Gewohnte Stereotype

30.3.2015 – Ich fürchte, die AK-OÖ ist eben in der Form etwas „gefinkelter“ geworden, inhaltlich kann man offenbar nicht anders – und will es auch nicht. Gerade hören wir, dass die Republik die Staatshaftung für Spareinlagen aufgibt. Medialer Aufschrei – ach nein, es kommt ja eine Bankenhaftung über 1,5 Mrd. Euro. Grandios – das ist ein Bruchteil des Hypo-Schadens und nicht einmal ein halbes Prozent aller Spareinlagen.

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Schon bisher war diese Staatshaftung ein Papiertiger, denn natürlich hätte die Republik einen Konkurs von Bank Austria, Erste Bank oder Raiffeisen nicht stemmen können. Aber zur Rechtfertigung der Minuserträge bei Spareinlagen konnte die Staatshaftung allemal herhalten. Es musste ja alles besser sein als ein private Vorsorgeversicherung.

Ich bin gespannt, mit welchen Argumenten jetzt ausgerückt wird. Dass eine Privatvorsorge zumindest für Einkommen ab der Höchstbeitragsgrundlage womöglich sinnvoll ist, sollte man nicht überbewerten. Auch AK-Präsidenten haben private Sonderklasseverträge – wettern aber öffentlich gegen die Zwei-Klassenmedizin.

Immerhin darf man heutzutage wenigstens den Unsinn der Mächtigen anprangern. Vor ein paar hundert Jahren wäre man am Pranger gestanden oder in der Bleikammer verschwunden oder am Scheiterhaufen verbrannt worden. Heute bricht die Welt zusammen, es gibt keine unsinkbaren Schiffe, niemand kann ein Produkt mit absoluter Sicherheit anbieten – aber die AK verharrt in ihren Stereotypen. Aber dank Zwangsmitgliedschaft zahlen auch die weiter Mitgliedsbeiträge, die diese Predigten längst nicht mehr glauben.

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@uwf.at

zum Artikel: „Sie kann ’s nicht lassen”.

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