Zehn Unfallversicherer im Test

16.6.2017 – Die Gesellschaft für Verbraucherstudien hat zehn Anbieter getestet: In der Kategorie „Tarife“ liegt die Allianz vorne, im Bereich „Transparenz und Komfort“ die Ergo, beim Kundendienst die Zürich. Gesamtsieger ist, wie vor einem Jahr, Muki. Platz zwei in der Gesamtwertung geht an die Allianz, Dritte ist die Zürich.

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Die Gesellschaft für Verbraucherstudien mbH (ÖGVS) hat Unfallversicherungs-Angebote getestet. Die Untersuchung wurde wieder in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin „Trend“ und dem Vergleichsportal Durchblicker.at durchgeführt.

Sie erfolgte, wie bei den ÖGVS-Versicherungstests üblich, in drei Teilkategorien, deren Resultate mit unterschiedlicher Gewichtung in das Gesamtergebnis einflossen:

  • Tarif: Höhe der Prämie und inkludierte Leistungen (Gewichtung: 60 Prozent)
  • Transparenz und Komfort: Auffindbarkeit und Übersichtlichkeit der wichtigsten Bedingungen auf der Website, bequeme Benutzbarkeit der Website (20 Prozent)
  • Kundendienst: Erreichbarkeit, Freundlichkeit und Kompetenz im Kundenkontakt (20 Prozent)

Tarife, Transparenz und Komfort wurden laut ÖGVS von Experten unter die Lupe genommen, der Kundendienst durch qualifizierte und verdeckte Tester. Jeder Anbieter wurde fünf Mal per E-Mail und fünf Mal telefonisch kontaktiert.

Zwei Beispielkunden

Zur Bewertung wurden zwei konkrete Kundenprofile verwendet.

Beim einen handelt es sich um eine Bürokauffrau, die bei 100-prozentiger Invalidität eine Einmalleistung von 500.000 Euro sowie im Todesfall 10.000 Euro wollte. Auch Bergung und Rückholung sowie kosmetische Operationen sollten inkludiert sein.

Beim anderen handelt es sich um einen Schlosser, der dieselben Ansprüche wie die Bankkauffrau hatte. Ausnahme: eine geringere Einmalleistung von 250.000 Euro bei 100 Prozent Invalidität.

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Zehn Anbieter

Die ÖGVS hat die Angebote von insgesamt zehn Versicherern untersucht:

Anders als vor einem Jahr (VersicherungsJournal 10.5.2016) waren diesmal die Generali Versicherung AG, die Interrisk Versicherungs-AG, die Janitos Versicherung AG, die Uniqa Österreich Versicherungen AG und die Wiener Städtische Versicherung AG nicht im Test erfasst. Umgekehrt war dieses Mal die Kärntner Landesversicherung in den Test einbezogen, 2016 nicht.

Tarife: Allianz vor Muki und Zürich

Die Bandbreite der von den Testern eruierten Prämien ist groß, allerdings weist die ÖGVS auf teils recht unterschiedlich ausgestaltete Tarifmerkmale – speziell Gliedertaxe und Assistance-Leistungen – hin, die die direkte Vergleichbarkeit der Prämien relativieren. „Nicht immer ist der Tarif mit der höchsten Leistung auch der teuerste Tarif“, betont die ÖGVS.

Das insgesamt beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der Kategorie Tarife sehen die Tester bei der Allianz. Sie kommt in der ÖGVS-Studie auf 83,6 Prozent „Zielerreichung“. Die Plätze zwei und drei gehen an Muki (81,8 Prozent) und Zürich (80,1 Prozent).

Transparenz und Komfort: Ergo vor Muki und VAV

In puncto Transparenz und Komfort bemängeln die Tester, dass nicht bei allen Unternehmen Beschreibungen der Tarife und Zusatzpakete mit den jeweils zentralsten Leistungen online ersichtlich seien. „Auch die detaillierten Versicherungsbedingungen zu den angebotenen Tarifen fanden sich nur bei der Hälfte der Anbieter.“

Eine Online-Berechnung der persönlichen Prämie sei nur bei vier getesteten Unternehmen möglich, „was jedoch bei einem beratungsintensiven Produkt wie der Unfallversicherung nicht allzu kritisch zu bewerten ist“.

Nummer eins in der ÖGVS-Tabelle ist die Ergo (87,1 Prozent Zielerreichung). Diese habe „vor allem mit einem sehr umfangreich informativen Internetauftritt überzeugen“ können. Unmittelbar hinter ihr rangieren Muki (85,5 Prozent) und VAV (83,2 Prozent).

Kundendienst: Zürich vor VAV und Merkur

Um den Kundendienst zu testen, wurden telefonisch und per E-Mail Fragen zu Tarifwahl oder Leistungsumfang gestellt. Auf beiden Kontaktwegen seien Fragen „des Öfteren falsch oder gar nicht“ beantwortet worden. Auch bei Erhalt einer Antwort sei diese „zum Teil eher knapp“ ausgefallen.

Während „zumindest die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter am Telefon überzeugen konnte“, seien nur 70 Prozent der E-Mail-Anfragen überhaupt beantwortet worden, mit einer Reaktion, „die wiederum häufig nicht die Lösung der Frage, sondern die Bitte um einen Rückruf zur Erstellung eines Angebots enthielt“.

Letzteres sei aber meist gar nicht im Interesse der Tester gelegen, „die eigentlich nur eine konkrete Frage zum Leistungsumfang oder zum Verständnis der Tarife hatten“.

Es gebe aber auch „positive Kundendienstbeispiele“. Die ÖGVS nennt hier etwa den Kategorie-Sieger Zürich, die auf 84,8 Prozent Zielerreichung kam. Sie verteidigt damit ihren ersten Platz von 2016 nicht nur, sondern steigert auch den „Zielerreichungsgrad“ (2016: 81,6 Prozent) Die VAV belegt mit minimalem Abstand erneut Platz zwei (84,2 Prozent), die Merkur Platz drei (82,1 Prozent).

Muki wieder Gesamtsieger, dahinter Allianz und Zürich

Den Gesamtsieg holt sich – wie schon im Vorjahr – die Muki (81,4 Prozent; 2016: 82,52 Prozent).

Einen großen Sprung nach vorne hat die Allianz gemacht: War sie unter den 14 getesteten Unternehmen des Vorjahres mit 56,57 Prozent noch Schlusslicht, so schafft sie heuer mit 80,8 Prozent Platz zwei.

Drittplatzierte ist die Zürich: Mit 80,7 Prozent liegt sie nur einen Hauch hinter der Allianz. Im Vorjahr war sie mit 81,79 Prozent Zweite gewesen.

Die vormals Dritte in der Gesamtwertung, die VAV, liegt mit 78,4 Prozent knapp unter dem Wert von 2016 (79,48) und damit nunmehr auf Platz vier.

Weiterführende Information

Einige weitere Detailergebnisse sind auf der zum Test gehörenden ÖGVS-Webseite abrufbar.

Der Studienband mit ausführlichen Testergebnissen ist bei der ÖGVS erhältlich. Die Kosten belaufen sich auf 1.490 Euro zzgl. Umsatzsteuer.

Leserbriefe zum Artikel:

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Invalidität · Mitarbeiter · Versicherungsaufsichtsgesetz
 
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