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Die Mehrheit der Beschäftigten fühlt sich unterbezahlt

11.6.2019 – Vier Fünftel der österreichischen Arbeitnehmer fühlen sich ihrem Arbeitgeber verbunden, 57 Prozent allerdings auch unterbezahlt, so die Ergebnisse einer neuen EY-Studie. Im Sektor Banken und Versicherungswesen würden sich die Beschäftigten im Schnitt um 9,0 Prozent mehr Gehalt wünschen.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Österreich fühlt sich ihrem Arbeitgeber verbunden – 54 Prozent „eher“ und 27 Prozent „sehr eng“. Das besagt die aktuelle „Jobstudie 2019“ des Unternehmensberaters EY, für die im März 1.001 Personen befragt wurden.

Mit Veränderungen der eigenen Stellung rechnet für die nähere Zukunft nur eine Minderheit: 41 Prozent sehen sich in fünf Jahren „auf derselben Position wie heute“, weitere 22 Prozent erwarten sich – in derselben Firma – eine bessere Position.

Nur 20 Prozent verorten sich in nicht allzu ferner Zukunft bei einem anderen Arbeitgeber. Die restlichen 17 Prozent beschäftigen sich offenbar erst gar nicht mit derlei Überlegungen.

Die wenigsten sind aktiv auf Jobsuche

Jobsuche ist dementsprechend auch nur ein Minderheitenthema: Bloß sechs Prozent suchen aktiv, weitere 22 Prozent gelegentlich. 27 Prozent suchen zwar nicht, wären aber interessiert, „wenn sich etwas ergibt“.

Von sieben in der Studie einzeln ausgewiesenen Branchen ist der Suchwunsch im Sektor „Banken und Versicherungswesen“ insgesamt am geringsten ausgeprägt: Nur fünf Prozent gaben an, aktiv auf Suche zu sein, weitere 24 Prozent suchen gelegentlich.

Meistgenanntes Motiv der Österreicher für einen Arbeitgeberwechsel ist bessere Bezahlung: Ein höherer Betrag auf dem Gehaltszettel wäre – im Schnitt über alle Branchen – für 59 Prozent ein Wechselgrund. Ein „interessanterer Arbeitsinhalt“ wäre für 36 Prozent ein Motiv, kürzere Wege von und zur Arbeit für 26 Prozent.

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57 Prozent hielten mehr Gehalt für gerechtfertigt

Angesichts dessen überrascht es nicht, dass sich ein beachtlicher Teil der österreichischen Arbeitnehmer unterbezahlt fühlt: 43 Prozent halten ihre Bezahlung für gerade richtig, 57 Prozent finden hingegen, dass sie für ihre Leistung mehr bekommen sollten.

Im Schnitt wünscht man sich um 13,7 Prozent höhere Gehälter – wobei die Männer „fordernder“ sind als die Frauen: Während die Männer gerne durchschnittlich um 16,2 Prozent mehr hätten, möchten die Frauen 11,1 Prozent mehr aufs Konto.

Blickt man wieder auf die Branchen, so fällt die Forderung nach einem Plus im Sektor Banken und Versicherungswesen mit +9,0 Prozent am moderatesten aus. Die höchste Gehaltsaufstockung (+25,1 Prozent) wünscht man sich in der Industrie (Automobil- und Maschinen-/Anlagenbau).

Mehrheit beurteilt Gehaltsgefüge im Unternehmen als fair

Auf die Frage, ob das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens für fair gehalten wird, antworten im Sektor Banken und Versicherungswesen 61 Prozent mit Ja. Die meisten Ja-Stimmen gibt es im Handel (72 Prozent), die wenigsten im Sektor „Unternehmens- und sonstige Dienstleistungen“ (57 Prozent).

„Das Gehaltsgefüge im eigenen Unternehmen wird trotz empfundener Unterbezahlung weitgehend akzeptiert“, sagt Ingrid Rattinger, Managing Partner Talent bei EY Österreich.

„Das liegt allerdings möglicherweise auch daran, dass im eigenen Unternehmen oft der Vergleich fehlt. Daher müssen Personalabteilungen ein transparentes und nachvollziehbares Gehaltsgefüge etablieren.“

Großteil erachtet Arbeitsplatz als sehr oder ziemlich sicher

Sorgen um die Sicherheit des Arbeitsplatzes macht sich die Mehrheit nicht. 37 Prozent halten ihren Job für „sehr“, 47 Prozent für „ziemlich“ sicher. Signifikant: Bei Beschäftigten im öffentlichen Dienst und in Verbänden stufen 54 Prozent ihren Arbeitsplatz als sehr sicher ein, in der freien Wirtschaft tun dies nur 27 Prozent.

Die Branche „Banken und Versicherungswesen“ liegt hier eher am hinteren Ende: Lediglich 21 Prozent schreiben ihrer Stelle hohe Sicherheit zu. Nur bei Gesundheitsberufen ist der Anteil mit 17 Prozent geringer. Am höchsten ist er in der Gruppe „Unternehmens- und sonstige Dienstleister“ (33 Prozent).

Zum Herunterladen

Die „EY Jobstudie 2019 – Karriere und Wechselbereitschaft“ kann als PDF-Dokument (447 KB) von der EY-Website heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Jobsuche · Unternehmensberater
 
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