Finanzwissen: Eine ernüchternde Selbstdiagnose

15.11.2017 – 45 Prozent der Österreicher haben nach eigenen Angaben keine Finanzbildung erhalten. Nur ein Viertel sagt, in der Schule im Umgang mit Geld unterrichtet worden zu sein; bei Pflichtschulabgängern ist der Anteil noch geringer. Vier Fünftel finden jedoch, dass Finanzbildung eine Aufgabe der Schule wäre. Das besagt eine ING-Diba-Umfrage.

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Fast die Hälfte (45 Prozent) von 1.000 Personen ab 18 Jahren hat in einer österreichweiten Umfrage der ING-Diba angegeben, „keine Finanzbildung erhalten“ zu haben. Gegenüber der Vergleichsstudie 2013 (47 Prozent) ist der Wert marginal geringer.

Österreich bewegt sich in der vom Ipsos-Institut durchgeführten Studie somit im Mittelfeld von 13 Ländern, die im Rahmen des „ING International Survey“ untersucht wurden: Im Durchschnitt der zwölf erfassten EU-Länder sagten 49 Prozent, dass sie keine Finanzbildung erhalten haben.

45 Prozent der Österreicher ohne Finanzbildung (Grafik: APA-Auftragsgrafik/ING-Diba)

Schule nur für ein Viertel Quelle des Finanzwissens

Aus der Schule hat seine Finanzbildung lediglich ein Viertel der österreichischen Befragten. Immerhin: Bei den 18- bis 24-Jährigen gaben 2013 noch 41 Prozent an, ihr Finanzwissen aus der Schule zu haben; inzwischen sagen dies 47 Prozent.

Besonders besorgniserregend sei hingegen, dass von jenen, die Volks- und Hauptschule als höchste abgeschlossene Ausbildung angaben, nur 16 Prozent sagten, dass sie in der Schule Finanzwissen vermittelt bekamen.

In dieser Gruppe sei auch der Anteil jener, die Schwierigkeiten im Umgang mit Finanzen haben, markant höher: „Mehr als bei höheren Schulbildungen gaben sie an, nicht gut mit Geld umgehen zu können oder die Ausgaben nur schwer unter Kontrolle zu haben“, berichtet die ING-Diba.

Quellen der Finanzbildung (Grafik: APA-Auftragsgrafik/ING-Diba)

Finanzbildung eine Aufgabe der Schule

Als Lehrerschelte will das Luc Truyens, CEO der ING-Diba Austria, aber nicht verstanden wissen.

„Vielmehr geht es hier um zum Teil überarbeitungswürdige und übervolle Lehrpläne, die bereits dringend einer Neuausrichtung bedürfen. Finanzbildung muss dabei ein Fixpunkt sein“, meint Truyens.

Dem kann sich auch die große Mehrheit der Österreicher anschließen: 82 Prozent sind der Meinung, dass die Vermittlung von Finanzwissen in die Schule gehört.

Anbieter und Medien in der Pflicht

Banken und Medien sieht Truyens ebenfalls in der Verantwortung. „Finanzbildung muss für jeden, der eigeninitiativ sein will, leicht zugänglich sein.“ Die ING-Diba arbeite derzeit an einem „Selbsttest“, mit dem man sich ein Bild vom eigenen Wissen machen könne.

Darüber hinaus gelte es, Produkte „mit einem Maximum an Verständlichkeit und Transparenz und einem Minimum an Einstiegshürden“ anzubieten.

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