Adam Riese und das Wunschdenken

26.6.2015 – Als im Jahr 2005 der deutsche Pensionsexperte Prof. Rürup beim Wiener Maklertag vortrug, gab er die Prognose ab, dass im Jahr 2030 die Pension nur 10% über dem Mindesteinkommen sein könne. Meinen Protest, da würde doch niemand mehr arbeiten wollen, wischte er weg. „Da wird man halt Mittel finden müssen, um den Pfusch zu verhindern!“ Nach einigem weiteren Insistieren „besserte er nach“ – eher scherzhaft: „Na gut, von mir aus 15%, aber mehr ist wirklich nicht drinnen!“

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Was vom Erlebnis eine durchaus witzige Episode war, ist leider bitterer Ernst. Demografie und Wirtschaftswachstum sind die Parameter des Umlagesystems. Beides schaut schlecht aus, und eine Verbesserung ist nicht absehbar, im Gegenteil, die geburtenstarken Jahrgänge beginnen demnächst, in Pension zu gehen.

Bleibt die Alimentierung des Systems durch den Staatszuschuss. Derzeit erfolgt dieser mit zirka 9 Milliarden Euro. Bezahlt mit Schulden, denn nach wie vor gibt Österreich mehr Geld aus, als es einnimmt. So fern Griechenland scheint – das Ergebnis einer ausufernden Staatsverschuldung kann auch in der Kürzung von Renten liegen.

Noch sind wir in der Situation, die bestehenden Pensionisten gut zu behandeln – besonders die aus den geschützten Bereichen – und jene zu kürzen, die noch arbeiten, und denen die mit jeder „Reform“ sinkende Pensionsleistungen nicht auffallen.

Dieses Valium der Politik ist Gift für die Menschen – aber auch für die Berater, die beizeiten auf die Notwendigkeit der Eigenvorsorge hinweisen. Es ist keine verantwortungsvolle Politik, die Menschen in trügerischer Sicherheit zu wiegen, ganz im Gegenteil. Leider geschieht genau das seit Jahrzehnten. Auffällig dabei – und erwähnenswert – ist, dass die Beruhigungspillenverteiler eben nicht dem normalen Pensionssystem unterliegen. Zwischen Volkspension und Volksvertreterpension klafft eine erhebliche Differenz!

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@uwf.at

zum Leserbrief: „Auf dem Weg zur Volkspension”.

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