Wie sparen? „Menschen sind nach wie vor verunsichert“

19.5.2017 – Ein sinkender Anteil der Österreicher hält den Bausparvertrag für interessant, wie ein Langzeitvergleich von GfK-Daten zeigt. Immobilien können dementgegen ihren Platz an der Spitze festigen. Lebensversicherung und Pensionsvorsorge konnten zuletzt wieder etwas zulegen, allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Weiter zunehmende Konjunktur hat Sparen zu Hause.

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Erst diese Woche hat die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG ihre Sparprognose für das erste Quartal 2017 vorgestellt. Der Studie lag die Frage zugrunde, in welche Spar- und Anlageformen die Österreicher innerhalb von zwölf Monaten zu investieren planen (VersicherungsJournal 16.5.2017).

Auch die GfK Austria GmbH hat sich wieder auf Stimmungserkundung begeben. Allerdings war hier die Fragestellung eine etwas andere: Es ging nicht um die konkrete Planung, sondern darum, welche Spar- und Anlageformen die 500 Befragten überhaupt als interessant ansehen – unabhängig von der tatsächlichen Nutzung.

Die am Donnerstag vorgestellten Zahlen zeigen zudem keine Momentaufnahme, sondern die Entwicklung seit dem Jahr 2014. Notiz für Archiv-Leser: Abweichungen von früheren Zahlen beruhen darauf, dass seit heuer nur noch online befragt wird und GfK die Daten von 2014 bis 2016 daher auf Basis der Online-Interviews neu berechnet hat.

Immobilien wecken am meisten Interesse

Während in der Erste-Umfrage das Sparbuch und der Bausparvertrag die Liste der geplanten Investitionen anführen, zeigt sich in der GfK-Umfrage, dass die Attraktivität in den Augen vieler Österreicher eigentlich anderswo „zu Hause“ ist.

Mit 40 Prozent liegt nämlich die Eigentumswohnung beziehungsweise das Haus an erster Stelle, dahinter folgt mit 36 Prozent der Immobilienerwerb. Beide „Kurven“ sind eher gerade: Sie haben sich in den letzten Jahren praktisch nicht verändert.

Einzige Verschiebung im Spitzenfeld ist, dass der Bausparvertrag 2014 und 2015 noch mit jeweils 43 Prozent – knapp – die Nase vorne hatte, seit 2016 aber auf Platz drei liegt: letztes Jahr mit 36 Prozent, heuer mit 31.

Lebensversicherung und Pensionsvorsorge

Die Lebensversicherung rangiert mit derzeit 17 Prozent nur im hinteren Drittel. Immerhin erlebt sie wieder einen kleinen Zuwachs um zwei Punkte gegenüber 2016. Langfristig bewegt sich hier aber wenig.

Ebenfalls ein Plus – drei Punkte gegenüber dem Vorjahr – verzeichnet die Pensionsvorsorge mit staatlicher Förderung. Mit 14 Prozent liegt sie wieder auf dem Niveau von 2015, aber leicht unter jenem von 2014.

Die „private Zusatzpension“ kommt im GfK-Stimmungsbarometer konstant auf zwölf bis – zurzeit – 13 Prozent.

GfK-Stimmungsbarometer 2014 bis 2017 (Grafik: GfK)
Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Verunsicherung lässt Kopfkissen oft „interessant“ erscheinen

Gold hat einen Höhenflug erlebt: Von 22 Prozent im Jahr 2014 kletterte es auf 31 Prozent 2016. Der aktuelle Wert liegt wieder etwas darunter (27 Prozent). Weiter an Beliebtheit nimmt das Zuhause-Sparen zu: 22 Prozent sind es aktuell, 2014 waren es erst 14 Prozent gewesen.

„Die Menschen sind nach wie vor verunsichert, wie sie ihr Geld am besten sparen oder anlegen sollen“, kommentiert GfK-Finanzmarktforscher Sebastian Huchler.

„Immobilien und auch Grundstücke erfordern ein hohes Investment, das nicht für jedermann leistbar ist. Im Gegenzug dazu versprechen klassische konservative Anlagen nur sehr niedrige Zinsen, sodass nach wie vor viele glauben, ihr Geld ist unter dem Kopfkissen noch am besten aufgehoben“, so Huchler weiter.

„Andere ziehen hingehen stärker Fonds oder Aktien in Betracht, die, unter Berücksichtigung des Risikos, höhere Renditen versprechen.“ Die Sympathiewerte für Investmentfonds erreichen mit derzeit 24 Prozent einen merklich höheren Wert als zuletzt. Der Wert für Aktien hat sich, auf niedrigerem Niveau, ebenfalls nach oben bewegt (2017: 17 Prozent).

Männer risikofreudiger, Frauen eher konservativ

Männer zeigen sich laut GfK deutlich risikoaffiner als Frauen. So werde das Sparbuch nur von neun Prozent der Männer als attraktiv eingestuft, aber von 26 Prozent der Frauen. Bei Aktien verhalte es sich genau umgekehrt: 25 Prozent ist der Wert bei den Männern, neun Prozent bei den Frauen.

Auch Investmentfonds und Investitionen in Eigenheim oder Grundstück würden von Männern tendenziell häufiger genannt als von Frauen, während diese eher die konservativen Sparmethoden als interessant betrachten, so GfK.

Nachträgliche Ergänzung:

Korrektur 22.5.2017: „die 500 Befragten“ statt „die 2.000 Befragten“ (2.000 bezieht sich auf das Gesamtjahr – jeweils 500 Befragte in vier Quartalen)

Schlagwörter zu diesem Artikel
Bausparen · Immobilie · Investmentfonds · Konjunktur · Lebensversicherung · Marktforschung
 
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