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Atradius: „Erhebliche Risiken“ durch Zahlungsausfälle

25.11.2021 – 57 Prozent der Forderungen am Fälligkeitstag noch ausständig, nach 33 Prozent in der Vorjahresbefragung, die Ausfälle fast vervierfacht auf 12 Prozent – dieses Bild zeichnet ein neuer Atradius-Bericht, der drei große Wirtschaftssektoren betrachtet.

Bei vielen Unternehmen österreichischer Kernbranchen habe sich die Zahlungsmoral der B2B-Kunden in den vergangenen zwölf Monaten deutlich verschlechtert. Das meldet Kreditversicherer Atradius N.V. in seinem neuesten „Zahlungsbarometer“.

In die im dritten Quartal 2021 durchgeführte Studie wurden 203 Unternehmen aus den drei Sektoren Agrar- und Ernährungswirtschaft, Chemie sowie Transport einbezogen.

Insgesamt waren bei ihnen in den vergangenen zwölf Monaten 57 Prozent der Forderungen am Fälligkeitstag noch nicht bezahlt. In der Vorjahresbefragung waren es nur 33 Prozent.

Wert der Zahlungsausfälle fast vervierfacht

„Noch ärger“ stelle sich die Situation bei den Zahlungsausfällen dar, teilt der Versicherer mit.

„Branchenübergreifend konnten die befragten Firmen in den vergangenen zwölf Monaten 11 Prozent der Außenstände nicht einziehen und mussten sie abschreiben – ein deutlicher Anstieg zur Vorjahresbefragung (3 Prozent)“, so Atradius.

  • Studienteilnehmer in der Agrar- und Ernährungswirtschaft konnten 10 Prozent des Gesamtwerts ihrer Forderungen nicht einziehen und mussten sie als uneinbringlich abschreiben.
  • In der Chemiebranche mussten bei den befragten Firmen 13 Prozent als Verlust verbucht werden (Vorjahresbefragung: 7 Prozent).
  • In der Transportbranche steigerte sich der entsprechende Betrag von 2 auf 12 Prozent.

Neben Zusatzkosten Dominoeffekt möglich

Neues Atradius-Zahlungsbarometer (Cover; Bild: Atradius)
Neues Atradius-Zahlungsbarometer
(Cover; Bild: Atradius)

Die aktuelle Entwicklung der Zahlungsmoral berge „erhebliche Risiken“ für Österreichs Wirtschaft, sagt der Atradius-Generaldirektor für Österreich, Ungarn und Südosteuropa, Franz Maier.

Eine Verzögerung oder gar ein Forderungsausfall verursache nicht nur Zusatzkosten, sondern könne auch einen Dominoeffekt auslösen.

Maier: „Die Folgen reichen von der Verschiebung von Investitionen in wichtige Zukunftsprojekte für das eigene Unternehmen über verzögerte Bezahlung der eigenen Lieferanten und Mitarbeiter bis hin zur eigenen Folgeinsolvenz.“

Und weiter: „Gerade in der jetzigen Situation, in der sich die Ausführung zahlreicher Aufträge aufgrund der weltweiten Lieferkettenprobleme verzögert und den Cashflow belasten, kann ein solcher Ausfall noch gravierendere Folgen haben.“

Steigender Aufwand

Parallel zum erhöhten Forderungsrisiko habe ein signifikanter Teil der Befragten angegeben, das Risiko für Forderungsausfälle in den vergangenen Monaten verstärkt im eigenen Unternehmen gelassen zu haben, so Atradius. Der Großteil habe von erhöhtem Aufwand und steigenden Kosten zur Einziehung überfälliger Forderungen berichtet.

„Es überrascht, dass doch eine beträchtliche Zahl an Unternehmen zuletzt diesen Weg gewählt hat, da er Firmen sehr häufig teuer zu stehen kommt“, kommentiert Maier. „Schon ein kleinerer Zahlungsausfall erfordert viel Mehraufwand, um ihn zu kompensieren. Unternehmen, die ihre Forderungen absichern, haben diese Belastungen nicht.“

Reservierter Optimismus

Für 2022 zeigt sich laut der Erhebung ein Großteil der Befragten optimistisch. 60 Prozent der Unternehmen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft gehen von guten Wachstumschancen aus. In der Chemie tun dies 78 Prozent, im Transport 87 Prozent.

Zugleich werde aber auch mit erheblichen Herausforderungen hinsichtlich der Liquiditätslage gerechnet, unter anderem durch steigende Insolvenzen. In der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie im Transportsektor wolle jeweils rund ein Drittel der Befragten Zahlungsziele anbieten, um die Vertriebsaktivitäten zu unterstützen.

Maier hält es aus vertrieblicher Sicht für „sehr sinnvoll, seinen potenziellen Kunden Zahlungsziele anzubieten, um im Wettbewerb um Aufträge am Ende die Nase vorn zu haben“. Jedoch, so Maier, „sollte eine Forderung bei der Zahlungsmodalität ‚auf Rechnung‘ versichert sein, sonst geht das Konzept am Ende des Tages möglicherweise nicht auf“.

Zum Herunterladen

Die Ergebnisse des „Zahlungsmoralbarometers“ können als PDF-Dokument von der Atradius-Website heruntergeladen werden.

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