2020 deutlich weniger Delikte

10.6.2021 – Die Zahl der Verurteilungen erreichte 2020 mit 25.586 einen historischen Tiefststand, teilt die Statistik Austria mit. Die Zahl der Delikte sank gegenüber 2019 um 11,4 Prozent auf 42.502. Ein knappes Drittel davon betraf strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen.

Vergangenes Jahr gab es in Österreich 25.586 gerichtliche Verurteilungen, meldete die Statistik Austria am Mittwoch. Das ist gegenüber 2019 ein Rückgang um 13,7 Prozent.

2020 „gab es bei der Zahl der Verurteilungen den größten relativen Rückgang seit der Einführung der Diversion im Erwachsenenstrafrecht im Jahr 2000“, kommentiert Generaldirektor Tobias Thomas.

Nach einem nahezu stetigen Rückgang seit 2005 seien die Verurteilungen damit abrupt auf einen historischen Tiefstwert abgesackt, so Thomas weiter.

Verurteilungen für 42.502 Delikte

Wie aus der gerichtlichen Kriminalstatistik weiter hervorgeht, lagen den Verurteilungen 42.502 Delikte zugrunde. Jede Verurteilung umfasste im Schnitt also 1,66 Delikte.

„Insgesamt wurden 23.716 Personen rechtskräftig verurteilt, das entspricht durchschnittlich 1,08 Verurteilungen pro Person“, erläutert die Statistik Austria.

Deutlich weniger Verurteilungen wegen Eigentums- und Suchtmitteldelikten

Die Zahl der Delikte laut gerichtlicher Kriminalstatistik nahm 2020 im Vergleich zu 2019 um 11,4 Prozent ab. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass sich 2020 rechtskräftig gewordene Urteile auch auf Taten eines früheren Jahres beziehen können.

Zum Vergleich: Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnete 2020 einen Rückgang der Anzeigen um 11,3 Prozent. Die PKS erfasst, anders als die GKS, nicht Verurteilungen, sondern die bei der Polizei angezeigten und an das Gericht übermittelten Straftaten.

Fast ein Drittel Vermögensdelikte

Zurück zur gerichtlichen Kriminalstatistik. Die größte Deliktgruppe bildeten, wie auch im Vorjahr, strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen (12.926 bzw. 30,4 Prozent aller Delikte).

Danach folgen Delikte gegen Leib und Leben (18,2 Prozent) und Delikte nach dem Suchtmittelgesetz (16,6 Prozent).

10,0 Prozent betrafen strafbare Handlungen gegen die Freiheit, 3,4 Prozent solche gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung. Delikte nach dem Finanzstrafgesetz machten 0,5 Prozent der Delikte aus.

Veränderungen

Bei manchen Delikten gab es überdurchschnittlich starke Rückgänge. Das gilt etwa für Delikte nach dem Finanzstrafgesetz (–27,4 Prozent), Diebstahl (–20,3 Prozent) oder (grob) fahrlässige Tötung (–17,3 Prozent).

Bei einigen wenigen Delikten kam es zu einem Anstieg. Das war insbesondere bei pornographischen Darstellungen Minderjähriger (+18,0 Prozent) und fortgesetzter Gewaltausübung der Fall (+15,8 Prozent).

Gerichtliche Kriminalstatistik: Anzahl von Delikten

Strafbare Handlung

2020*

+/–
ggü. 2019

Str. H. gegen fremdes Vermögen

– darunter Diebstahl

– darunter Betrug

– darunter (schwere) Sachbeschädigung

12.926

5.309

2.388

2.098

–12,8 %

–20,3 %

–6,3 %

–3,5 %

Str. H. gegen Leib und Leben

– darunter Körperverletzung

– darunter fahrlässige Körperverletzung

– darunter schwere Körperverletzung

– darunter (grob) fahrlässige Tötung

– darunter Mord

7.727

3.968

1.044

1.801

124

86

–8,8 %

–9,1 %

–15,7 %

–1,2 %

–17,3 %

+/–0 %

Delikte nach dem Suchtmittelgesetz

7.039

–16,4 %

Str. H. gegen die Freiheit

– darunter gefährliche Drohung

– darunter fortgesetzte Gewaltausübung

4.269

2002

169

–3,1 %

+1,0 %

+15,8 %

St. H. gegen sexuelle Integrität u. Selbstbest.

– darunter Vergewaltigung

– darunter pornogr. Darstellungen Minderjähriger

– darunter (schwerer) sexueller Missbrauch Unmündiger

1.432

100

676

228

+8,3 %

+2,0 %

+18,0 %

+1,3 %

Delikte nach dem Finanzstrafgesetz

199

–27,4 %

Gesamt

42.502

–11,4 %

 
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