Die häufigsten Todesursachen

12.7.2017 – Insgesamt sind seit Jahrzehnten Herz-Kreislauf-Erkrankungen die mit Abstand häufigste und Krebsleiden die zweithäufigste Todesursache in Österreich. Die Daten der Statistik Austria zeigen zudem, an welchen Leiden die Menschen außerdem sterben. Aus der Statistik sind zum Teil auch deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Todesfallursachen und dem durchschnittlichen Sterbealter abzulesen.

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Nach den vor kurzem veröffentlichten Daten der Statistik Austria verstarben in Österreich letztes Jahr 80.669 Personen, davon waren 51,6 Prozent Frauen.

Insgesamt 33.248 Personen, das waren 41,2 Prozent aller Verstorbenen, erlagen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Bei 20.182 Personen (25,0 Prozent) wurde der Tod durch ein Krebsleiden verursacht. Damit starben mehr als zwei Drittel an diesen beiden Leiden.

Die anderen Todesursachen waren Erkrankungen der Atmungsorgane, nämlich bei 4.335 Personen (5,4 Prozent aller Verstorbenen), der Verdauungsorgane (2.856 Personen oder 3,5 Prozent) und sonstige Krankheiten (15.835 Personen oder 19,6 Prozent).

Eines nicht natürlichen Todes, zum Beispiel durch Unfallverletzungen oder Vergiftungen, starben 4.213 Personen (5,2 Prozent).

Todesursachen 2016 (Grafik: Statistik Austria)
Zum Vergrößern Grafik anklicken. Grafik: Statistik Austria.

Deutlicher Unterschied zwischen Männern und Frauen

Betrachtet man die Sterbefälle nach Männern und Frauen getrennt, zeigen sich zum Teil erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Das durchschnittliche Sterbealter der Männer betrug 75,0 Jahre, das der Frauen jedoch 81,8 Jahre.

Deutliche Unterschiede gab es zudem bei den einzelnen Todesfallursachen. So lag der prozentuale Anteil aller Männer, die an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung starben, im Vergleich zu allen im gleichen Jahr verstorbenen Männern, bei 36,8 Prozent.

Der geschlechtsspezifische Anteil an den Sterbefällen war bei den Frauen mit 45,4 Prozent jedoch deutlich höher. Das durchschnittliche Sterbealter lag bei dieser Todesursache bei den Männern bei 79,9 Jahren und bei den Frauen bei 86,6 Jahren.

Der geschlechtsspezifische Anteil an den Sterbefällen der Männer, die an Krebs und bösartigen Neubildungen verstarben, betrug 27,6 Prozent, jener der Frauen 22,6 Prozent. Das durchschnittliche Sterbealter mit 72,8 Jahren bei den Männern und 74,3 Jahren bei den Frauen, war bei diesem Leiden jedoch fast gleich.

Männer sterben wegen Verletzungen durchschnittlich mit 62 Jahren

Anders hingegen bei den Personen, die durch Verletzungen oder Vergiftungen 2016 ums Leben kamen. Hier lag das Sterbealter der Männer im Durchschnitt bei 62,0 Jahren und das der Frauen bei 73,6 Jahren – und damit rund zwölf Jahre auseinander.

Zudem sterben zahlenmäßig und anteilig deutlich mehr Männer als Frauen an dieser Ursache. Konkret lag der Anteil an allen Sterbefällen bei den Männern, die an Verletzungen und Vergiftungen starben, bei 6,7 Prozent (2.597 Männer). Bei den Frauen betrug der Anteil 3,9 Prozent (1.616 Frauen).

Damit sind Verletzungen und Vergiftungen bei den Männern die vierthäufigste, bei den Frauen jedoch die fünfthäufigste Todesfallursache.

Unterschiede auch bei anderen Ursachen

Auch bei den übrigen Todesfallursachen gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. So war bei 5,9 Prozent der verstorbenen Männer und bei 4,8 Prozent aller verstorbenen Frauen eine Erkrankung der Atmungsorgane die Todesfallursache. Männer starben durchschnittlich mit 78,3 Jahren, Frauen dagegen mit 81,8 Jahren daran.

4,3 Prozent der Männer und 2,9 Prozent der Frauen, die 2016 starben, erlagen einer Krankheit der Verdauungsorgane. Im Durchschnitt wurden die betroffenen Männer 69,3 Jahren und die Frauen 77,2 Jahre alt.

Der geschlechtsspezifische Anteil an den Sterbefällen bei den sonstigen Krankheiten als Todesfallursache lag bei den Männern bei 18,8 Prozent und bei den Frauen bei 20,4 Prozent, das durchschnittliche Sterbealter betrug hier bei den Männern 73,6 Jahre und bei den Frauen 81,7 Jahre.

Todesursache Krebs: Anteil gestiegen, Anzahl aber etwa konstant

Betrachtet man die Todesursachen-Statistiken seit 1970, zeigt sich, dass der prozentuale Anteil derjenigen, die an einer Neubildung beziehungsweise Krebserkrankung starben, zugenommen hat.

Während beispielsweise 1970 bis 1980 jährlich zwischen 19,6 und 20,9 Prozent aller Sterbefälle durch bösartige Neubildung verursacht wurden, waren es von 2006 bis 2016 zwischen 24,5 und 26,2 Prozent.

Auch wenn der prozentuale Anteil der Todesursache Krebs tendenziell zunimmt, bedeutet das nicht, dass tatsächlich mehr Personen an Krebs starben.

Während die Anzahl der jährlichen Krebstoten zwischen rund 18.600 und 20.500 seit 1970 fast gleichgeblieben ist, ist nämlich die Anzahl aller Verstorbenen seit 1970 tendenziell gesunken, und zwar von fast 99.000 (1970) auf rund 81.000 (2016).

Rückläufige Zahl der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Leiden

Einen signifikanten Rückgang anteilig und summenmäßig gibt es bei den tödlich verlaufenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Der Sterbeanteil betrug von 1970 bis 1980 noch 47,3 bis 53,0 Prozent, 1998 waren es sogar 54,3 Prozent.

Seit 2006 liegt der Sterbeanteil erheblich niedriger, nämlich zwischen 44,0 und 41,2 Prozent; der niedrigste Wert ist der aktuelle von 2016 – Tendenz sinkend. Zahlenmäßig starben in den 70er-Jahren zwischen zirka 45.000 und 49.400, in den 2010er-Jahren dagegen zwischen 33.100 und 35.500 Personen.

 
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