Mehr künstliche Intelligenz im Vertrieb?

15.10.2020 – Für regelbasierte maschinelle Intelligenz gibt es reichlich Anwendungsfälle, ein Roboter wird aber so bald nicht den menschlichen Berater ersetzen, meint Ralf Widtmann, CEO des Insurtechs Riskine.

„Künstliche Intelligenz“ ist ein großes Wort. Nicht jeder Chatbot ist schon eine „KI“ im engeren Sinn, nur weil man mit ihm ein paar Sätze wechseln und ihn zum Beispiel nach den Kontaktdaten des nächsten Beraters fragen kann.

Darauf machte auch Ralf Widtmann, CEO des Wiener Insurtechs Riskine GmbH, beim Insurance Forum Austria am Montag im burgenländischen Rust aufmerksam. „KI ist ein schwieriger Begriff“, sagte Widtmann.

Genug Anwendungsfälle im Vertrieb

Nichtsdestoweniger: Anwendungsfälle für regelbasierte Verfahren für die Verarbeitung großer Datenmengen, wie sie etwa auch in Beratungsstrecken mit Tarifberechnungen vorzufinden sind, gebe es im Vertrieb genug.

Ob KI im weiteren Sinne in Standardsituation denkbar und sinnvoll einsetzbar ist? Je einfacher der „use case“, umso stärker werde ein maschineller Arbeitsansatz in den Fokus rücken, meint der Geschäftsführer des Insurtechs.

Als virtuelles Produkt biete Versicherung hier viele Möglichkeiten. „In der Haushaltsversicherung kommt man sehr weit“, sagte Widmann – anders als etwa in der komplexeren Gewerbeversicherung oder auch in der Krankenversicherung.

Der Nutzer setzt die Limits, nicht die Technik

Limitierender Faktor sei dabei aber nicht die Technik, sondern der Nutzer, betonte Widtmann. Der Nutzer werde jedoch auch durch das Angebot „erzogen“, das ihm zugänglich gemacht wird.

Österreich sei da „konservativ“, trotzdem ist es für Widtmann „Fakt“, dass maschinelle Intelligenz zunehmend Einzug halten wird, auch wenn es hierzulande länger dauern mag als in anderen Märkten. Schließlich werde es auch zusehends normaler, dass „mit dem Telefon geredet“ wird.

Noch längere Zeit kein Robo-Berater

Dass der interessierte Konsument mit einem Algorithmus über sein Versicherungsportfolio beratschlagt, bleibt Widtmanns Einschätzung nach bis auf Weiteres aber Zukunftsmusik: „Es wird noch Jahre dauern, dass ein Chatbot den erfahrenen Berater ersetzt.“

Das Motto derweil: Die Beratung mag von der „Maschine“ gestützt erfolgen, um die Beziehungsebene kümmert sich aber der Berater. Je breiter und „unklarer“ die Materie wird, desto stärker könne der Mensch seine Stärken ausspielen.

Aus Maklerperspektive gibt es Widtmanns Ansicht nach andere, wichtigere „Baustellen“ als den Robo-Berater, beispielsweise die Schnittstellen-Thematik.

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Haushaltversicherung · Insurtech
 
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