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Pensions- und Vorsorgekassen im Performance-Check

17.3.2017 – Die Unternehmensberatung Mercer hat die Performance von (offenen) Veranlagungs- und Risikogemeinschaften der fünf überbetrieblichen Pensionskassen und der acht betrieblichen Vorsorgekassen untersucht – dies für das Jahr 2016 sowie einen Drei-, Fünf- und Zehnjahreszeitraum. Alles in allem attestiert Mercer den Anbietern eine gute Performance.

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Ein Vermögen von 20,84 Milliarden Euro verwalteten Österreichs zehn Pensionskassen zum Ende des vierten Quartals 2016. Der Löwenanteil davon, 18,82 Milliarden Euro entfiel auf die fünf überbetrieblichen Pensionskassen (VersicherungsJournal 1.3.2017).

Die Pensionskassen verwalten dieses Vermögen in insgesamt 112 „Veranlagungs- und Risikogemeinschaften“ (VRGen); das sind Kollektive von jeweils mindestens 1.000 Anwartschafts- und Leistungsberechtigten.

25 offene VRGen, fünf Pensionskassen, fünf Veranlagungsgruppen

Davon werden laut der Unternehmensberatung Mercer Austria GmbH in fünf Pensionskassen 25 als „offene“ VRGen geführt. Das sind VRGen, „in die grundsätzlich neue Pensionskassenverträge aufgenommen werden, sowie jene, die für alle Arbeitgeber zur Verfügung stehen“.

Mercer hat diese nun in einer Studie auf ihre Ergebnisse untersucht und sie einander gegenübergestellt. Die jährliche Performance der Anbieter wurde dabei über verschiedene Zeiträume und in unterschiedlichen Kategorien, die sich am Veranlagungstyp orientieren, analysiert:

  • defensiv (Aktienanteil unter 16 Prozent),
  • konservativ (Aktienanteil von 16 bis unter 24 Prozent).
  • ausgewogen (Aktienanteil von 24 bis unter 32 Prozent),
  • aktiv (Aktienanteil von 32 bis unter 40 Prozent),
  • dynamisch (Aktienanteil 40 Prozent oder höher).

Als Basis der Studie zog Mercer die durch die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) ermittelten Performancezahlen heran.

2016: Drei erste Plätze für APK, je einer für Bonus und Allianz

Mercer spricht „angesichts des turbulenten Aktienjahres und der extrem niedrigen Zinsen“ insgesamt von einem „sehr erfolgreichen Performancejahr“.

Gliedert man die untersuchten (offenen) VRGen in die fünf erwähnten Veranlagungskategorien, so gehen laut Mercer drei erste Plätze an die APK Pensionskasse AG, und zwar in den Kategorien „konservativ“, „aktiv“ und „dynamisch“.

In der Gruppe „defensiv“ holt sich die Bonus Pensionskassen AG Platz eins, in der Gruppe „ausgewogen“ die Allianz Pensionskasse AG.

Die beste Performance erzielte die APK (VRG 19) mit 5,59 Prozent in der Kategorie „dynamisch“.

Performance der VRGen 2016 – Top 3

Kategorie

Platz

Pensions- kasse

Perfor- mance

VRGen

defensiv

1.

Bonus

4,46 %

VRG 37 (vorm. Victoria)

2.

VBV

4,11 %

VRG 100/VG 165

3.

Allianz

3,66 %

VRG 13

Gesamtmarkt

3,09 %

konser- vativ

1.

APK

5,25 %

VRG 1

2.

Allianz

4,96 %

VRG 15/1

3.

Valida

3,79 %

VRG 40/VG 41

Gesamtmarkt

3,93 %

ausge- wogen

1.

Allianz

5,09 %

VRG 4

2.

Allianz

5,00 %

VRG 15/2

3.

Bonus

4,04 %

VRG 36 (vorm. Victoria)

Gesamtmarkt

4,02 %

aktiv

1.

APK

5,3 %

VRG 9

2.

Allianz

4,56 %

VRG 7

3.

Valida

3,7 %

VRG 40/VG 43

Gesamtmarkt

4,42 %

dyna- misch

1.

APK

5,59 %

VRG 19

2.

Bonus

4,75 %

VRG 39 (vorm. Victoria)

3.

VBV

4,01 %

VRG 100/VG 152

Gesamtmarkt

4,12 %

Die Performance über drei Jahre …

Mercer hat die Renditen der VRGen weiters für einen Drei-, Fünf- und Zehnjahreszeitraum unter die Lupe genommen.

In der Betrachtung über drei Jahre kann die Allianz Pensionskasse abräumen: Außer in der Kategorie „dynamisch“ kann sie in allen anderen den ersten Platz ergattern. In der Kategorie „ausgewogen“ belegt sie mit VRG 4 und einer Performance von 6,25 Prozent – der höchste Wert überhaupt im Dreijahres-Ranking – den ersten Platz sowie zusätzlich noch den zweiten.

In der Kategorie „dynamisch“ gewinnt die VBV-Pensionskasse AG die Goldmedaille. Sie schafft mit VRG 100/VG 152 eine Performance von 5,80 Prozent. Die Allianz Pensionskasse ist hier Zweite mit 4,87 Prozent (VRG 15/3).

Im Markt-Schnitt reicht die Bandbreite der Performance von 4,0 Prozent in der Kategorie „defensiv“ bis 5,30 Prozent in der Kategorie „dynamisch“. Dabei gilt: Je höher der Aktienanteil einer Kategorie, desto höher die Performance.

