Deutlich mehr neue Agenten und Makler

25.1.2019 – 461 Neugründer bei den Versicherungsagenten, 94 bei den Versicherungsmaklern und Beratern in Versicherungsangelegenheiten im Jahr 2018: Gegenüber 2017 sind dies Zuwächse um 17,6 beziehungsweise 20,5 Prozent – ein Plus deutlich über den durchschnittlichen 1,2 Prozent.

30.285 Neugründer – selbstständige Personenbetreuer nicht eingerechnet – haben 2018 den Schritt in die gewerbliche Selbstständigkeit gemacht. Das bedeutet abermals eine Zunahme, gegenüber 2017 ist es eine um 1,2 Prozent. Im Schnitt waren die Gründer 37 Jahre alt.

Dies teilte die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) am Donnerstag auf Basis vorläufiger Daten für das abgelaufene Jahr mit.

Mehr als vier Fünftel sind Einzelunternehmen

Beliebteste Rechtsform ist das nicht eingetragene Einzelunternehmen (77,1 Prozent) vor der GmbH (12,6 Prozent) und dem eingetragenen Einzelunternehmen (5,1 Prozent). 2,4 Prozent sind OGs, 2,1 Prozent KGs, der Rest entfällt auf andere Rechtsformen.

Die größten Neugründer-Sparten sind „Gewerbe und Handwerk“ mit 40,0 Prozent der neuen Unternehmen, der Handel (26,9 Prozent) und „Information und Consulting“ (19,7 Prozent).

Agenten und Makler können 2017er-Delle mehr als ausgleichen

Was die einzelnen Berufsgruppen betrifft, so weisen die Versicherungsvermittler, anders als noch 2017, wieder steigende Neugründerzahlen auf – und das gleich überdurchschnittlich stark.

Die Versicherungsagenten legten um 17,6 Prozent auf 461 Neugründungen zu, die Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten um 20,5 Prozent auf 94. Beide Berufsgruppen machen so nicht nur das 2017 verlorene Terrain wieder gut, sondern liegen auch deutlich über dem Niveau von 2016.

Zu den branchenübergreifend 30.285 Neugründungen steuern die Agenten somit 1,5 Prozent bei, die Makler 0,3 Prozent.

Neugründungen bei Versicherungsagenten und -maklern

Berufsgruppe

Anzahl der Neugründungen

Anteil an allen Neugründungen

2016

2017

2018

2016

2017

2018

Versicherungsagenten

409

392

461

1,4 %

1,3 %

1,5 %

Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsang.

83

78

94

0,3 %

0,3 %

0,3 %

Flexible Zeit- und Lebensgestaltung, „eigener Chef“ sein

Welche Motive treiben die Unternehmensgründer an? Der WKÖ-Gründerservice geht dem zwei Mal jährlich, im Juni und im Dezember, in einer Umfrage nach. 2018 nahmen insgesamt 2.764 Gründer teil.

71 Prozent erhoffen sich der Befragung zufolge eine flexiblere Zeit- und Lebensgestaltung, 69 Prozent wollen „ihr eigener Chef sein“. Für 62 Prozent stehe die Verantwortung im eigenen Unternehmen im Vordergrund, berichtet die WKÖ aus den Ergebnissen.

In die Selbstständigkeit gedrängt fühlten sich „im Gegensatz zu den Behauptungen in der medialen Diskussion“, so die WKÖ, nur acht Prozent.

Forderungen an die Politik

Die Wirtschaftskammer nutzte die Bekanntgabe der Gründerzahlen, um Forderungen zur Unterstützung der (Neu-)Unternehmer an die Politik zu richten.

„Neben einer Abschaffung der Mindest-Körperschaftssteuer fordern wir unter anderem die rasche Umsetzung des Beteiligungsfreibetrages“, sagte die Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft, Christiane Holzinger. Dieser Freibetrag solle 100.000 Euro betragen und gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt sein.

Holzinger spricht sich auch dafür aus, die steuerliche Abzugsfähigkeit von Aufwendungen für ein Arbeitszimmer im Wohnungsverband zu erleichtern. „Oft liegt der Arbeitsplatz beziehungsweise das Büro von Ein-Personen-Unternehmen im Wohnbereich und ist schwer räumlich trennbar.“

Deshalb sollten hierfür jährlich 1.500 Euro pauschal steuerlich abzugsfähig sein, und zwar auch dann, wenn der Mittelpunkt der Tätigkeit zwar außerhalb des Arbeitszimmers liegt, aber kein anderer Arbeitsplatz verfügbar ist.

Holzinger plädiert außerdem dafür, die Grenze für sofort abschreibbare geringwertige Wirtschaftsgüter auf 1.500 Euro anzuheben.

 
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