Versicherungen verdienen im ersten Quartal weniger

15.6.2018 – Die österreichischen Versicherungsunternehmen haben im ersten Quartal des laufenden Jahres geringfügig höhere Prämieneinnahmen erzielt, dabei aber einen starken Rückgang beim versicherungstechnischen Ergebnis, beim Finanzergebnis und beim EGT hinnehmen müssen. Dennoch sind sie nach wie vor stabil aufgestellt, wie die FMA berichtet.

Bild: FMA
FMA-Bericht Q1 2018 (Cover)

Während die verrechneten Prämien in der Krankenversicherung im ersten Quartal relativ deutlich gestiegen sind (+4,17 Prozent) und in der Schaden/Unfall-Versicherung um 2,25 Prozent zulegten, gab es in der Lebensversicherung einen Rückgang um 4,99 Prozent.

Dies ist dem soeben veröffentlichten Bericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) zum ersten Quartal der österreichischen Versicherungswirtschaft zu entnehmen.

Das größte Minus verzeichneten dabei die Einmalprämie, die um 13,34 Prozent auf 250 Millionen Euro zurückgingen. Mit -3,18 Prozent vergleichsweise gering fiel der Rückgang bei den laufenden Prämien in der Lebensversicherung aus. Damit hat sich der Anteil der Einmalprämien weiter reduziert und liegt nun bei 16,29 Prozent (Q1 2017: 17,86 Prozent).

Zurückzuführen ist der Prämienrückgang auf die konventionelle Lebensversicherung, in der es im ersten Quartal ein Minus von 8,35 Prozent gab. Dem gegenüber konnten die Prämien in der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung um 5,19 Prozent gesteigert werden. Der Anteil dieser Produkte an den gesamten Prämien in der Lebensversicherung beträgt nun 27,45 Prozent (Q1 2017: 24,79 Prozent).

Prämienvolumen im ersten Quartal 2018

Sparte

Q1/2018

Q1/2017

Schaden/Unfall

3.130

3.061

Leben

1.537

1.618

Kranken

568

545

Gesamt

5.234

5.223

Auch die Aufwendungen sanken

In der Summe rückläufig waren gegenüber dem ersten Quartal 2017 die Aufwendungen für Versicherungsfälle. Sie betrugen 3.527 Millionen Euro gegenüber 3.611 Millionen ein Jahr zuvor.

Dabei stehen einem deutlichen Rückgang in der Lebensversicherung (-6,85 Prozent) Zuwächse in der Schaden/Unfall-Versicherung (+2,43 Prozent) und der Krankenversicherung (+3,98 Prozent) gegenüber.

Mehr als die Hälfte der Aufwendungen für Versicherungsfälle (50,5 Prozent) fielen im Bereich der Lebensversicherung an. Dabei haben Zahlungen für Rückkäufe um 2,81 Prozent zugenommen und machten 26,36 Prozent aller Aufwendungen für Versicherungsfälle in der Sparte Leben aus (erstes Quartal 2017: 23,90 Prozent). Der Wert liegt aber deutlich unter dem des ersten Quartals 2016 (30,78 Prozent).

Starke Ergebnisrückgänge

Das versicherungstechnische Ergebnis (Gesamtrechnung) reduzierte sich gegenüber dem ersten Quartal 2017 um 18,31 Prozent auf 148,8 Millionen Euro. Am stärksten betroffen waren die Krankenversicherung mit -47,20 Prozent und die Lebensversicherung mit -39,97 Prozent, während der Rückgang im Bereich Schaden/Unfall mit -8,59 Prozent deutlich geringer ausfiel.

Der weitaus größte Teil des versicherungstechnischen Ergebnisses kommt aus der Schaden/Unfall-Versicherung (81,08 Prozent) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (72,53 Prozent) weiter erhöht. 2016 waren nur 49,53 Prozent aus der Schaden/Unfall-Versicherung und noch 39,25 Prozent aus der Lebensversicherung gekommen.

Ebenfalls stark rückläufig war im ersten Quartal das Finanzergebnis mit -19,57 Prozent. In Summe führte dies zu einem um 32,81 Prozent niedrigeren Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT, 232,3 Millionen Euro vs. 345,8 Millionen ein Jahr zuvor).

Hohe Reserven trotz geringerer Profitabilität

Die Umsatzrendite, also das Verhältnis zwischen EGT und Prämien, sank um 260 Basispunkte auf 5,3 Prozent. Es lasse sich dabei in keiner Bilanzabteilung eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr ablesen, so die FMA.

Weiterhin gut ist es dagegen um die Solvabilität der österreichischen Versicherungsunternehmen bestellt. Diese seien trotz der Herausforderungen nach wie vor stabil aufgestellt, so die FMA.

91,22 Prozent der Eigenmittelbestände ließen sich demnach der Klasse mit dem höchsten Grad an Qualität („Tier 1“) zuordnen. Und mehr als die Hälfte der Unternehmen verfügt über mehr als 230 Prozent des gesetzlich vorgeschriebenen Mindest-Solvenzkapitals.

Zum Herunterladen

Der Quartalsbericht Q1 2018 kann als PDF-Dokument (489 KB) von der Website der FMA heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht  · Lebensversicherung · Solvabilität · Versicherungsaufsicht
 
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