… fünf Jahre …

Im Fünfjahreszeitraum sind die jeweils ersten Plätze in den fünf Veranlagungskategorien genau gleich verteilt wie im dreijährigen: Vier erste Plätze für die Allianz Pensionskasse und ein erster für die VBV in der „dynamischen“ Gruppe. Der Unterschied zu den Dreijahreszahlen liegt hier lediglich in den höheren Performance-Daten.

Auch die durchschnittliche Performance des Marktes ist hier durchwegs höher als im Dreijahreszeitraum.

Performance der VRGen 2012–2016 pro Jahr – Top 3

Kategorie

Platz

Pensions- kasse

Perfor- mance

VRGen

defensiv

1.

Allianz

4,85 %

VRG 13

2.

VBV

3,79 %

VRG 100/VG 165

3.

Bonus

3,33 %

VRG 37 (vorm. Victoria)

Gesamtmarkt

4,35 %

konser- vativ

1.

Allianz

5,85 %

VRG 15/1

2.

VBV

4,62 %

VRG 100/VG 150 VBV

3.

Valida

4,49 %

VRG 40/VG 41

Gesamtmarkt

5,01 %

ausge- wogen

1.

Allianz

6,93 %

VRG 4

2.

APK

5,26 %

VRG 1

3.

Valida

5,24 %

VRG 40/VG 42

Gesamtmarkt

4,98 %

aktiv

1.

Allianz

7,40 %

VRG 7

2.

APK

5,95 %

VRG 9

3.

VBV

5,74 %

VRG 100/VG 151

Gesamtmarkt

5,89 %

dyna- misch

1.

VBV

6,91 %

VRG 100/VG 152

2.

Allianz

6,72 %

VRG 15/3

3.

APK

6,50 %

VRG 19

Gesamtmarkt

6,57 %

… und zehn Jahre

Im langfristigen Vergleich über zehn Jahre sackt die durchschnittliche jährliche Markt-Performance allerdings markant ab. Sie bewegt sich hier zwischen 2,79 Prozent (in der Kategorie „ausgewogen“) und 3,26 Prozent (in der Kategorie „defensiv“). Hier hat die Finanzkrise 2008 ihre Spuren hinterlassen.

Am erfolgreichsten schneidet in der Zehnjahresbetrachtung die APK mit 3,28 Prozent (VRG 9) in der Klasse „aktiv“ ab. Den ersten Platz in der Kategorie „defensiv“ belegt Bonus (3,17 Prozent; VRG 37), in der Kategorie „konservativ“ die VBV (3,01 Prozent; VRG 100/VG 150) und in der Kategorie „ausgewogen“ die Allianz Pensionskasse (3,26 Prozent; VRG 4). In der „dynamischen“ Veranlagung gelingt der VBV ein weiterer erster Platz (2,76 Prozent; VRG 100/VG 152).

Performance kurz- und mittelfristig „mehr als zufriedenstellend“

„Die Performance der besten Pensionskassen ist sowohl kurz-, als auch mittelfristig mit über fünf Prozent im ausgewogenen Veranlagungsstil mehr als zufriedenstellend“, kommentiert Michaela Plank, Mercer-Expertin für betriebliche Altersvorsorge das Studienergebnis.

„Das liegt“, so Plank, „nicht nur an ertragreichen Anlagestrategien, sondern auch an der günstigen Kostenstruktur.“

Vorsorgekassen: Je zwei erste Plätze für NÖVK und BUAK

Neben den Pensionskassen hat sich Mercer auch die Performance der acht betrieblichen Vorsorgekassen („Abfertigung neu“) angesehen. „Wegen der gesetzlich vorgesehenen kurzen Mindestbindefrist von drei Jahren wird das Kapital von allen Kassen sehr defensiv angelegt“, erklärt Mercer.

Dennoch habe die 2016 bestplatzierte Niederösterreichische Vorsorgekasse AG in diesem Jahr 3,59 Prozent erzielen können. Mit einer etwas niedrigeren Jahresperformance (3,07 Prozent) schafft sie auch im Dreijahreszeitraum den ersten Platz. Über fünf Jahre liegt die BUAK Betriebliche Vorsorgekasse GesmbH (3,66 Prozent) vorne, ebenso im Zehnjahreszeitraum, hier allerdings mit geringeren 2,58 Prozent.

Der Marktschnitt lag 2016 bei 2,25 Prozent, über drei Jahre bei 2,46 Prozent, über fünf bei 2,89 Prozent und über zehn Jahre bei 2,07 Prozent pro Jahr.

Die betrieblichen Vorsorgekassen verwalten laut Mercer aktuell 9,42 Milliarden Euro für 3,23 Millionen Kunden.

„Zweite Säule fördern“

Mercer-Expertin Plank: „Die Ergebnisse der Vorsorgekassen sind für den vorgegebenen kurzfristigen Veranlagungshorizont sehr gut. Durch eine längere Behaltedauer könnte auch ein langfristigeres Veranlagungskonzept umgesetzt werden und somit eine höhere Performance generiert werden.“

Angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase legt sie der Regierung nahe, die „Investitionen in die zweite Pensionssäule“ stärker zu fördern, „etwa durch eine verpflichtende Aufnahme der Pensionskasse in Kollektivverträge oder durch erhöhte Umwandlungsmöglichkeiten“.

Eine weitere Option wäre für Plank „die Möglichkeit, dass die relativ große Zahl der Vorsorgekasse-Kunden zusätzlich eigenes Geld in die Vorsorgekassen einzahlt, zum Beispiel mittels steuerbegünstigter Umwandlung von variablen Vergütungsbestandteilen“.

Durch die zusätzliche Förderung der betrieblichen Pensionen „könnte die Lücke der ersten Säule langfristig beträchtlich reduziert werden“, meint Plank.

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