3.7.2026 – 57 Prozent der Installateure gaben in einer VAV-Umfrage an, dass Kunden zunehmend Produkte vorab kaufen und sie dann nur mit der Installation beauftragen. Rund die Hälfte der Betriebe nimmt solche Aufträge an. Von diesen wiederum hat knapp die Hälfte bereits mit Reklamationen oder Schäden – und letztlich mit Kosten – zu tun gehabt, die auf mangelnde Eignung des vom Kunden beigestellten Produktes zurückzuführen gewesen seien. Ein Zehntel dieser Unternehmen hat offenbar unzureichenden Versicherungsschutz oder kann dazu keine Angaben machen.

Kunden von Installateuren beschaffen Sanitär- und Haustechnikprodukte zunehmend in Eigenregie und beauftragen die Installationsunternehmen nur noch mit der Montage.
Dies besagen Ergebnisse einer Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Telemark Marketing von 14. April bis 5. Mai 2026 im Auftrag der VAV durchgeführt hat.
Befragt wurden 200 Installateurbetriebe. 94 Prozent davon sind hauptsächlich im Bereich Heizung/Sanitär tätig, in den Bereichen Elektro und Photovoltaik 7 bzw. 5 Prozent. 3 Prozent haben andere Schwerpunkte (Mehrfachnennungen möglich).
30 Prozent bemerkten eine starke Zunahme des eingangs beschriebenen Kundenverhaltens in den letzten fünf Jahren. Weitere 27 Prozent sagten, es habe „etwas“ zugenommen.
Als Motiv für die Trennung von Produktkauf und Installation sehen die Installateure ganz überwiegend die Erwartung einer Preisersparnis (89 Prozent). 15 Prozent halten Werbung für einen wesentlichen Faktor. 6 Prozent meinen, dass es eine Frage der größeren Auswahl ist, 3 Prozent eine der Produktverfügbarkeit.
Wie oft kommt es nun tatsächlich vor, dass Kunden ein Produkt vorab separat kaufen und dann nur noch den Auftrag zur Installation erteilen?
Laut einem Viertel der Betriebe tritt dies „sehr häufig“ oder „häufig“ auf, bei 27,5 Prozent gelegentlich, bei knapp der Hälfte (39,5 Prozent) selten. Insgesamt haben also 185 befragte Unternehmen mit diesem Kundenverhalten Erfahrung gemacht.
Meist ging es dabei um Sanitärprodukte (bei 87 Prozent der 185 betroffenen Unternehmen). In nur wenigen Fällen kam es bei Heizgeräten bzw. Wärmepumpen (8 Prozent), Photovoltaikkomponenten (4 Prozent) und im Bereich Elektro/Smart Home (4 Prozent) vor.
Wie gehen die Betriebe vor, wenn Kunden Produkte bereits selbst beschafft haben? 45,5 Prozent lehnen eine Montage in diesem Fall ab. 4,0 Prozent führen sie ohne Einschränkungen durch.
Die restlichen 50,5 Prozent sind zwar bereit, sie durchzuführen, jedoch nur unter Bedingungen: Zumeist wird der Ausschluss der Gewährleistung für die Produkte (65,3 Prozent) und eine Haftung ausschließlich für die Montageleistung (34,7 Prozent) genannt. Ein Viertel verlangt einen Aufpreis.
Nahezu alle (87 Prozent), die eine Montage anbieten, hätten es als „sehr sinnvoll“ empfunden, wenn der Kunde vor dem Produktkauf Rücksprache mit ihnen gehalten hätte.
Jeder vierte Betrieb (24 Prozent), der Fremdprodukte montiert, hatte schon einmal Reklamationen oder Schäden aufgrund mangelnder Eignung des beigestellten Produkts; jeder fünfte (19 Prozent) bereits mehrfach. Meist handelte es sich um Wasserschäden, oft auch um Funktionsausfälle.
In 67 Prozent dieser Fälle mussten die Kunden die Schadenkosten selbst tragen; in 12 Prozent traf die Haftung den Installateur, beim restlichen Fünftel traf es beide.
„Wasserschäden zählen zu den häufigsten und zugleich kostspieligsten Schäden. Die fachliche Beratung und Ausführung durch qualifizierte Installationsbetriebe bleiben daher wesentliche Faktoren für Sicherheit und Werterhalt“, sagt Werner Blaschke, Ressortleiter Firmengeschäft der VAV.
„Dadurch werden Risiken reduziert und spätere Unklarheiten bei Haftungs- und Versicherungsfragen vermieden“, fügt Blaschke hinzu.
Die Betriebe, die Fremdprodukte montieren, wurden auch gefragt, ob sie für Schäden, die den Kunden entstehen, ausreichend versichert sind.
82 Prozent antworteten „ja, vollständig“. Weitere 6 Prozent sagten „eher ja“. Lediglich 3 Prozent gaben an, nicht oder eher nicht ausreichend versichert zu sein.
Immerhin 9 Prozent konnten nicht sagen, ob ihr Versicherungsstatus hierfür ausreicht („weiß nicht“).
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