Laufversicherung: VKI, S-Versicherung, Erste schließen Vergleich

11.7.2018 – Der „s Running-Unfall-Schutz“, eine Unfallversicherung für die Teilnahme an einer Laufveranstaltung, hat den VKI veranlasst, S-Versicherung und Erst Bank zu klagen. Der Verein betrachtete die Werbung hinsichtlich des Deckungsumfangs als irreführend und kritisierte, in den Bedingungen sei nicht definiert worden, was unter einer Laufveranstaltung zu verstehen ist. Der Streit wurde kürzlich mit einem Vergleich beigelegt.

Die Sparkassen Versicherung AG hat 2017 den „s Running-Unfall-Schutz“ für Laufveranstaltungen aufgelegt (VersicherungsJournal 20.9.2017).

Er ist für 1,90 Euro pro Person und Tag für Läufer von sechs bis 69 Jahren erhältlich und bietet Unfallversicherungsschutz am Tag der Laufveranstaltung; die Deckung wird 60 Minuten nach Abschluss wirksam.

Ab 90 Prozent Invalidität leistet die Versicherung bis zu 300.000 Euro. Zu den weiteren Merkmalen zählen beispielsweise bis zu 500 Euro Knochenbruchpauschale und bis zu 1.500 Euro Unfallkostenersatz.

VKI: Kritik an Werbung und Klarheit des Deckungsumfangs

Das online und über die Sparkassen Österreichs vertriebene Produkt hat allerdings nicht nur die Aufmerksamkeit von Laufbegeisterten, sondern auch jene des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) auf sich gezogen.

Der VKI monierte, es werde der Eindruck vermittelt, dass die Versicherung generell für den Laufsport gelte. So sei sie unter anderem folgendermaßen angeboten worden: „Ob entspannter Trainingslauf, ambitionierter Wettkampf oder großer Laufevent – schon ein kleiner Fehltritt kann einen Freizeit-Unfall mit hohen Folgekosten verursachen.“

Was unter einer „Laufveranstaltung“ zu verstehen ist, sei in den Versicherungsbedingungen aber nicht erklärt worden. Auf Nachfrage habe der Versicherer mitgeteilt, dass „private“ Läufe, wie Trainingsläufe, nicht umfasst seien.

Statt Urteil Einigung auf Vergleich

Der VKI klagte deshalb im Auftrag des Sozialministeriums S-Versicherung und die als Versicherungsagentin auftretende Erste Bank und argumentierte mit Verstoß gegen unlauteren Wettbewerb.

Letztlich ist es aber zu keinem Urteil gekommen. Stattdessen haben sich die Parteien nun auf einen, bereits rechtskräftigen, Vergleich – abrufbar auf der VKI-Website verbraucherrecht.at – verständigt, wie der VKI am Dienstag mitteilte.

Er enthält zum einen die Verpflichtung, es zu unterlassen, den eingangs beschriebenen Eindruck eines generellen Versicherungsschutzes für Laufunfälle zu erwecken.

Auch werde der Versicherer die kritisierte Klausel nicht verwenden, sofern nicht entsprechend klargestellt ist, was unter einer „Laufveranstaltung“ zu verstehen ist.

S-Versicherung: Änderungen vorgenommen, Kunden informiert

Gegenüber dem VersicherungsJournal betonte die S-Versicherung, dass man Produktpräsentation und Versicherungsbedingungen bereits gemäß dem Vergleich adaptiert und die Definition eingefügt habe.

Außerdem seien die betroffenen Versicherungsnehmer informiert worden, es handle sich dabei um weniger als 100 Personen.

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Invalidität · Versicherungsvertreter · Werbung
 
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