17.11.2009
Mehr Unwetterschäden erfordern besondere Serviceleistungen im Schaden-
Unwetter belasten die Versicherungen mit Schäden in Millionenhöhe und verursachen darüber hinaus einen enormen Bearbeitungsaufwand (VersicherungsJournal 9.11.2009, 11.11.2009, 16.11.2009). Veränderungen im Weltklima lassen für die Zukunft noch größere Schäden und damit noch größeren Aufwand erwarten. Die Grazer Faircheck Schadensservice GmbH – sie ist für österreichische Versicherer tätig und im Bereich Schadenregulierung und Schadenbegutachtung aktiv – hat deshalb im Rahmen des „Faircheck Cafés“ im Schlossberghotel in Graz die Frage gestellt, wie sich das Schadenmanagement in Österreich für Wetterkapriolen und Klimawandel rüstet. Volkswirtschaftliche Schäden stark gestiegenDr. Ulrich Foelsche, Assistenzprofessor an der Grazer Karl- „Ein differenzierteres Bild ergibt sich allerdings bei der Frage, ob die Extremereignisse selbst häufiger geworden sind und ob sie im Zuge des Klimawandels verstärkt auftreten werden. Eine eindeutige Zunahme gibt es bei heißen Tagen und Hitzewellen. Die Winterstürme in der Westwindzone sind heftiger geworden, hier ist aber der Zusammenhang mit dem Klimawandel – und damit die weitere Entwicklung – noch nicht eindeutig geklärt. Tropische Wirbelstürme sind zwar bis jetzt nicht häufiger geworden, aber zum Teil intensiver.“ Einschätzung für Süd- Foelsche erwartet, dass extremere Niederschläge in vielen Regionen wahrscheinlicher werden. Die derzeit beobachteten Werte bewegten sich aber zumeist noch im historischen Rahmen, wobei es starke regionale Unterschiede gebe. Im Süden und Osten Österreichs sei die Einschätzung besonders schwierig, da extreme Niederschläge laut Foelsche hier besonders häufig durch „Mittelmeertiefs“ verursacht werden. Deren zukünftige Entwicklung könne derzeit noch nicht präzise genug vorhergesagt werden. „Bei Tornados, Gewittern und Hagelereignissen konnte bis jetzt noch keine systematische Änderung der Häufigkeit oder Intensität nachgewiesen werden.“ Im Fall des Falles: NotfallplanGerald Klammer, Leiter Schaden Elementar- Außerdem wurde ein „Runder Tisch“ eingerichtet, also regelmäßige Treffen der „Task Force“, um rasch und flexibel agieren zu können. Beim Notfallplan handelt es sich um ein Grobgerüst für Großereignisse, im „Fine- Raschere Hilfe für die Kunden„Zur Schadenregulierung arbeiten wir bei solchen Herausforderungen wie im heurigen Unwettersommer mit externen Partner in der Schadenbegutachtung und haben dabei die Erfahrung gemacht, die Schadenbesichtigung so wesentlich beschleunigen und unseren Kunden rascher helfen zu können“, berichtet Klammer und warnt: „In Zukunft müssen wir alle mit mehr solchen Ereignissen rechnen.“ Sein Tipp an Versicherungsvermittler: Sollte ein Vermittler mehrere Schäden in seinem Bestand haben, sollte so rasch wie möglich die Vorgehensweise mit der jeweiligen Schadenabteilung abgesprochen werden. „So kann gemeinsam die gezielte und einfache Bearbeitung erfolgen. Die Helvetia hat beispielsweise dem externen Partner einen definierten Ansprechpartner für seine Anliegen zur Verfügung gestellt.“ „Keine Airline baut eigene Flughäfen!“Bei Faircheck ist man der Meinung, dass die sich ändernden Klima- Faircheck- Eine Art SachschadenportalWinkler schwebt eine Art Sachschadenportal vor, welches, bei der Schadenmeldung beginnend, den gesamten Prozess dokumentiert, „egal ob ich einen Schaden bei der Allianz oder Generali habe, egal ob der Versicherungsmakler Y oder X beteiligt ist, egal ob Handwerker Y oder Werkstätte Z für den Kunden arbeitet“, sagt Winkler und verweist beispielhaft auf Portale wie zum Beispiel „MyHammer“. So könnten laut Winkler etwa Schäden – wie heuer die Hagelschäden in Oberösterreich – von Dachdeckern aus ganz Österreich bedient werden, begleitet von „innovativen Prozessen wie Videobegutachtung am Handy“. Emanuel Lampert |
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