Wie Beschäftigte die Digitalisierung empfinden

8.7.2019 – Der Bank- und Versicherungssektor scheint von der Digitalisierung besonders breit betroffen zu sein, wenn es nach den Antworten von Beschäftigten in einer aktuellen EY-Umfrage geht. Neun Prozent geben an, dass die Digitalisierung großen Einfluss auf ihre Arbeit hat. Nahezu jeder rechnet künftig mit weiteren Veränderungen. Rund ein Drittel hat zumindest ein bisschen den Gedanken im Hinterkopf, dass das den eigenen Job gefährden könnte.

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Wie sehen Österreichs Beschäftigte die Auswirkungen der Digitalisierung auf ihre Berufstätigkeit? Das hat die Unternehmensberatung EY im Rahmen ihrer „Jobstudie 2019“ erhoben, 1.001 Personen wurden hierfür im März befragt. Die Resultate hat EY kürzlich veröffentlicht.

Zu den Branchen, für die die Studie gesondert Ergebnisse ausweist, gehört der Sektor „Banken, Versicherungswesen“, wobei hier auch Vermittlerunternehmen erfasst wurden. Insgesamt wurden im Bereich „Banken, Versicherungswesen“ 66 Personen befragt.

Weiter „aufgesplittet“ wurde dieser Sektor nicht. EY teilte dem VersicherungsJournal aber mit, dass die Ergebnisse im Bereich Versicherungswesen „im Wesentlichen den Ergebnissen des gesamten Bereichs ‚Banken, Versicherungswesen‘ [entsprechen]“.

Digitalisierung hat großen Einfluss auf die Arbeit

In Summe gaben mehr rund zwei Drittel aller 1.001 Befragten an, die Digitalisierung habe aktuell einen eher oder sehr großen unmittelbaren Einfluss auf ihre Arbeit.

Besonders stark ausgeprägt ist diese Einschätzung unter den sieben ausgewiesenen Sparten in der Telekommunikation, gleich dahinter folgt bereits der Bank- und Versicherungssektor, wo 48 Prozent „sehr“ und 44 Prozent „eher“ großen Einfluss sehen.

Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeit (Grafik: EY)
Zum Vergrößern Grafik anklicken (Quelle: EY).

Anwendungen, Geräte, Prozesse

EY-Partnerin Ingrid Rattinger (Bild: EY Österreich)
EY-Partnerin Ingrid Rattinger
(Bild: EY Österreich)

Wie wirkt sich die Digitalisierung konkret auf die Arbeit aus? Eine besonders häufig genannte Konsequenz ist – alle Branchen zusammengenommen – der Einsatz neuer Programme und IT-Anwendungen (45 Prozent: „starke“, 37 Prozent „leichte“ Auswirkungen).

Ebenfalls oft genannt: die Verwendung neuer internetfähiger Arbeitsgeräte wie Tablets oder Smartphones (38 Prozent „stark“, 34 Prozent „leicht“).

Digitalisierung und Automatisierung von Abläufen haben für 29 Prozent starke und für 37 Prozent leichte Auswirkungen.

Digitalisierung hat bereits für drei Viertel Arbeit verändert

Dass neue Technologien bereits in der Vergangenheit Teile ihrer Arbeit ersetzt haben, gaben im Bank- und Versicherungssektor 73 Prozent an (20 Prozent: „erheblich“, 53 Prozent: „geringfügig“). Das ist der höchste Wert unter den Branchen. An zweiter Stelle folgt die Telekommunikation (55 Prozent).

Mit einer auch in Zukunft weiter voranschreitenden, mehr oder minder stark ausgeprägten Veränderung der Arbeitsaufgaben in Folge der Digitalisierung rechnet man ebenfalls vor allem in der Telekommunikation sowie im Bank- und Versicherungswesen.

In beiden Sektoren erwarten jeweils rund 50 Prozent „erhebliche“ und rund 40 Prozent „leichte“ Veränderungen.

Künftige Veränderungen durch die Digitalisierung (Grafik: EY)
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Man fühlt sich auf die digitale Zukunft vorbereitet

Offenbar fühlt man sich im Bank- und Versicherungswesen besonders zukunftsfit: „Fühlen Sie sich den Veränderungen, die die Digitalisierung in Ihrem Job mit sich bringt, gewachsen?“ Mit „selten“ oder „nie“ antwortete in diesem Wirtschaftssektor niemand.

Für Veränderungen gerüstet? (Grafik: EY)
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Trotzdem scheint die Befürchtung, dass der Arbeitsplatz aufgrund technologischen Fortschritts verlorengehen könnten, im Bank- und Versicherungsbereich überdurchschnittlich groß: Fünf Prozent machen sich Sorgen „in erheblichem Umfang“, weitere 30 Prozent „geringfügig“.

In allen anderen Branchen ist der Gesamtwert niedriger, am niedrigsten in der Industrie (14 Prozent).

In Bildungsangebote investieren und Mitarbeiter einbinden

„Auch wenn die Mehrheit der Arbeitnehmer der Digitalisierung gegenüber positiv gestimmt ist und sich an die Veränderungen anpasst, gibt es auch eine gewisse Angst vor der Zukunft“, fasst Ingrid Rattinger, Managing Partnerin Talent bei EY Österreich, zusammen.

„Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung in den nächsten zehn Jahren auf meinen Job? Diese Frage ist bei den rasanten Entwicklungen schwierig zu beantworten“, so Rattinger weiter.

Daher sei es wichtig, „in die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern zu investieren und sie bei wichtigen digitalen Veränderungen von Beginn an zu involvieren“.

Zum Herunterladen

Die „EY Jobstudie 2019 – Digitales Arbeiten“ kann als PDF-Dokument (534 KB) von der EY-Website heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausbildung · Digitalisierung · Marktforschung · Mitarbeiter · Vermittlerunternehmen
 
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