WERBUNG

Schnittstellen: Makler sollen sich zu Wort melden

13.5.2019 – Es ist schon viel erledigt vs. wir könnten schon weiter sein: Die Fortschritte in Sachen Datenaustausch zwischen Maklern und Versicherern werden unterschiedlich eingeschätzt, wurde beim Veldener Symposion deutlich. Die Makler bekamen den Rat, sich mit ihren Wünschen an Versicherer und Softwarehäuser zu wenden.

Wenn man die öffentliche Diskussion um die Digitalisierung des Datenaustauschs zwischen Versicherungsmaklern und Versicherungsunternehmen verfolgt, beschleicht einen mitunter der Eindruck, man höre immer wieder dasselbe.

Andreas Hallemann, Leiter der Abteilung für EDV und Statistik im Versicherungsverband (VVO) und von Fachverbandsobmann Christoph Berghammer beim Versicherungswissenschaftlichen Symposion in Velden letzten Donnerstag als „Mister OMDS 3.0“ vorgestellt, betonte jedoch, dass inzwischen zahlreiche Prozesse genormt worden seien.

Warum die Fortschritte nicht zügiger vonstattengehen? Bei Versicherern und Softwarehäusern gebe es viele Ideen, verschiedene Tarife, hinzu kämen Änderungen in der Rechtslage – damit stehe man vor der Herausforderung, Prioritäten zu setzen, sagte Hallemann.

Er rät den Maklern deshalb, mit den Versicherungsunternehmen und Softwareanbietern zu sprechen und dort ihre Wünsche zu deponieren.

Steiner: „Amazonisierung“ nötig

Bipro-Österreich-Chef Philip Steiner sagte, die Kunde erwarteten heutzutage eine „Amazonisierung“. Als Beispiel führte er die Möglichkeit an, den Status des Paketversands online genau nachzuverfolgen.

„Diese Dinge brauchen wir“, meint Steiner. „Nur dann können wir die Erwartungen erfüllen.“ Und: „Das sind auch die Erwartungen der Makler an Versicherungsunternehmen.“

Das Problem sei, dass man es bei Maklerverwaltungsprogrammen, Versicherer-IT(s) und auch kundenseitig mit „unterschiedlichen IT-Levels“ zu tun habe. Die Herausforderung bestehe darin, „diese Welten zu verknüpfen“.

Die Herausforderung sieht Steiner weniger in der Entwicklung neuer Normen als in der Implementierung in den Häusern. Bipro-Normen seien in Österreich bis dato bei zwölf Versicherern im aktiven Einsatz. Steiners Empfehlung an die Makler: sich an die Versicherer wenden und Automatisierung einfordern.

„Für alle erreichbar sein“

Vertriebsvorstand Werner Müller stellte seitens der Allianz Elementar Versicherungs-AG fest, es sei „wichtig, für alle erreichbar zu sein“. OMDS oder Bipro, das sei „keine Richtungsentscheidung für uns“, die Allianz befahre beide Schienen. „Unsere Strategie: alle Kanäle offen zu haben und zu unterstützen.“

Klaus Riener, Leiter des Bereichs Partnervertriebe in der Zürich Versicherungs-AG berichtete, die Zürich sei dabei, ihre IT-Landschaft neu aufzustellen. Seine Zielvorstellung: „Dass wir zu 100 Prozent für alle Normen offen sind.“

In den letzten drei Jahren habe sich im Markt viel getan. Den Wettbewerb begrüßt Riener, das belebe den Markt.

„Wir alle brauchen so schnell wie möglich automatisierte Prozesse“, fügte Riener hinzu. Denn damit ließen sich Kosten einsparen, zudem werde der Kunde prozesssensibler. „Das wird ein Qualitätskriterium sein.“

Wellner: Versicherer müssen schnittstellenfit werden

Für Andrea Wellner, Geschäftsführerin der Courtage Control Consulting GmbH, steht nicht die Entscheidung „OMDS oder Bipro“ im Vordergrund. Viel bedeutsamer sei, dass Versicherer überhaupt etwas in puncto Digitalisierung unternehmen.

„Die Versicherungsunternehmen müssen fit gemacht werden, Schnittstellen bedienen zu können“, damit „möglichst alle Marktteilnehmer“ eingebunden werden können. Eine „besondere Schnittstelle“ zu haben, sei kein USP.

Ihre Vision sei „eine zentrale Drehscheibe, an die alle andocken können.“ Nach und nach könnte diese „auch andere Aufgaben übernehmen“.

Fleischacker: „Es passiert weniger, als möglich wäre“

Siegfried Fleischacker, Vorsitzender des Arbeitskreises Technologie im Fachverband der Versicherungsmakler, ortet ein Hindernis darin, dass unter einem Begriff oft Unterschiedliches verstanden werde.

„Mein Ziel war und ist: so wenige Standards wie möglich.“ Er wünsche sich, dass die beiden Standards – OMDS und Bipro – „ordentlich umgesetzt werden“.

Fleischacker bemängelte, dass weniger passiere, als eigentlich möglich wäre. Die Maklerschaft müsse gegenüber den Versicheren „mit einer Stimme“ sprechen. Sie dürfe nicht warten, „bis uns alles auf dem Silbertablett serviert wird“, sondern müsse sich produktiv beteiligen.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Digitalisierung · Maklercourtage · Strategie · Versicherungsmakler
 
WERBUNG
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
16.12.2014 – Der neue Vorstandssprecher der Dialog Lebensversicherung, Oliver Brüß, spricht im Interview über den Charme des österreichischen Marktes, Unterschiede zu Deutschland, die Ausrichtung der Produktpolitik, Die deutsche Lebensversicherungs-Reform und Österreich sowie die Digitalisierungs-Strategie des Unternehmens. (Bild: Dialog) mehr ...
 
11.4.2019 – Wie wird sich künstliche Intelligenz auf die Finanz- und Versicherungsberatung auswirken? Eine prominent besetzte Runde aus Branchen- und IT-Vertretern diskutierte darüber – und war sich zwar nicht in allem, aber in vielem einig. mehr ...
 
4.4.2019 – Wohin geht die Reise im Außendienst, bei Maklern und im Onlinevertrieb, und wie gehen Versicherer und Maklerverbünde miteinander um? Hochrangige Vertreter aus Maklerschaft und Versicherungswirtschaft diskutierten darüber. mehr ...