Vom „Spezialfall“ Uniqa – siehe oben – abgesehen, kann die Helvetia Versicherungen AG den beachtlichsten Zuwachs herzeigen, sowohl gemessen an der absoluten Veränderung als auch an der Ausgangsbasis: Sie steigert sich um einen halben Prozentpunkt von 2,3 auf 2,8 Prozent – relativ betrachtet ein Ausbau des Marktanteils um ein Fünftel.

Auch die Merkur kann sich über ein besonders gut sichtbares Plus freuen: Sie erhöht ihren Anteil um rund zwei Zehntelpunkte auf 2,56 Prozent. Donau, Zürich und Grawe gelingt ebenfalls ein im Vergleich deutlicher Zuwachs. Auffällig: Muki erhöht ihren Anteil auf 0,47 Prozent; gemessen an den 0,37 Prozent des Vorjahres eine Steigerung um zirka ein Viertel.

Vergleichsweise stärkere Rückgänge verzeichnen die Sparkassen Versicherung – ihr Anteil geht von 4,93 auf 4,67 Prozent zurück – und die Bawag P.S.K. Versicherung, die nach 1,61 Prozent im Jahr 2015 auf 1,36 Prozent 2016 kommt.

Marktanteile der österreichischen Versicherer 2016 (Einzelunternehmen)

#

Unternehmen

% 2016

2015:
% (Rang)

1.

Uniqa Österreich Versicherungen AG *

21,23

14,40 (1.)

2.

Wiener Städtische Versicherung AG

13,65

13,69 (2.)

3.

Generali Versicherung AG **

13,34

13,21 (3.)

4.

Allianz Elementar Versicherungs-AG

5,89

5,62 (4.)

5.

Donau Versicherung AG

4,74

4,57 (7.)

6.

Sparkassen Versicherung AG

4,67

4,93 (6.)

7.

Zürich Versicherungs-AG

3,69

3,54 (9.)

8.

Ergo Versicherung AG

3,57

3,74 (8.)

9.

Grazer Wechselseitige Versicherung AG

2,98

2,84 (10.)

10.

Wüstenrot Versicherungs-AG

2,85

2,83 (11.)

Plätze 11 bis 20

11.

Helvetia Versicherungen AG

2,80

2,30 (15.)

12.

Merkur Versicherung AG

2,56

2,35 (13.)

13.

Oberösterreichische Versicherung AG

2,38

2,43 (12.)

14.

Allianz Elementar Lebensvers.-AG

2,32

2,34 (14.)

15.

Niederösterreichische Versicherung AG

1,75

1,68 (17.)

16.

Bawag P.S.K. Versicherung AG

1,36

1,61 (18.)

17.

Österreichische Beamtenvers. VVaG

1,08

1,14 (19.)

18.

HDI Versicherung AG

0,93

0,89 (20.)

19.

FWU Life Insurance Austria AG
(frühere Skandia)

0,72

0,78 (22.)

20.

Tiroler Versicherung VaG

0,71

0,69 (23.)

Plätze 21 bis 30

21.

Nürnberger Versicherung AG Österreich

0,61

0,61 (24.)

22.

Österreichische Hagelversicherung VVaG

0,56

0,55 (25.)

23.

Vorarlberger Landes-Versicherung VaG

0,51

0,49 (27.)

24.

VAV Versicherungs-AG

0,50

0,48 (28.)

25.

Muki VaG

0,47

0,37 (32.)

26.

Vienna Insurance Group AG Wr. Vers. Gr.

0,46

0,49 (26.)

27.

Acredia Versicherung AG

0,43

0,42 (29.)

28.

HDI Lebensversicherung AG

0,42

0,41 (30.)

29.

D.A.S. Rechtsschutz AG

0,40

0,38 (31.)

30.

Kärntner Landesversicherung a.G.

0,39

0,36 (33.)

Plätze 31 bis 43

31.

Porsche Versicherungs-AG

0,36

0,33 (35.)

32.

Arag SE Österreich

0,34

0,33 (36.)

33.

Europäische Reiseversicherung AG

0,33

0,33 (34.)

34.

Coface S.A. Österreich

0,20

0,22 (37.)

35.

Garanta Versicherungs-AG Österreich

0,18

0,16 (38.)

36.

AWP P&C S.A.
(Allianz Global Assistance)

0,14

0,14 (39.)

37.

Ace European Group Ltd. ***

0,10

0,09 (41.)

38.

Credendo – Single Risk Insurance AG (vormals Garant Versicherungs-AG)

0,08

0,10 (40.)

39.

SK Versicherung AG

0,08

0,08 (42.)

40.

Atradius N.V. Österreich

0,08

0,07 (43.)

41.

Hypo-Versicherung AG

0,06

0,06 (44.)

42.

APK Versicherung AG

0,04

0,04 (45.)

43.

Helvetia Schweizerische Versicherungsgsgesellschaft AG

0,03

0,03 (47.)

Nicht mehr im Ranking

Raiffeisen Versicherung AG

5,29 (5.)

Financelife Lebensversicherungs-AG

1,75 (16.)

Salzburger Landes-Versicherung AG

0,78 (21.)

Drei-Banken Versicherungs-AG

0,04 (46.)

VIG bleibt größte Gruppe vor Uniqa

Nach Versicherungsgruppen betrachtet, rangiert aber nach wie vor die Vienna Insurance Group an erster Stelle. Sie kommt nach Daten des VVO auf einen Marktanteil von 23,52 Prozent. Uniqa folgt mit 21,25 Prozent.

Auf den weiteren Rängen liegen Generali mit 15,06 Prozent, Allianz mit 8,22 Prozent und die Grawe-Gruppe mit 3,04 Prozent.

Die fünf Gruppen decken somit fast drei Viertel (71,10 Prozent) des Marktes ab.

Ausländische Beteiligungen sind in diesen Zahlen ebenso wie Beteiligungen unter 20 Prozent nicht berücksichtigt. Beteiligungen ab 20 bis 50 Prozent sind prozentuell berücksichtigt, ab 50 Prozent zur Gänze.

Marktanteile der Versicherungsgruppen 2016

#

Gruppe

S/U

Kranken

Leben

Gesamt

1.

VIG

21,5 %

19,3 %

27,9 %

23,52 %

2.

Uniqa

17,6 %

46,6 %

18,1 %

21,25 %

3.

Generali

16,2 %

13,3 %

14,0 %

15,06 %

4.

Allianz

10,6 %

3,4 %

6,4 %

8,22 %

5.

Grawe

4,2 %

2,4 %

3,04 %

Gruppen gesamt

70,1 %

82,5 %

68,7 %

71,10 %

Morgen im VersicherungsJournal

In der morgigen Ausgabe lesen Sie, wie sich die Versicherer in den einzelnen Sparten geschlagen haben und was sich gegenüber dem Vorjahr verändert hat.

 
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