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Warum Versicherungskunden Schlichtung anfordern

18.5.2020 – Rund 800 Schlichtungsanträge sind 2019 bei der Verbraucherschlichtung Austria eingegangen. Zwölf Prozent betrafen den Versicherungssektor. Häufige Problemfelder: unterschiedliche Ansichten über das Vorliegen eines Versicherungsfalls, die Höhe der Versicherungsleistung oder der Zeitpunkt der nächsten Kündigungsmöglichkeit.

Wenn sich zwei streiten, muss es nicht immer gleich vor Gericht enden. Eine andere Option ist der Gang zur Schlichtung für Verbrauchergeschäfte („Verbraucherschlichtung Austria“) – sie ist eine von acht vom Bundesgesetz über alternative Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten (AStG) anerkannten Schlichtungsstellen.

Die Verbraucherschlichtung Austria bietet seit Jänner 2016 Schlichtungsverfahren zwischen Unternehmen und Konsumenten an. Sie ist als gemeinnütziger Verein organisiert.

Vier Fünftel der Schlichtungsversuche erfolgreich

2019 schloss die Einrichtung 826 Fälle ab (+22,0 Prozent gegenüber 2018), davon 139 in Form einer Ablehnung der Fallbehandlung beispielsweise mangels Zuständigkeit oder weil der Antrag zurückgezogen wurde. In 131 Fällen lehnte das betroffene Unternehmen die Teilnahme am Verfahren ab.

Von den übrigen 556 Fällen konnten vier Fünftel (81,3 Prozent) mit einer Einigung zwischen Unternehmen und Verbraucher abgeschlossen werden. Legt man als Basis auch jene Fälle zu Grunde, in denen das Unternehmen eine nicht teilnehmen wollte, beträgt die Erfolgsquote 65,8 Prozent.

Etwas mehr als drei Viertel der 826 Fälle spielten sich hinsichtlich des Streitwerts in einem Bereich von bis zu 1.000 Euro ab.

Streitwerte 2019 (und Veränderung gegenüber 2018)

Streitwertbereich

Fälle

+/–

Streitwertbereich

Fälle

+/–

bis 100 Euro

303

+49,3 %

5.001 – 10.000 Euro

18

–41,9 %

101 – 1.000 Euro

347

+30,5 %

mehr als 10.000 Euro

42

–30,0 %

1.001 – 5.000 Euro

116

–0,9 %

Summe

826

+22,0 %

Zwölf Prozent betrafen 2019 Versicherungen

2019 gingen insgesamt 814 Schlichtungsanträge bei ihr ein, eine Zunahme um 16,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei 28 (2018: 18) davon jedoch in den Zuständigkeitsbereich anderer Schlichtungsstellen fielen.

Der relativ größte Anteil an Anträgen betraf den Handel: 181 Anträge oder 23,0 Prozent der Anträge, für die die Verbraucherschlichtung zuständig war, sind diesem Bereich zuzuordnen, gegenüber 2018 nahm ihre Anzahl um ein Fünftel zu.

Jahresbericht der VSA (Cover; Quelle: Verbraucherschlichtung)
Jahresbericht 2019 (Cover; Quelle: VSA)

Nach „diversen Dienstleistungen“ – dazu zählen etwa Fitnesscenter, Reinigung, Friseur, Rechtsanwälte – und Reisen scheint der Sektor Versicherung an vierter Stelle auf. Hier wurden 94 Schlichtungsanträge registriert, zwei Fälle weniger als 2018. Der Anteil der versicherungsbezogenen Anträge sank damit von 14,1 auf 12,0 Prozent.

Das übrige Drittel der Anträge verteilte sich auf die Bereiche Spenden, Fernwärme, Handwerk, Wohnen, Fremdwährungskredit und „Sonstiges“.

Die Anliegen der Versicherungsnehmer

„Im Versicherungssektor bestehen oft unterschiedliche Ansichten über das Vorliegen eines Versicherungsfalls, die Höhe der zustehenden Versicherungsleistung oder den Zeitpunkt der nächsten Kündigungsmöglichkeit.“

Der Jahresbericht 2019 führt ein konkretes Beispiel aus dem Bereich Versicherung an. Darin geht es um einen mehrwöchigen Auslandsaufenthalt, der krankheitsbedingt – nach einem Spitalsaufenthalt vor Ort – vorzeitig abgebrochen werden musste.

Laut dem Bericht übernahm die Reisekrankenversicherung die Kosten für den Spitalsaufenthalt und sagte eine Übernahme der zusätzlichen Heimreisekosten zu, überwies diese dann aber nicht an die Versicherungsnehmerin.

„Nach Kontaktaufnahme der Verbraucherschlichtung mit dem Versicherungsunternehmen prüfte dieses den Fall erneut und erstattete anschließend alle noch offenen Kosten in Höhe von rund 1.500,– Euro.“

Zum Herunterladen

Der Jahresbericht 2019 kann von der Website der Schlichtung für Verbrauchergeschäfte heruntergeladen werden.

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Reisekrankenversicherung
 
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