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OeNB: Banken werden zusehends zum „Finanzparkplatz“

21.4.2017 – Das Geldvermögen der privaten Haushalte ist 2016 um 2,8 Prozent auf 625,2 Milliarden Euro gestiegen. Mittlerweile liegt ein Fünftel in täglich fälligen Einlagen. Sie haben damit erstmals die gebundenen Einlagen als größte Einzelposition abgelöst. Lebensversicherungs-Ansprüche machten 11,6 Prozent aus, der viertgrößte Posten im Portfolio.

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Auf 625,2 Milliarden Euro ist das Geldvermögen (Finanzvermögen) der privaten Haushalte in Österreich 2016 gestiegen – ein Zuwachs um 2,8 Prozent, wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Donnerstag mitteilte. Die durchschnittliche Inflation betrug vergangenes Jahr 0,9 Prozent.

Der Großteil des Anstiegs kam laut OeNB aus zusätzlichen Veranlagungen in Höhe von 13 Milliarden Euro. Dieser Zuwachs habe die Neuveranlagungen des Jahres 2015 um 2,7 Milliarden Euro übertroffen.

„Diese Entwicklung war stark durch die Erhöhung des verfügbaren Einkommens getrieben, das im Jahr 2016 um 3,6 Prozent nominell (2,3 Prozent real) über jenem des Vorjahres lag“, so die Nationalbank.

Diese zusätzlichen Mittel seien nicht nur für höhere Konsumausgaben, sondern auch zum Sparen verwendet worden. „Folglich stieg die Sparquote (Quelle: Statistik Austria) von 7,3 Prozent im Jahr 2015 auf 8,2 Prozent im Jahr 2016.“

Täglich fällige Einlagen überholen erstmals gebundene

Privatanleger veranlagten die Ersparnisse vor allem in täglich fälligen Geldern bei inländischen Banken, „die sich mehr und mehr als ‚Finanzparkplatz‘ der Österreicherinnen und Österreicher entwickeln“, wie die OeNB anmerkt.

Der Anteil der täglich fälligen Einlagen am Gesamt-Finanzvermögen belief sich 2016 auf 19,8 Prozent (2015: 17,4 Prozent). Mit einem Volumen von 123,9 Milliarden Euro überholten sie laut OeNB erstmals den Vermögenswert aus gebundenen Spareinlagen, der auf 111,3 Milliarden Euro sank.

Diese Entwicklung geschah laut OeNB „ungeachtet der historisch niedrigen Zinssätze“, die die Nationalbank mit einem Jahresdurchschnittswert von 0,18 Prozent angibt, ebenso angesichts des Umstands, dass – aufgrund gesunkenen Zinsvorteils für gebundene Einlagen – längerfristige Einlagen abgebaut wurden.

Lebensversicherungen und Pensionsansprüche

Lebensversicherungs-Ansprüche, also Ansprüche auf Leistungen und Rentenzahlungen privater Haushalte aus Rückstellungen bei Lebensversicherungen, erreichten 2016 ein Volumen von 72,6 Milliarden Euro. Das ist ein Anteil von 11,6 Prozent am gesamten Geldvermögensbestand.

Mehr Auszahlungen als Einzahlungen (einschließlich gestiegener Gewinnanteile) in der Lebensversicherung führten 2016 zu einem negativen Transaktionssaldo im Ausmaß von 0,8 Milliarden Euro.

Das Volumen der „kapitalgedeckten Pensionsansprüche“ – hierunter fallen Ansprüche gegenüber autonomen betrieblichen und überbetrieblichen Pensionskassen mit Kapitaldeckung sowie Pensionsansprüche gegenüber der OeNB – machte 6,5 Prozent des gesamten Finanz-Vermögensbestandes oder 40,6 Milliarden Euro aus.

Ansprüche privater Haushalte aus Rückstellungen aus Nicht-Lebensversicherungen hatten 2016 einen Wert von 12,3 Milliarden Euro oder 2,0 Prozent Anteil am Vermögensbestand.

Netto 443,7 Milliarden Euro

Dem Geldvermögen von 625,2 Milliarden Euro standen Verpflichtungen – zum großen Teil aus langfristigen Wohnbaukrediten – in Höhe von 181,5 Milliarden Euro gegenüber.

Die Nettofinanzposition von 443,7 Milliarden Euro lag damit um 10,7 Milliarden Euro über jener des Vorjahres.

Geldvermögen und Verbindlichkeiten (Quelle: OeNB)

Weiterführende Information

Detailliertere Tabellen, einschließlich der letzten Quartalsdaten und Erläuterungen zu den einzelnen Positionen, stellt die OeNB auf einer eigenen Webseite zur Verfügung.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung · Pensionskasse
 
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