Allianz und Feuerwehren starten Kooperation

8.1.2026 – Zwei Drittel der Österreicher sind oder waren bereits ehrenamtlich aktiv oder können sich dies vorstellen, besagen Ergebnisse einer Umfrage der Allianz und des Bundesfeuerwehrverbandes. Häufige Einsatzgebiete sind Sportvereine, Feuerwehren und Nachbarschaftshilfe. Für drei Viertel der Ehrenamtlichen ist der Wunsch, zu helfen, Hauptbeweggrund. Zu den größten Hürden zählt Zeitmangel. In einer neuen Partnerschaft wollen Allianz und Bundesfeuerwehrverband im Bereich der Gefahrenprävention kooperieren.

Allianz-CEO Daniel Matic und Robert Mayer, Präsident des Bundesfeuerwehrverbandes (Bild: Allianz/Cardes)
Allianz-CEO Daniel Matic und Robert Mayer,
Präsident des Bundesfeuerwehrverbandes
(Bild: Allianz/Cardes)

Die Allianz und der Österreichische Bundesfeuerwehrverband haben eine Kooperation vereinbart. Dies gaben die beiden Partner gegen Jahresende bekannt.

Der Versicherer will „die wertvolle Arbeit der Feuerwehren durch gemeinsame Präventionsarbeit und Aufklärung direkt bei den Menschen vor Ort sowie durch spezielle Versicherungsleistungen und Vorteile für freiwillige Feuerwehrmitglieder“ unterstützen, wie Allianz-CEO Daniel Matic sagt.

„Besonders im Bereich der Gefahrenprävention können wir unser Know-how bündeln und gemeinsam mit dem Bundesfeuerwehrverband für noch mehr Schutz sorgen“, so Matic.

Beratung und Prävention

Durch das gemeinsame Netz an Standorten – Allianz-Agenturen und Stützpunkte der Feuerwehren – böten sich unterschiedlichste Möglichkeiten, die Menschen zu erreichen, so die Allianz zum VersicherungsJournal.

Neben allgemeinen Tipps zur Gefahrenprävention umfasse dieses Spektrum auch spezifische Themen, die in der jeweiligen Region relevant sind.

„Wir entwickeln gemeinsame Präventionskampagnen zu Themen wie Brandschutz, Unwetter und Risikominimierung, stellen digitale Inhalte und Schulungsunterlagen bereit und bringen unsere Erfahrung aus Schadenfällen und Risikoanalysen ein“, erklärt der Versicherer.

Mögliche Kontaktpunkte gebe es viele: von Veranstaltungen der Feuerwehren wie etwa Festen bis hin zu Beratungsgesprächen in den Allianz-Agenturen vor Ort. „Viele unserer Agenten sind übrigens selbst oft als Feuerwehrleute aktiv.“

Mehrere Produkte angekündigt

Was die Leistungen der Allianz für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren betrifft, werde man für diese mehrere Produkte, „wo es bislang am Markt keine eigenen Angebote für die Feuerwehren gibt“, anbieten.

Die genauen Konditionen will die Allianz 2026 gemeinsam mit den Feuerwehrverbänden und den Vertriebspartnern kommunizieren.

Rund die Hälfte ist oder war ehrenamtlich aktiv

Anlässlich des Starts der Kooperation haben Allianz und Bundesfeuerwehrverband bei Marketagent eine Umfrage zum Stellenwert des Ehrenamts in Österreich in Auftrag gegeben. Von 29. Oktober bis 4. November 2025 wurden österreichweit 1.060 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren befragt.

Den Ergebnissen zufolge engagiert sich fast jeder zweite Österreicher im Laufe des Lebens ehrenamtlich. Aktuell tue dies mehr als ein Viertel (27 Prozent), über die Hälfte davon (55 Prozent) mindestens einmal im Monat.

„Diese Zahlen zeigen, wie tief das Ehrenamt in unserem Land verankert ist. Dieses stille Sicherheitsnetz stärkt die Krisenfestigkeit unserer Gesellschaft und trägt jeden Tag zum Schutz unserer Bevölkerung bei – besonders sichtbar bei den 4.450 Freiwilligen Feuerwehren“, sagt Matic.

Zu den 27 Prozent aktiven Freiwilligen kommen laut Allianz 20 Prozent, die in der Vergangenheit ehrenamtlich aktiv waren. Weitere 20 Prozent können sich vorstellen, künftig ehrenamtlich tätig zu sein oder haben sogar schon konkrete Pläne dafür.

Sportplatz, Feuerwehr, Nachbarschaftshilfe

Wo erfolgt das ehrenamtliche Engagement? „Am häufigsten treffen sich Freiwillige am Sportplatz. Rund ein Drittel (33 Prozent) aller Ehrenamtlichen ist dort aktiv, wobei sich mehr Männer (37 Prozent) als Frauen (27 Prozent) in einem Sportverein einbringen“, berichtet die Allianz.

Auch im Brand- und Katastrophenschutz sind viele tätig. 20 Prozent verrichten Dienst in einer der 4.450 Freiwilligen Feuerwehren, wo den Angaben zufolge jährlich etwa 4,4 Millionen Einsatzstunden anfallen. Hier zeige sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: 30 Prozent der ehrenamtlich aktiven Männer sind im Brand- und Katastrophenschutz tätig, bei den Frauen 7 Prozent.

In der Nachbarschaftshilfe engagieren sich 14 Prozent.

Insgesamt verteile sich das ehrenamtliche Engagement ziemlich gleichmäßig auf Frauen und Männer. Dabei bringen sich Frauen häufiger in den Bereichen Bildung, Jugend und Schule (19 vs. 9 Prozent der Männer) sowie Soziales, Gesundheit und Pflege (17 vs. 8 Prozent der Männer) ein.

Hauptmotiv: der Wunsch, zu helfen

Als Hauptmotiv für ihr Engagement nennen 76 Prozent der Freiwilligen den Wunsch, anderen zu helfen. Fast gleich viele (72 Prozent) geben an, dass es ihnen Sinn und Erfüllung bietet. 65 Prozent schätzen die Freiwilligenarbeit als sinnvolle Gestaltung ihrer Freizeit.

„So groß die Bereitschaft für das freiwillige Engagement ist, so real sind aber auch die Hindernisse“, stellt die Allianz fest. So sei der mit Abstand häufigste Grund, sich nicht zu engagieren, Zeitmangel (44 Prozent). Ein Fünftel empfinde den Aufwand als zu hoch oder bekunde mangelndes Interesse (20 Prozent).

„Erfreulich hingegen: Negative Erfahrungen mit dem Ehrenamt in der Vergangenheit spielen kaum eine Rolle, ebenso wenig wie fehlende Möglichkeiten in der Umgebung oder Unsicherheiten bezüglich Versicherung und Haftung.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Marktforschung · Unwetter
 
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