17.11.2009 In der Sparte „Information und Consulting“ der Wirtschaftskammer sind die Versicherungsmakler die Branche mit den optimistischsten Geschäftserwartungen für das vierte Quartal. Im dritten Quartal hat die Einschätzung der Auftragslage gegenüber dem Vorjahr zwar gelitten, sie wird aber immer noch als gut eingestuft, wie eine aktuelle Befragung zeigt. Die Versicherungsagenten sehen ihre Geschäftssituation ähnlich wie die Makler.
Mit Prognosen soll man vorsichtig sein. Das gilt auch für Aussagen über den weiteren Verlauf der – womöglich bereits hinter uns liegenden – Wirtschaftskrise. Man soll sich andererseits auch über gute Nachrichten freuen dürfen, wenn es denn welche gibt. Eurostat, das statistische Amt der EU, hatte kürzlich gute Nachrichten: Das BIP in der Eurozone drehte im dritten Quartal erstmals seit langem wieder ins Plus und wuchs gegenüber dem zweiten Quartal um 0,4 Prozent. Österreich lag mit plus 0,9 Prozent über dem Schnitt und noch vor Deutschland (plus 0,7 Prozent), Italien (plus 0,6 Prozent) und Frankreich (plus 0,3 Prozent). Geschäftsverlauf für mehr als ein Drittel schlechterWie schätzen nun die Unternehmen angesichts des vorsichtig verkündeten Endes der Rezession ihre Auftragslage ein? Die Bundessparte Information und Consulting (IC) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) – zu ihr gehört auch der Fachverband der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten – wollte das von ihren Mitgliedern wissen. 2.968 Unternehmen haben sich an der Befragung beteiligt, darunter 194 Versicherungsmakler. Zum Geschäftsverlauf der ersten neun Monate 2009 melden nur 22 Prozent der Unternehmen einen besseren Geschäftsverlauf im Vergleich zum Vorjahr. Immerhin 42 Prozent konnten die Umsätze konstant halten, während mit 36 Prozent mehr als ein Drittel einen schlechteren Geschäftsverlauf in Kauf nehmen mussten. Auftragslage gerade noch „gut“„Die angespannte Wirtschaftssituation macht auch vor den mehr als 100.000 Unternehmen im Sektor Information, Kommunikation und Consulting nicht halt“, fasst Bundesspaten- Erfreulich stimme, dass zwei Drittel der Unternehmen die Auftragslage im dritten Quartal 2009 noch als gut einstuft: Im Durchschnitt vergeben die Unternehmen der Sparte IC auf einer sechsstufigen Skala die Note 2,9 (Vorjahr: 2,2). Dabei steht „1“ für eine sehr positive und „6“ für eine sehr negative Einschätzung. Krise traf Makler weniger stark als andereEine „noch zufriedenstellende Auftragslage“ weisen dabei die Versicherungsmakler auf. Sie gehören dabei neben der Abfallwirtschaft, dem Immobiliensektor, den Ingenieurbüros und den Unternehmensberatern zu jenen Branchen in der Sparte, die die Krise noch am wenigsten zu spüren bekamen. So bewerten die Versicherungsmakler ihre Auftragslage mit der Note 2,6. Im Herbst 2008 war sie mit 2,2 freilich noch besser ausgefallen. Schlechter trifft es die Branchen Werbung, Finanzdienstleister, Telekom und IT. Besonders benachteiligt ist die Werbebranche, in der die Werbeumsätze um mehr als zehn Prozent weggebrochen sind. Auch die Druckereien spüren die Auftragsrückgänge aus der Werbung. Agenten: Lage ähnlich wie bei MaklernDas Bundesgremium der Versicherungsagenten gehört zwar zur Sparte Handel und wurde in der Befragung folglich nicht erfasst. Die Geschäftsentwicklung lässt sich jedoch erwartungsgemäß mit jener der Versicherungsmakler vergleichen, wie das Bundesgremium bestätigt. Die Situation der Versicherungsagenten sei noch zufriedenstellend. Agenten, die nicht Leben- Positiver Ausblick auf das vierte QuartalPositiv stimmt IC- Am zuversichtlichsten sind in der Sparte IC die Versicherungsmakler: 27 Prozent rechnen mit einer besseren, 54 Prozent mit einer konstanten und 19 Prozent mit einer negativen Entwicklung der Auftragslage. Emanuel Lampert |
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