Warnung vor unseriösen Versicherungsangeboten

23.11.2009 – Kunden der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse berichten von Anrufern, die eine Versicherung verkaufen wollen. Ihre Behauptung: Die Kasse zahle angeblich keine Rettungs- und Hubschrauber-Transporte mehr. Die NÖGKK warnt nun vor unseriösen Angeboten und prüft rechtliche Schritte.

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Seit einigen Tagen sorgen Telefonanrufe bei Versicherten der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse (NÖGKK) für Verunsicherung. Nach Berichten der Kunden fordern die Anrufer zum Abschluss einer Versicherung – Kostenpunkt: 40 Cent pro Tag – bzw. zur Mitgliedschaft bei einer Flugrettung auf. Das Argument: Die NÖGKK bezahle keine Rettungs- und Hubschrauber-Transporte mehr. Teilweise würden sie sich sogar als Mitarbeiter der NÖGKK ausgeben.

Dazu ist klarzustellen: Diese unseriösen Anrufer – die auch unrichtige Infos verbreiten – haben selbstverständlich nichts mit der NÖGKK zu tun, die Anrufer sind keine Mitarbeiter der NÖGKK, warnt die Kasse. Sie prüft derzeit rechtliche Schritte.

Verunsicherten Kunden empfiehlt NÖGKK-Generaldirektor Konrad Köck, sich bei Unklarheiten über Leistungen und Kostenübernahmen in den NÖGKK-Service-Centern, unter der Service-Line 050899-6100 oder auf der Website der NÖGKK zu erkundigen.

Lukrative Nische

Dass sich die Anrufer ausgerechnet auf Rettungstransporte spezialisieren, mag damit zu tun haben, dass nur jeder fünfte Hubschrauber-Einsatz von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird, weil viele Einsätze als nicht erforderlich eingestuft werden. Doch selbst wenn die Krankenkasse den Hubschraubertransport als erforderlich anerkennt, zahlt sie nur einen Anteil von maximal 890 Euro.

Den Anrufern dürfte diese Nische nicht zuletzt deshalb lukrativ erscheinen, weil die Zahl der Unfälle hoch ist. Jedes Jahr verletzen sich 6.000 Wintersportler in Österreich so schwer, dass sie mit dem Hubschrauber abtransportiert werden müssen (VersicherungsJournal 23.7.2009 und 21.10.2009).

Im Jahr 2008 gab es rund 200.000 Sportunfälle. Im alpinen Schisport verletzten sich mehr als 46.000 Menschen, 11.900 zogen sich beim Snowboarden Verletzungen zu. Rund 7.500 Wanderer und Bergsteiger mussten nach einem Unfall ärztlich behandelt werden (VersicherungsJournal 13.11.2009).

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