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Erfolgsfaktor Emotionen: Wer gut drauf ist, kommt gut an

21.9.2022 – Wer sich selbst und andere Menschen in gute Laune versetzen kann, hat beruflich und privat mehr Erfolg, sagt die Managementberaterin Barbara Liebermeister. Unsere Gedanken beeinflussen unsere Gefühle und Wirkung, so Liebermeister. Um glaubwürdig gut gestimmt zu sein, gebe es Techniken, die man sich aneignen. Wer nur schnell vor dem Termin eine „Maske“ aufsetze, wirke nicht authentisch.

Das folgende Interview mit Barbara Liebermeister ist ein Gastbeitrag, der von Profilberater GmbH zur Verfügung gestellt wurde. Das Gespräch führte Ronja Siemens.

Sie betonen in Ihren Führungskräftetrainings und Vorträgen immer wieder, Emotionen seien ein wichtiger Erfolgs- und Karrierefaktor – nicht nur bei Verkäufern, sondern auch Führungskräften. Was veranlasst Sie zu dieser Aussage?

Unsere Alltagserfahrung. Wenn wir etwas gerne tun, dann fällt es uns leicht und wir machen es auch besser. Und wir stecken andere Menschen mit unserer Begeisterung an. Oder anders formuliert: Wir nehmen sie für uns ein. Umgekehrt gilt: Wenn wir gegen etwas Widerwillen verspüren, dann fällt es uns schwer und wir strahlen dies auch aus.

Daraus folgern Sie: Wer gut drauf ist, kommt beruflich eher zum Ziel.

… und privat.

Die meisten Menschen sind aber nicht immer gut drauf?

Richtig. Deshalb sollten wir lernen, unsere Gefühle zu beeinflussen und zu steuern.

Geht das?

Ja, denn unsere Gefühle spiegeln unsere Gedanken wider. Wenn wir denken „Schon wieder muss ich eine Präsentation erstellen“, dann machen wir uns auch unwillig ans Werk.

Und wenn wir vorab denken „Bei dieser Verhandlung habe ich wenig Chancen“, dann gehen wir auch unsicher in sie, und unsere Erwartungen erfüllen sich wie von selbst.

Denn unsere Gefühle spiegeln sich in unserer Sprache und Körpersprache wider, und unsere Gesprächspartner reagieren entsprechend auf uns.

Wenn also unsere Gedanken unsere Gefühle und diese wiederum unser Verhalten beeinflussen, dann können wir, indem wir unsere Gedanken ändern, auch unsere Wirkung und somit unseren Erfolg beeinflussen.

Das klingt schlüssig. Doch was nutzt dieses Wissen zum Beispiel einer Führungskraft, der es vor einem schwierigen Mitarbeitergespräch graut?

Barbara Liebermeister (Bild: Liebermeister)
Barbara Liebermeister (Bild: Liebermeister)

Wenig, wenn die Führungskraft grundsätzlich lieber Fach- als Führungskraft wäre. Dann hat sie die falsche Position.

Anders ist es, wenn sie – wie jeder Mensch – mal einen schlechten Tag hat oder es ihr vor einem Gespräch zum Beispiel graut, weil sie dem oder den Mitarbeitern eine schlechte Nachricht verkünden muss. Dann kann sie ihre Gedanken und Gefühle durchaus verändern.

Wie?

Zum Beispiel, indem sie sich vor dem Gespräch bewusst macht, dass jedes Ding zwei Seiten hat.

Angenommen, einer Führungskraft graut es vor einem Gespräch, weil sie in ihm einem Mitarbeiter eine negative Rückmeldung geben und von ihm eine Verhaltensänderung einfordern muss. Dann kann sie denken: „Reine Zeitverschwendung. Der Mitarbeitende ändert sein Verhalten ja doch nicht.“

Sie kann aber auch denken: „Toll, endlich besteht die Chance, unsere Zusammenarbeit auf ein neues Fundament zu stellen“. Dann geht sie positiver und entspannter ins Gespräch. Insbesondere, wenn sie sich zudem vorab überlegt: Was kann mir in dem Gespräch eigentlich passieren? Höchstens, dass der Mitarbeiter die Notwendigkeit einer Verhaltensänderung nicht einsieht. Dann muss ich ihn eben auf die möglichen Konsequenzen hinweisen und ihm sagen: „Sie haben es in der Hand, ob …“

Wenn es aber gut läuft, dann habe ich eine ständige Quelle des Ärgers vom Hals und einen Mitarbeiter gewonnen, der mit mir an einem Strang zieht. Auch das steigert die Zuversicht und schon nimmt das Gespräch einen anderen Verlauf.

