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Wie sich die Anzahl der Arbeitsunfälle entwickelt

22.9.2020 – 2019 wurden 122.674 Arbeitsunfälle von der Sozialversicherung anerkannt – ein Rückgang gegenüber 2018. Damit bestätigt sich ein langfristig rückläufiger Trend. Eine steigende Tendenz ortet die Statistik Austria jedoch bei tödlichen Berufskrankheiten. Ihre Anzahl hat sich in den letzten 20 Jahren verneunfacht.

122.674 Versicherungsfälle hat die Sozialversicherung 2019 im Zusammenhang mit der Berufstätigkeit anerkannt. 275 Fälle nahmen einen tödlichen Verlauf, 2018 waren es 280 gewesen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Statistik Austria hervor; Schüler und Studenten sind darin nicht berücksichtigt.

Der weitaus größte Teil davon – 107.038 oder 87,3 Prozent – waren Arbeitsunfälle im engeren Sinn, 14.222 (11,6 Prozent) waren Wegunfälle. In beiden Kategorien waren die Zahlen gegenüber 2018 rückläufig.

In 1.414 Fällen handelte es sich um Berufskrankheiten (0,12 Prozent), das sind einerseits um 3,1 Prozent mehr als 2018, andererseits im langfristigen Vergleich eine relativ geringe Anzahl.

Versicherungsfälle langfristig rückläufig

Die Anzahl der anerkannten Arbeitsunfälle im engeren Sinn hat sich in den vergangenen Jahrzehnten – mit Schwankungen – verringert. 1990 lag sie noch bei 188.870, zuletzt (2019) war sie somit um 43,3 Prozent niedriger.

Dieser Tendenz folgend, hat sich auch die Gesamtanzahl der anerkannten Versicherungsfälle reduziert, von über 209.349 im Jahr 1990 – dieser Stand wurde seither nicht mehr erreicht – auf zuletzt 58,6 Prozent dieses Werts. Seither hatte es nur 2016 (120.670) und 2015 (118.771) weniger Fälle gegeben.

Mehr tödlich verlaufene Berufskrankheiten

Eine Zunahme zeige sich indes bei den tödlichen Berufskrankheiten, stellt die Statistik Austria fest. „Ihre Zahl hat sich seit dem Jahr 1999 auf das Neunfache erhöht. Im Jahr 2019 haben 8,3 % aller anerkannten Berufskrankheiten einen tödlichen Ausgang genommen (1999: 0,9 %).“

Zwar gab es hier von Jahr zu Jahr ebenfalls, teils merkliche, Schwankungen. In der Gesamtbetrachtung fällt jedoch eine steigende Tendenz auf. Seit 2011 lag die Anzahl der tödlich verlaufenden Berufskrankheiten stets über 100.

Anerkannte Versicherungsfälle (in absoluten Zahlen)

Kategorie

1990

2000

2010

2018

2019

Arbeits-unfälle

188.870 (337)

130.239 (232)

117.959 (185)

109.997 (148)

107.038 (126)

Wegunfälle

18.246 (111)

13.198 (71)

14.059 (52)

14.494 (29)

14.222 (32)

Berufs-krankheiten

2.233 (18)

1.516 (13)

1.837 (73)

1.371 (103)

1.414 (117)

Summe

209.349 (466)

144.953 (316)

133.855 (310)

125.862 (280)

122.674 (275)

Relative Verringerung noch deutlicher

Über die Jahre hat sich freilich auch die Anzahl der Unfallversicherten geändert. Setzt man die Anzahl der Arbeitsunfälle – wiederum ohne Schüler und Studenten – ins Verhältnis zur Größe der Versichertengemeinschaft, so fällt der Rückgang noch deutlicher ins Auge.

1990 kamen den Daten zufolge auf 100.000 Unfallversicherte 5.596,2 anerkannte Versicherungsfälle. 2019 waren es 2.382,1, das entsprich 42,6 Prozent des Werts von 1990.

Anerkannte Versicherungsfälle auf 100.000 Unfallversicherte

Kategorie

1990

2000

2010

2018

2019

Arbeits-unfälle

5.048,8 (9,0)

2.959,0 (5,3)

2.537,9 (4,0)

2.164,5 (2,9)

2078,5 (2,4)

Wegunfälle

487,7 (3,0)

299,9 (1,6)

302,5 (1,1)

285,2 (0,6)

276,2 (0,6)

Berufs-krankheiten

59,7 (0,5)

34,4 (0,3)

39,5 (1,6)

27,0 (2,0)

27,5 (2,3)

Summe

5.596,2 (12,5)

3.293,3 (7,2)

2.879,9 (6,7)

2.476,7 (5,5)

2.382,1 (5,3)

Schlagwörter zu diesem Artikel
Sozialversicherung
 
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