Corona drückt auf die Bilanz der Swiss Re

22.2.2021 – Der Rückversicherer verzeichnet 2020 einen Verlust von 878 Millionen Dollar. Ohne Corona wäre das Ergebnis deutlich im Plus gelegen, betont Swiss Re. Nichtsdestoweniger zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. Die Covid-19-Schäden lägen „größtenteils hinter uns“. Überdies sieht sich die Gruppe gut positioniert, nicht zuletzt auch wegen der jüngsten Vertragserneuerungen.

Die Pandemie schlägt sich in den Geschäftszahlen der Swiss-Re-Gruppe nieder: Der Rückversicherer meldet für 2020 einen Verlust in Höhe von 878 Millionen US-Dollar.

„Ohne Covid-19-Schäden und -Rückstellungen (vor Steuern) von 3,9 Milliarden US-Dollar für das Jahr lag der Gewinn von Swiss Re bei 2,2 Milliarden US-Dollar und damit weit höher als 2019 mit 727 Millionen US-Dollar“, heißt es aus dem Unternehmen.

Swiss Re habe von Beginn der Pandemie an Rückstellungen gebildet, obwohl zunächst nur wenige tatsächliche Schäden gemeldet worden seien, unterstreicht Group-CEO Christian Mumenthaler.

Swiss Re: Covid-19-Schäden und -Rückstellungen 2020

Kategorie

P&C*

L&H**

Corp. Sol.***

Life Capital

Summe

Veranstaltungs-absagen

411

404

815

Betriebsunter-brechung

1.104

294

1.398

Kredit & Kaution

53

198

251

Mortalität

889

23

912

Sonstige

342

110

47

4

503

Summe

1.910

999

943

27

3.879

Covid-19-Schäden „größtenteils hinter uns“

Mumenthaler gibt sich derweil optimistisch: „Wir sind für 2021 zuversichtlich, denn die Covid-19-Schäden liegen größtenteils hinter uns.“ Für heuer seien zwar einige weitere Covid-19-Schäden zu erwarten, „doch die entsprechenden Risikoexponierungen in den Sach- und Haftpflicht-Sparten haben wir drastisch reduziert“.

Swiss Re erwartet im Sach- und Haftpflicht-Geschäft für 2021 zusätzliche Covid-19-bedingte Schäden und Rückstellungen von unter 0,5 Milliarden Dollar. Wegen der Unsicherheiten angesichts der Pandemie könne die tatsächliche Schadenentwicklung sowohl positiver als auch negativer ausfallen.

Vertragserneuerungen zum Jahresbeginn

„Sehr optimistisch“ stimmen Mumenthaler „Verbesserungen der Portefeuillequalität und der versicherungstechnischen Margen bei P&C Re und Corporate Solutions“, wozu auch die Erneuerungsrunde im Jänner beigetragen habe.

P&C Re (Property & Casualty Insurance) erneuerte nach Unternehmensangaben per 1. Jänner 2021 Verträge mit einem Prämienvolumen von 7,8 Milliarden US-Dollar.

Damit sei das Volumen im Vergleich zum Geschäft, das zur Erneuerung anstand, um elf Prozent zurückgegangen. „Dies spiegelt den Fokus auf Underwriting-Qualität und verbesserte Vertragsbedingungen wider“, so Swiss Re.

P&C Re habe in dieser Erneuerungsrunde einen nominalen Preisanstieg von 6,5 Prozent erzielt, „welcher die niedrigeren Zinssätze und die höheren Schadenannahmen mehr als kompensierte“.

1,7 Milliarden Dollar Schaden aus Naturkatastrophen

Die Schäden durch Naturkatastrophen beziffert Swiss Re für 2020 mit 1,7 Milliarden US-Dollar. Verantwortlich seien dafür vor allem die atlantische Hurrikansaison „mit ihrer Rekordzahl von 30 benannten Stürmen“ sowie zahlreiche sekundäre Naturgefahren weltweit gewesen.

„Die Auswirkungen von Man-made-Großschäden wurden geprägt vor allem von der Explosion im Hafen von Beirut im dritten Quartal.“

3,5 Prozent Rendite auf Kapitalanlagen

Swiss Re gibt die auf Kapitalanlagen erzielte Rendite (ROI) mit 3,5 Prozent an. Das Anlageergebnis sei auf frühzeitige Portefeuillemanagement-Maßnahmen zurückzuführen, die man ergriffen habe, um das Engagement in jenen Sektoren zu reduzieren, die durch Covid-19 besonders beeinträchtigt wurden.

Zudem habe sich die Gruppe „nachhaltige Erträge gesichert, indem sie länger laufende festverzinsliche Wertpapierinvestments mit hohen nicht realisierten Gewinnen behalten hat“.

Die Kapitalausstattung sei trotz Covid-19 und Naturkatastrophen „während des gesamten Jahres 2020 sehr stark geblieben“, kommentiert John Dacey, Group Chief Financial Officer von Swiss Re.

Daher und „auch angesichts des positiven Ausblicks“ sei es möglich, eine unveränderte Dividendenzahlung an die Aktionäre zu beantragen, also in Höhe von 5,90 Schweizer Franken pro Aktie.

Weiterführende Information

Detailliertere Informationen zu den Geschäftszahlen sind auf einer Webseite der Swiss Re abrufbar.

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Darlehen · Steuern · Unwetter
 
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