Freitag, der 13. – der Tag der vielen Unglücke?

13.10.2017 – An einem Freitag, den 13. passieren entgegen dem Volks- und Aberglauben nicht mehr Unfälle oder Schadenereignisse, wie Schadendaten der Versicherungswirtschaft zeigen.

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Der Freitag, der 13. gilt laut Wikipedia „im Volksglauben als ein Tag, an dem besonders viele Unglücke passieren“. Jedes Kalenderjahr gibt es mindestens einen und höchstens drei Freitage, die auf den 13. eines Monats fallen.

Übrigens: Wer vor diesem Tag krankhaft Angst hat, leidet unter Paraskavedekatria-Phobie. In der Medizin bezeichnet man abergläubische Angst vor der Zahl „13“ als Triskaidekaphobie.

Keine Unglückshäufung an einem Freitag, den 13.

Eine Häufung von Unglücken an diesem „Unglückstag“ ist nach Angaben der deutschen Versicherungswirtschaft allerdings nicht mit Zahlen belegbar.

Der Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, berichtete bereits vor einiger Zeit unter Verweis auf die Verbandsstatistik in einer Web-Kolumne: „Statistisch lässt sich keine Zunahme von Unfällen feststellen. Der Freitag, der 13. birgt somit nur ein scheinbar höheres Risiko.“

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Gothaer-Konzern nach einer Auswertung der eigenen Schadenstatistik: „Durchschnittlich haben sich in den vergangenen beiden Jahren an Freitagen ohne die Berücksichtigung von Schäden durch Naturereignisse im Privatkundenbereich 581 Schäden ereignet“, gibt Tobias Eichholz vom Gothaer Schaden-Controlling in einer Pressemitteilung Auskunft.

Auch wenn sich an den beiden letzten „Unglückstagen“ – 13. Juni 2016 und 13. Januar 2017 – 615 beziehungsweise 583 Schäden ereignet hätten, würde es deutlich zu weit führen, von einer auffälligen Schadenhäufung an diesen Tagen zu sprechen.

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Faktor Wetter

Im Gegensatz zu vermeintlichen Unglückstagen werde die Anzahl der Schäden maßgeblich vom Wetter beeinflusst – denn „Naturgewalten wie Stürme, Gewitter oder Hochwasser verursachen in nur wenigen Stunden eine immense Anzahl an Schäden“, so Eichholz.

Das Sturmtief „Paul“ etwa habe allein am 22. Juni dieses Jahres mit Orkanböen, Hagel und heftigen Gewittern in ganz Deutschland 3.295 Schäden im Privatkundenbereich verursacht. Dies ist mehr als sechs Mal so viel wie an durchschnittlichen Donnerstagen (540 Schäden), so die Gothaer.

Ein Tag wie jeder andere

Auch die Zurich Gruppe Deutschland gibt Entwarnung: Ein Freitag, der 13. ist nach der Schadenstatistik des Unternehmens ein Tag wie jeder andere. Im Schnitt passierten sogar eher wenige Schäden, so der Versicherer unter Verweis auf seine Schadenauswertung.

An allen Freitagen, die zwischen 2009 und 2016 auf einen 13. gefallen sind, wurden laut Schadenauswertung der Zurich im Schnitt nur knapp 1.900 Schäden gemeldet. Das sind rund zehn Prozent weniger als generell an einem Freitag, an dem rund 2.100 Schadenmeldungen bei der Zurich eingehen. An allen anderen Tagen werden im Schnitt etwa 2.000 Schäden gemeldet.

Wie der Versicherer weiter mitteilte, droht auch durch die Zahl 13 kein Unglück. Den Zurich-Erhebungen zufolge treten am 13. eines Monats mit durchschnittlich rund 1.700 Schadenmeldungen „erheblich weniger Schäden auf als an anderen Tagen.“

Ausnahme bestätigt die Regel

Auch Daten der österreichischen Zürich Versicherungs-AG aus den letzten Jahren legen nahe, dass Freitag, der 13. sozusagen harmlos ist (VersicherungsJournal 13.4.2012, 13.3.2015).

Durchschnittlich geschähen an einem Freitag, dem 13. genauso viele Schäden wie an den übrigen Freitagen, zeigte eine Zürich-Analyse von 2012. Eine Ausnahme machte in den letzten Jahren der 13. August 2010; an diesem Tag gab es aber in einigen Teilen Österreichs heftige Gewitter und dadurch mehr Schäden.

Am 13. eines Monats – ob Freitag oder nicht – wurden 2010 und 2011 im Schnitt sogar sieben Prozent weniger Schäden gemeldet als an anderen Tagen. Eine Auswertung aus dem Jahr 2015 bestätigte: Von allen Wochentagen sei der Montag der schadenreichste Tag, der Freitag kommt erst an vierter Stelle.

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