Welche Rolle spielen Selbstbewusstsein und Zuversicht?

Wenn wir selbstbewusst und zuversichtlich in ein Gespräch gehen, dann wirken wir auch souverän. Außerdem nehmen wir unsere Partner bewusster wahr.

Also können wir auch gezielter agieren und zum Beispiel, wenn uns eine Person – sei es ein Kunde, Mitarbeiter oder Vorgesetzter – beim Öffnen der Tür mürrisch entgegenblickt, trotzdem lächelnd auf sie zugehen und sagen: „Guten Tag, Herr Müller, Sie machen den Eindruck, als hätten Sie viel zu tun.“

Dann verändert sich die Situation meist schlagartig. Denn wir signalisieren unserem Gesprächspartner, dass wir uns für ihn als Person interessieren. Also öffnet er sich uns und wir können leichter unsere Ziele erreichen.

Das ändert aber nichts daran, dass jeder mal einen schlechten Tag hat.

Ja. Deshalb sollten sich Berufstätige einen Koffer voller Techniken zulegen, um ihre Gefühle kurzfristig zu beeinflussen.

Haben Sie hierfür ein Beispiel?

Oft genügt es vor einem wichtigen Gespräch, ein, zwei Minuten Grimassen zu schneiden – wie ein Clown. Wenn Sie das tun, merken Sie, wie sich bei Ihnen andere Gedanken und Gefühle einstellen.

Oder einfach nur lächeln. Wenn wir etwa eine Minute lächeln, signalisieren wir unserem Gehirn: „Es geht mir gut.“

Noch wirkungsvoller ist es, an eine Situation zu denken, in der Sie rundum zufrieden und mit sich eins waren und in Gedanken nochmals die Gefühle zu durchleben, die Sie damals empfanden. Zum Beispiel im Urlaub oder beim ersten Rendezvous mit Ihrem Liebsten. Auch dann stellen sich neue Gedanken und Gefühle ein.

Wer dies regelmäßig tut, lernt mit der Zeit, sozusagen auf Knopfdruck positive Gefühle in sich wach zu rufen.

Genügt es nicht, sich vor wichtigen Gesprächen einen Ruck zu geben und ein Smiley-Gesicht aufzusetzen?

Nein. Denn dann lächelt zwar unser Mund, aber der restliche Körper sendet andere Signale aus. Und insbesondere unsere Augen, die der Spiegel unserer Seele sind, sprechen eine andere Sprache.

Dies spürt unser Partner – bewusst oder unbewusst. Deshalb erlebt er uns als nicht authentisch und somit unglaubwürdig. Also geht er auf Distanz.

Eine Erfahrung, die Sie gewiss auch schon gesammelt haben – zum Beispiel, wenn ein Verkäufer Sie herzlich begrüßte, Sie aber spürten: „Das kommt nicht von Herzen.“

Und deshalb dachten: „Falsche Schlange.“

Richtig. Ähnlich ist es, wenn jemand eine übertriebene Selbstsicherheit zur Schau stellt. Auch das spüren wir instinktiv. Deshalb wirkt ein aufgesetztes Verhalten meist kontraproduktiv.

Entsprechend wichtig ist es, dass wir lernen, unsere Gedanken und somit Gefühle so zu beeinflussen, dass unser Verhalten echt wirkt, weil es echt ist. Denn nur dann können wir andere Menschen für uns begeistern.

Barbara Liebermeister leitet das Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ), Frankfurt. Die Managementberaterin und Vortragsrednerin ist unter anderem Autorin des im Gabal-Verlag erschienenen Buchs „Die Führungskraft als Influencer: In Zukunft führt, wer Follower gewinnt“ sowie Betreiberin des Podcasts „Business Secrets“.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Mitarbeiter · Steuern
 
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