Für wie glaubwürdig die Versicherungsbranche gehalten wird

17.5.2017 – Rund drei Viertel der Österreicher erachten Glaubwürdigkeit als wichtig, wenn sie Entscheidungen treffen. 80 Prozent schreiben ihr in der eigenen Familie einen hohen Stellenwert zu. Zwei Drittel tun dies in Bezug auf Versicherungen und Finanzdienstleister. Tatsächlich als (sehr oder eher) glaubwürdig wahrgenommen wird die Branche allerdings „nur“ von 42 Prozent. In der Einzelwertung von acht Versicherern schlägt sich die Uniqa am besten – und liegt Kopf an Kopf mit Coca-Cola.

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73 Prozent der Österreicher ist Glaubwürdigkeit „sehr wichtig“ (höchste Stufe auf einer fünfstufigen Skala), wenn sie private Entscheidungen treffen, wichtiger noch als Sympathie.

Im Falle beruflicher Entscheidungen halten sie 71 Prozent für sehr wichtig. Glaubwürdigkeit liegt damit nahezu gleichauf mit dem Kriterium „Kompetenz/Professionalität“ (72,4 Prozent)

Dies geht aus dem „Glaubwürdigkeits-Ranking 2017“ der Klar. Strategie- und Kommunikationsberatung GmbH hervor. Durchgeführt wurde die Umfrage von Marketagent.com Ende April unter 1.500 Personen.

Die wichtigsten „Glaubwürdigkeitskriterien“ sind das Halten von Versprechen (80,1 Prozent), Ehrlichkeit und Authentizität (78,9 Prozent) und ein respektvoller Umgang mit anderen (71,7 Prozent). 66,4 Prozent ist die Bereitschaft, Fehler einzugestehen, sehr wichtig, 63,1 Prozent Integrität und 56,6 Prozent Offenheit und Transparenz.

„Informationsproblem“ – Glaubwürdigkeit „wird wichtiger“

Mehr als die Hälfte (57,4 Prozent) glaubt, dass Glaubwürdigkeit in Zukunft „auf jeden Fall“ oder zumindest „eher“ noch an Bedeutung gewinnen wird. Warum? Beispielsweise glauben dies

  • 65,7 Prozent, weil „es immer schwieriger wird, zwischen wahren und falschen Informationen zu unterscheiden“;
  • 56,4 Prozent, weil „Falschnachrichten mittels sozialer Netzwerke leichter verbreitet werden können“;
  • 42,3 Prozent, weil „wirtschaftliche und politische Zusammenhänge immer komplexer werden, man blickt kaum mehr durch“;
  • 39 Prozent, weil „Produkte und Dienstleistungen immer ähnlicher und austauschbarer werden“.

Im Finanzbereich fast so gefragt wie in der eigenen Familie

Für 24 Bereiche haben Klar und Marketagent nachgefragt, in welchen Bereichen Glaubwürdigkeit als besonders wichtig erachtet wird.

Auf die meisten Nennungen brachte es die eigene Familie: 80,2 Prozent ist Glaubwürdigkeit hier „sehr wichtig“ (höchste Stufe auf einer fünfstufigen Skala).

An zweiter Stelle liegt der Freundeskreis, an dritter folgt bereits der Bereich „Finanzdienstleistungs-Unternehmen und Versicherungen“ mit 63,7 Prozent.

Bemerkenswert: Offenbar fordern von der Branche mehr Menschen Glaubwürdigkeit ein als etwa von Nachhaltigkeits- und Gütesiegeln, Politikern, politischen Parteien oder selbst den Arbeitskollegen.

Wichtigkeit von Glaubwürdigkeit in 24 Bereichen (Quelle: Marketagent/Klar, Grafik: Lampert)

Finanzbranche Schlusslicht unter sieben Sektoren

Wie schlagen sich nun Finanzdienstleistungs- und Versicherungsunternehmen im Branchen-Vergleich?

Sieben Sektoren wurden in der Umfrage einzeln betrachtet; ihre jeweiligen Durchschnittswerte bewegen sich innerhalb einer – relativ schmalen – Bandbreite von nur 16 Prozentpunkten.

Am besten schneidet der Bereich „Infrastruktur“ ab: 58,1 Prozent empfinden ihn als „sehr“ oder „eher“ glaubwürdig. Rang zwei geht an den Einzelhandel, dem 57,5 Prozent Glaubwürdigkeit attestieren.

Die Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbranche liegt mit 42,2 Prozent am Ende der Tabelle, hinter der Telekommunikations-Branche (48,8 Prozent).

Einschätzung der Glaubwürdigkeit einzelner Branchen (Quelle: Marketagent/Klar, Grafik: Lampert)

Ranking für acht Versicherungen

Im Bereich der Finanzdienstleistungs- und Versicherungsunternehmen wurden für 13 Firmen – davon fünf Banken und acht Versicherer – gesonderte Werte erhoben.

Am erfolgreichsten geht hier die „Sparkasse“ aus dem Rennen: 50,1 Prozent bewerten sie als „sehr“ oder „eher“ glaubwürdig. Der bestgelegene Versicherer ist die Uniqa auf Platz drei (47,1 Prozent).

Interessant: Während 49,1 die Raiffeisen Bank mit der Eigenschaft „(sehr oder eher) glaubwürdig“ bedenken, tun dies nur 42,7 Prozent in Bezug auf die Raiffeisen Versicherung.

Schlusslicht in dieser Liste ist die Bank Austria (33,6 Prozent), hinter der Ergo Versicherung (34,8 Prozent).

Einschätzung der Glaubwürdigkeit einzelner Firmen (Quelle: Marketagent/Klar, Grafik: Lampert)

Uniqa auf Höhe von Coca-Cola

Wem diese Werte zu weit vom „Hunderter“ entfernt sind, der kann sich insofern trösten, als das Glaubwürdigkeits-Ranking auch für eine Reihe arrivierter, allgegenwärtiger Namen offenbar kein Spaziergang ist.

Red Bull etwa kommt auf 57,6 Prozent, die das Unternehmen als sehr oder eher glaubwürdig wahrnehmen. Die IT-Giganten Microsoft (55,6), Google (53,5), Amazon (53,4) und Apple (51,3) kommen nur unwesentlich über den Fünfziger hinaus. Die Mobilfunk-Anbieter „Hot“ und A1 weisen Werte von 55,2 beziehungsweise 53,9 Prozent auf.

Coca-Cola genießt bei 47,2 Prozent ein Image der Glaubwürdigkeit – und bewegt sich damit auf Höhe der Uniqa. McDonald’s versammelt 38,4 Prozent hinter sich, Starbucks 34,2 Prozent. Merklich höhere Werte erreichen zum Beispiel Spar (71,2) und Hofer (75,4).

Einen „8er“ haben nur drei der insgesamt 247 bewerteten Personen und Institutionen vorne stehen: Ärzte ohne Grenzen (83,0 Prozent), Hugo Portisch (84,0) und das Rote Kreuz (84,5). Oberhalb der 90 Prozent liegen nur zwei Institutionen: die Feuerwehr (93,1) und die Rettung (90,9).

Zum Herunterladen

Die Ergebnis-Präsentation mit weiteren Resultaten kann von der Website von „Klar“ als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

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Marktforschung · Nachhaltigkeit · Ranking · Strategie
 
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