Uniqa im ersten Quartal solide unterwegs

17.5.2019 – Das versicherungstechnische Ergebnis und die Combined Ratio haben sich im ersten Quartal verbessert, die Prämien sind minimal gesunken. Nach dem Einmaleffekt aus dem Verkauf der Beteiligung an den Casinos Austria im Vorjahr ging das Kapitalanlageergebnis zurück, was auch zu einem niedrigeren Quartalsgewinn geführt hat. Im Gesamtjahr soll es leicht höhere Prämieneinnahmen und ein besseres, um Sondereffekte bereinigtes, Ergebnis geben.

Bericht zum 1. Quartal 2019 (Cover: Uniqa)
Bericht zum 1. Quartal 2019
(Cover: Uniqa)

Im ersten Quartal 2019 sind die gesamten verrechneten Prämien der Uniqa Insurance Group AG im Vergleich mit dem Vorjahresquartal um 0,4 Prozent auf 1.530,0 Millionen Euro gesunken. Die laufenden Prämien reduzierten sich minimal um 0,1 Prozent auf 1.504,7 Millionen Euro.

Einmalerlagsprämien wurden, wie die Uniqa schreibt, „strategiekonform“ um 13 Prozent auf 25,3 Millionen Euro reduziert. Rückläufig waren auch die Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung vor Rückversicherung: sie sanken um 15,2 Prozent auf 63,6 Millionen Euro.

Nach Sparten betrachtet sind die Prämien in der Schaden- und Unfallversicherung um 1,4 Prozent auf 880,8 Millionen Euro und in der Krankenversicherung um 3,1 Prozent auf 288,8 Millionen Euro gestiegen. Rückläufig war die Prämienentwicklung in der Lebensversicherung (-6,8 Prozent auf 360,4 Millionen Euro).

Niedrigere Versicherungsleistungen, Versicherungsbetrieb teurer

Die gesamten Versicherungsleistungen im Eigenbehalt sanken im Quartalsvergleich um 0,7 Prozent auf 927,0 Millionen Euro. Einen Anstieg gab es dabei in der Schaden- und Unfallversicherung (+1,2 Prozent auf 431,0 Millionen Euro) sowie in der Krankenversicherung (+1,6 Prozent auf 226,4 Millionen Euro).

Rückläufig entwickelten sich die Versicherungsleistungen dagegen in der Lebensversicherung: sie seien „im Einklang mit der Prämienentwicklung“ um 5,5 Prozent auf 266,1 Millionen Euro gesunken, so die Uniqa.

Um 8,4 Prozent deutlich auf 346,6 Millionen Euro gestiegen sind die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb. Gründe dafür waren laut Uniqa höhere Investitionen, zusätzlicher Ressourcen- und Personalbedarf für strategische Projekte und Abschreibungen aktivierter Abschlusskosten in der Lebensversicherung.

Gesunkenes Kapitalanlageergebnis wegen Sondereffekts im Vorjahr

Deutlich geringer fiel das Kapitalanlageergebnis aus, es reduzierte sich um 28,0 Prozent auf 100,6 Millionen Euro. 2018 war allerdings der Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der Casinos-Austria-Beteiligung in Höhe von 47,4 Millionen Euro im Ergebnis des ersten Quartals enthalten.

Negativ ausgewirkt auf das Kapitalanlageergebnis haben sich auch Währungseffekte sowie ein negativer Ergebnisbeitrag der at-equity bilanzierten Strabag-Beteiligung.

Die von 97,4 auf 96,3 Prozent verbesserte Combined Ratio in der Schaden- und Unfallversicherung war Hauptgrund für das höhere versicherungstechnische Ergebnis (34,0 Millionen Euro nach 25,2 Millionen im ersten Quartal 2018).

Das operative Ergebnis sank dagegen wegen des reduzierten Kapitalanlageergebnisses von 84,5 auf 56,1 Millionen Euro. Damit reduzierten sich auch das Vorsteuer- und das Konzernergebnis deutlich.

