Wefox: „Erwarten weitere Konsolidierung am Markt“

7.4.2021 – Vor allem in den Bereichen Kranken- und Betriebsunterbrechungsversicherung sei die Nachfrage im Vorjahr gestiegen, sagt Matthias Lindenhofer, Chef von Wefox Austria. Das Beratungsgeschäft habe sich dank digitaler Tools sehr gut auf die Herausforderungen durch die Pandemie eingestellt. Für die nächsten Jahre erwartet er eine Konsolidierung des Marktes, bei Wefox stünden die Weichen auf Wachstum.

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Matthias Lindenhofer, Managing Director bei Wefox Austria (Bild: Alex Kaufmann)
Matthias Lindenhofer,
Managing Director bei Wefox
Austria (Bild: Alex Kaufmann).

Das VersicherungsJournal sprach mit Matthias Lindenhofer, Managing Director bei Wefox Austria GmbH über Kundennachfrage im Corona-Jahr, Vorteile der Digitalisierung und Strategien für die nächsten Jahre.

VersicherungsJournal: Wie allgemein behauptet wird, hat die Corona-Pandemie das Gesundheitsbewusstsein verstärkt. Stimmt das mit Ihren Erfahrungen überein? Wo lagen die Schwerpunkte der Kundennachfrage im vergangenen Jahr?

Matthias Lindenhofer: Diese Beobachtung können wir nur bestätigen, das Gesundheitsbewusstsein hat insgesamt zugenommen. Wir haben im Jahr 2020 sehr viel mehr Nachfrage in den Bereichen Kranken- sowie Betriebsunterbrechungs-Versicherung verzeichnet.

VersicherungsJournal: Welche Entwicklung erwarten Sie hier heuer?

Lindenhofer: Es zeichnet sich kein Abbruch dieses Trends ab. Für 2021 erwarten wir, dass die verstärkte Nachfrage anhält. Bei der aktuellen Lage ist leider auch davon auszugehen, dass Ende 2021 auch größere Stornos im Gewerbeversicherungsgeschäft auftreten werden aufgrund von Insolvenzen.

VersicherungsJournal: Welche Herausforderungen gab es durch Covid-19 in der Beratung? Konnten Ihre Maklerpartner die Vorteile, die sich durch die Digitalisierung während der Lockdowns und anderer Beschränkungen ergaben, nutzen?

Lindenhofer: Das Beratungsgeschäft ist sehr gut auf die Herausforderungen eingestellt. Unsere Makler konnten die Vorteile nutzen, da digitale Tools bereits vorhanden waren. Über die „Mywefox“ Plattform konnte der Datenaustausch zwischen Kunde, Vermittler und Versicherungsgesellschaft auch trotz Pandemie und den damit einhergehenden Kontakt-Beschränkungen stattfinden.

Zum Beispiel können über die Plattform Versicherungen in wenigen Schritten abgeschlossen und Schäden bzw. Schadenprozesse schnell gemeldet bzw. bearbeitet werden. Darüber hinaus führen wir laufend Schulungen durch, um eine optimale Onlineberatung zu gewährleisten.

Zusammen mit unseren Kooperationspartner der Donau-Uni Krems haben wir hierfür eigens ein Fortbildungsprogramm entwickelt, die sogenannten „Wefox power days“. Momentan finden sie natürlich als Online-Event statt, da die Gesundheit aller Beteiligten und Partner weiterhin an erster Stelle steht.

VersicherungsJournal: Mit der Fusion von Maklergruppe und Wefox hat sich sicherlich auch für die Maklerpartner einiges geändert. Wie waren die Reaktionen? Gab es auch kritische Stimmen?

Lindenhofer: Neben den vielen Vorteilen, die die Fusion mit sich gebracht hat, gab es auch vereinzelt kritische Stimmen. Hintergrund waren verschiedene Gerüchte, die mit so einer Fusion einhergehen. Natürlich muss man die Makler zunächst vom Mehrwert der Fusion überzeugen. Das ist uns gelungen.

VersicherungsJournal: Wie hat sich die Zahl der Maklerpartner verändert – neu gewonnene Partner und Austritte?

Lindenhofer: Es gab kaum Austritte, nur drei Makler haben uns verlassen. Die Austritte sind aber nicht rein auf die Fusion zurückzuführen, sondern bilden vielmehr die natürliche Fluktuation ab, vor allem aufgrund von persönlichen Gründen.

Das Gegenteil ist sogar passiert. Seit der Fusion haben wir trotz Corona und der vielen Herausforderung durch die Fusion – Stabilisierung, Zusammenwachsen, rechtliche Verschmelzung, Rebranding, etc. – 20 weitere Maklerbetriebe aufgenommen.

VersicherungsJournal: Wie sieht Ihre kurz- und mittelfristige Strategie aus? Welche Wachstumsziele haben Sie? Gibt es Pläne für neue Angebote, Services? Wenn ja, was können Sie uns dazu schon heute sagen?

Lindenhofer: In den nächsten Jahren stehen die Weichen voll und ganz auf Wachstum. Wir wollen weiterhin mit den Maklern und Kunden massiv wachsen. Oder anders ausgedrückt, der führende, digitale Anbieter für Versicherungen sein.

Wir wollen die neue Mywefox-App als „die“ Versicherungs-Applikation beim Endkunden etablieren. Unsere Technologie-Vorreiterschaft hilft uns dieses Ziel zu erreichen. Unser Fokus liegt darauf, die Prozesse zwischen Endkunde, Vermittler und Versicherungsgesellschaft weiter zu digitalisieren und zu automatisieren.

VersicherungsJournal: Erwarten Sie eine weitere Konsolidierung in der Branche und welche Rolle könnte dabei Wefox spielen?

Lindenhofer: In den kommenden Jahren erwarten wir eine weitere Konsolidierung am Markt. Die Versicherungsindustrie muss sich weiterentwickeln, um mit den Erwartungen des Verbrauchers Schritt halten zu können. Versicherungsprodukte müssen digital zugänglich sein. Das Stichwort lautet hier Insurance on Demand.

Ähnlich wie bei Netflix oder Amazon lassen sich künftig Polizzen fast täglich zu- und abbestellen. Wir arbeiten daraufhin, dass Versicherungen sich modular und auf die tatsächlichen Bedürfnisse angepasst buchen lassen.

Die Digitalisierung ermöglicht durch ständige Datenanalysen maßgeschneiderte, neuartige Produkte zu entwickeln und so auf bestimmte gesellschaftliche Umstände und Trends individuell einzugehen. Wefox wird hier eine treibende Rolle einnehmen und diese Entwicklung weiter konsequent vorantreiben.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausbildung · Digitalisierung · Gesundheitsreform · Strategie
 
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