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... und der Strom kommt aus der Steckdose!

25.9.2012 – So weltfremd die Beteuerungen von AK, Gewerkschaft etc. zum Thema Pensionssicherheit auch scheinen mögen, so sehr muss sich die Vorsorgebranche auch selbst bei der Nase nehmen, nicht zeitgerecht für vernünftigere An- und Einsichten gesorgt zu haben.

Dazu gehört auch, auf den Widerspruch zwischen jenen, die immer von der sicheren Pension plaudern – die sie selbst zumeist auch haben (weil in geschützten Bereichen tätig) – und jenen, deren Interessen man vorgeblich vertritt, hinzuweisen.

Wenn die obersten Pensionistenvertreter Khol und Blecha über Pensionen reden, dann sprechen die Blinden von der Farbenlehre – denn beide haben die „alte“ Politikerpension, die ein Vielfaches der ASVG-Durchschnittspension beträgt.

Auch die Erfinder der Pensionsreform unter der vorvorigen Regierung haben zwar Selbstständige und ASVG-ler kräftig beschnitten, sich selbst aber für das alte System entschieden und den Beamten Übergangsregelungen bis zum Jahr 2030 zugestanden. SO lässt es sich leicht reden.

Wenn die AK nun sagt, dass mit mehr Beschäftigung sich alles leicht ausgeht oder ausginge, dann stellt sich die Gegenfrage, wieso man diese Mehrbeschäftigung nicht längst hergestellt hat. Die gleichen Sätze habe ich nämlich schon 1984 vom damaligen Sozialminister Geppert gehört.

Erstaunlich ist auch, daß jene, die jetzt die Pensionsproblematik thematisieren, zumeist selbst längst in Pension sind (meist mit tollen Versorgungen), jedenfalls im Schnitt aber deutlich über dem Pensionsanfallsalter liegen. Wieso stehen nicht jene auf, die jedenfalls betroffen sein werden – und zwar empfindlichst? Haben alle unter 50 schon resigniert? Oder glauben die noch immer an den Osterhasen, nur weil diverse Politiker und „Interessensvertreter“ ihnen das suggerieren? Oder wissen sie einfach nicht, wie ernst die Lage ist?

In der tagespolitischen Diskussion darf man jene nicht aus der Verantwortung entlassen, welche gegen jede demografische, budgetäre und beschäftigungspolitische Realität von den sichereren Pensionen schwadronieren, selbst nicht betroffen sind, aber dafür mit diesen Einlullungen jene von Eigenvorsorge abhalten, die noch Zeit dafür hätten.

Wenn die Pensionen wirklich so sicher sind – liebe Pensionsschönredner –, dann wird es für euch doch doch kein Problem darstellen, zur Bekräftigung dieser sicheren Pensionen eine teilweise Abtretung der eigenen Pension vorzunehmen; der Prozentsatz, der in 10 oder 20 Jahren bei den dann geltenden ASVG-Pensionen gekürzt ist, wird euch auch abgeschöpft. Am besten samt grundbücherlicher Sicherstellung – das wird ja wohl kein Problem sein, wenn eh alles so sicher ist, oder?

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@unabhaengigeswirtschaftsforum.at

zum Artikel: „Wie sich Experten ein neues Pensionssystem vorstellen”.

Leserbriefe zum Leserbrief:

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