Ein dreifach Hoch den Hintennach-Experten!

7.9.2016 – In aller Demut drücke ich meine Bewunderung für die messerscharfen Analysen der diversen Kontroll- und Konsumentenschutz-Organisationen aus. Wahrhaft brillant wird ein „Schaden“ für Lebensversicherungskunden aufgearbeitet, und neben dem VKI sind Legionen weiterer Weltverbesserer unterwegs, welche für kleines Entgelt (so um die 10% eh nur) die Welt (vielleicht?) besser machen.

Nachdem diese Falsch- und Nichtbelehrungen angeblich seit 1994 stattfinden, stellt sich wohl die Frage: Was haben diese Experten bisher gemacht? 20 Jahre fiel nix auf, und jetzt kommt man durch ein unfaßbares EuGH-Urteil drauf, wie schlecht die Welt denn doch war und springt auf den Zug der Rückabwickler auf?

Nachdem soeben die Schlußberichte der Parteien zum Hypo-Alpe-Adria-Fall vorliegen – gab es nicht genug kritische Presseberichte beizeiten dazu? Aber weder FMA noch Nationalbank noch die Politik fanden seinerzeit etwas zu beanstanden. Und auch danach hat niemand einen Fehler gemacht – aber zig Milliarden blecht halt der Steuerzahler.

Oder Meinl-Zertifikate – lief nicht monatelang die Aktienwerbung und in allen Zeitungen notierte das Papier unter „Aktien“. Wo waren da die Experten? Und wo waren die europäischen und österreichischen Kontrollore bei den falschen Abgaswerten? Hat man schon geprüft, wie das vor 20 Jahren bei den Kaufverträgen und Rücktrittsrechten bei Autos oder Fertigteilhäusern war?

Ich halte es geradezu für grotesk, daß nach Jahrzehnten Entscheidungen für obsolet erklärt werden, die niemand beeinsprucht hat. Nach dieser Interpretation kann man wohl jede Wahl der letzten 50 Jahre aufheben – denn die Fehler, die bei der letzten Bundespräsidentenwahl „plötzlich“ aufgefallen sind, hat es wohl schon immer gegeben.

Wie lange wird es unser Gemeinwesen aushalten, wenn Höchstgerichte derart willkürlich in Entscheidungen eingreifen, die doch bewußt getroffen worden sind? Hebeln wir jetzt in Serie alles aus? Die Volkssprache ist ja bekannt dafür, komplexe Vorgänge in einfache Formulierungen zu gießen. In meiner Heimat – der Wachau – gab es für die geschilderten Fälle eine solche: „Hintnoch tuats a Krumpa!“

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@verag.at

zum Artikel: „Rücktrittsrecht: 1.000 Polizzen geprüft – VKI zieht erste Bilanz”.

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