25.1.2012 – Das aktuelle GfK-Panel zeichnet ein Bild von konservativ-vorsichtigen Anlegern: Derzeit haben Sicherheit und rasche Verfügbarkeit im Bedarfsfall höchste Priorität. Das Sparbuch boomt und überholt im Ranking der interessanten Spar- und Anlageformen den Bausparvertrag. Grundbesitz und Edelmetall gelten nach wie vor als interessant, fallen aber zurück. Versicherungen und Pensionsvorsorge stabilisieren sich offenbar mittelfristig.
Die GfK Austria GmbH veröffentlicht seit den 80er-Jahren ihr „Stimmungsbarometer Sparen und Anlegen“ auf Basis von 18.000 Interviews pro Jahr. Nun sind die Zahlen für das vierte Quartal 2011 da.
Herr und Frau Österreicher ziehen sich aus ertragsorientierten Anlageformen zurück und legen ihr Geld „altmodisch“ an. Zum Sicherheitsdenken kommt jedoch ein weiterer Aspekt hinzu, wie GfK-Finanzmarktexpertin Sonja Buchinger analysiert: „Die Österreicher haben derzeit wenig Vertrauen in die Kapitalmärkte und möchten sich vor allem die Option offenhalten, ihr Geld schnell zu beheben.“
Das geht so weit, dass der Anteil jener Landsleute, die ihr Geld zu Hause aufbewahren, gegenüber 2007 von fünf auf elf Prozent gewachsen ist und die Gruppe der Wertpapier-Investoren überflügelt hat. Das klassische Sparbuch ist mit 46 Prozent wieder zur beliebtesten Anlageform geworden. Auf die Spitzenwerte von 50 sowie 52 Prozent in den Crashjahren 2008 und 2009 fehlt trotz niedriger Zinsen nicht mehr viel.
Der Bausparvertrag rutscht mit 43 Prozent auf Platz zwei des Rankings zurück. Er lag noch 2010 vor dem Sparbuch, ist aber derzeit das einzige weiterhin gut nachgefragte Bankenprodukt mit einem etwas längeren Anlagehorizont.
Beliebt ist auch die Geldanlage in Immobilien: Eine Eigentumswohnung oder ein Haus halten 23 Prozent für attraktiv. Der Grundstückskauf fiel gegenüber dem dritten Quartal 2011 aber von 25 auf 19 Prozent zurück.
Die Anlage in Gold befürworten nach einem Spitzenwert von 22 Prozent im dritten Quartal auch im letzten Vierteljahr 2011 immer noch 18 Prozent – Rang fünf. Der Goldpreis legt aber auch seit 2008 fast konstant zu: Nach einem Maximum von fast 1.900 Dollar pro Feinunze im September 2011 liegt der Tageskurs derzeit bei knapp unter 1.700 Dollar – erneut mit steigender Tendenz.

Gute Nachrichten gibt es von der Front der Lebensversicherungen. Diese haben sich mit 19, 20 und 19 Prozent Beliebtheit seit dem zweiten Quartal 2011 sichtbar stabilisiert. Der deutliche Abwärtstrend (VersicherungsJournal 15.07.2012, 9.1.2012) seit der Jahrtausendwende scheint zum Stillstand gekommen zu sein.
Private Zusatzpensionen haben sich offenbar auch auf ein Niveau eingependelt: Mit zehn Prozent liegen sie knapp besser als zu Jahresbeginn 2011 (neun Prozent), jedoch unter ihrer Attraktivität in den mittleren Quartalen (je zwölf Prozent).
Bei der Pensionsvorsorge mit staatlicher Förderung (VersicherungsJournal 30.6.2011) ist ebenfalls Ruhe eingekehrt – nach leichten Verlusten in der ersten Jahreshälfte blieb der Zuspruch mit 13 Prozent im zweiten Halbjahr gleich.
Nur wenige Befragte können sich mit Aktieninvestitionen anfreunden. Während noch im Jahr 2000 gut 29 Prozent ihr Glück an der Börse suchten, hat sich die Beliebtheit der Aktie seit dem Tiefstwert 2009 (sieben Prozent) auf niedrigem Niveau etabliert. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 verlor die Aktie leicht von neun auf acht Prozent. Dieser Stand blieb im letzten Quartal unverändert.
Noch schlimmer sieht es bei Investmentfonds (VersicherungsJournal 29.8.2011) aus: Diese stürzten im „Stimmungsranking“ von 20 Prozent im Jahr 2007 auf sieben Prozent im Krisenjahr 2009 ab. Nach einer marginalen Erholung finden sich Fonds zum Jahresende 2011 erneut ganz unten auf der Beliebtheitsskala. Und selbst auf diesem schwachen Niveau zeichnet sich über das Jahr noch eine negative Tendenz von neun auf sieben Prozent ab.
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