Ergebnisrückgang auch in Österreich

Im Segment Österreich konnte die Uniqa das gesamte verrechnete Prämienvolumen um 1,0 Prozent steigern. Zuwächse verzeichnete sie bei den laufenden Prämien, Rückgänge bei den Einmalerlagsprämien.

Ein höheres Prämienvolumen wurde in der Schaden- und Unfall- sowie in der Krankenversicherung generiert. In der Lebensversicherung kam es sowohl bei laufenden Prämien als auch bei Einmalerlägen zu Rückgängen.

Die Combined Ratio in der Schaden- und Unfallversicherung verschlechterte sich von 92,1 auf 95,9 Prozent. Gründe dafür seien eine leicht schlechtere Basisschadenentwicklung sowie Schneedruckschäden gewesen.

Aufgrund einer deutlich höheren Kostenquote reduzierte sich das Ergebnis vor Steuern trotz eines besseren Kapitalanlageergebnisses um 26,2 Prozent auf 38,2 Millionen Euro.

2019 leicht höhere Prämien und bessere Profitabilität

Insgesamt erwartet die Uniqa heuer um ein Prozent höhere Prämieneinnahmen. Dabei sei in der Schaden- und Unfallversicherung mit einem Plus von zwei Prozent und in der Krankenversicherung mit plus drei Prozent zu rechnen, in der Lebensversicherung wird eine weitere Reduktion erwartet.

Das „solide Ergebnis“ des ersten Quartals sei eine gute Basis für das Gesamtjahr, so Uniqa. Allerdings werden die „erheblichen Zukunftsinvestitionen“ (Redesign des Geschäftsmodells, personeller Kompetenzaufbau, IT-Systeme) die Ergebnisse weiterhin belasten.

Angestrebt werden eine Steigerung der Profitabilität im versicherungstechnischen Kerngeschäft und damit eine Verbesserung der Combined Ratio. Das Ergebnis vor Steuern soll über dem um den Verkauf der Casinos-Austria-Beteiligung bereinigten Vorjahreswert liegen.

Uniqa 1. Quartal 2019 – ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

2019

2018

Verrechnete Bruttoprämien*

— davon Österreich

— davon International

1.530,0

1.108,6

409,7

1.535,4

1.097,9

428,0

Versicherungstechnisches Ergebnis

34,0

25,2

Combined Ratio nach Rückversicherung

96,3 %

97,4 %

Kapitalanlagen

20.102,7

19.963,2

Kapitalanlageergebnis

100,6

139,6

Ergebnis vor Steuern

42,3

71,1

Eigenkapital

3.172,5

3.170,9

Konzernergebnis

32,2

53,6

Bilanzsumme

29.533,8

28.503,8

Zum Herunterladen

Der Bericht zum ersten Quartal 2019 kann als PDF-Dokument (342 KB) von der Uniqa-Website heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Elementarschaden · Geschäftsbericht  · Lebensversicherung · Rückversicherung · Steuern · Strategie · Verkauf
 
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
29.11.2018 – Optimistisch, die Ziele für das laufende Jahr erreichen zu können, zeigt sich Generaldirektorin Elisabeth Stadler im Quartalsbericht der Vienna Insurance Group. (Bild: VIG) mehr ...
 
22.11.2018 – Als solide Basis für das Gesamtjahr sieht Uniqa-Chef Andreas Brandstetter das Ergebnis der ersten neun Monate. Er ist optimistisch, das Gesamtjahresziel erreichen zu können. (Bild: Uniqa) mehr ...
 
23.8.2018 – Großschäden und Vorsorgen für zu erwartende Schadenereignisse haben im versicherungstechnischen Ergebnis der Uniqa im ersten Halbjahr Spuren hinterlassen. Der Gewinn ist trotzdem gestiegen. (Bild: Uniqa) mehr ...