Ein Österreicher ist Europas Versicherungschef

25.5.2018 – Uniqa-Chef Andreas Brandstetter wurde für drei Jahre zum neuen Präsidenten von Insurance Europe, des Interessenverbandes der europäischen Versicherer und Rückversicherer gewählt. Als wichtigste Themen der nächsten Jahre sieht er die Unterversicherung bei Naturkatastrophen und Pensionsvorsorge sowie den Schutz der Konsumenten bei Big Data und Künstlicher Intelligenz.

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Bild: Pablo Morales
Andreas Brandstetter bei der Wahl zum
Präsidenten von Insurance Europe 
(Bild: Pablo Morales).

Die Generalversammlung von Insurance Europe, des Interessenverbandes der europäischen Versicherungen und Rückversicherungen, hat am 23. Mai in Madrid den CEO der Uniqa Insurance Group AG Andreas Brandstetter zu ihrem neuen Präsidenten gewählt.

Brandstetter wird dem Verband in den nächsten drei Jahren vorstehen. Er folgt auf Sergio Balbinot, Mitglied des Vorstands der Allianz SE, der nach zwei Funktionsperioden nicht mehr kandidieren durfte.

In einer ersten Reaktion betonte Brandstetter den großen Beitrag, den die Versicherungsindustrie für die Gesellschaft leiste, sowohl durch den Schutz, den sie ihren Kunden biete, als auch durch ihre langfristigen Investitionen, die sie in der Wirtschaft tätige.

Die schnelle Entwicklung der Gesellschaft müsse auch zu einer Entwicklung der Versicherungen führen. Dies sei eine besonders faszinierende Zeit, die europäischen Versicherer in Europa und in der Welt zu repräsentieren, so Brandstetter. Seinem Vorgänger dankte er für dessen „unglaublichen Einsatz“ als treibende Kraft und herausragenden Repräsentanten der europäischen Versicherer in den vergangenen Jahren.

Volles Programm

Zu den großen Themen der nächsten Jahre zählt Brandstetter den bevorstehenden Review von Solvency II sowie aus seiner Sicht „notwendige Adaptierungen“ von regulatorischen Vorschriften.

Wichtig ist Brandstetter auch das Thema Unterversicherung. Diese habe bei Naturkatastrophen im Vorjahr europaweit dazu geführt, dass nur ein Drittel der Schäden durch Versicherungen abgedeckt war. Und bei der Pensionsvorsorge stelle Unterversicherung ein „unverantwortliches volkswirtschaftliches Risiko“ dar.

Als Präsident von Insurance Europe wolle er Europas Gesetzgeber ermutigen, im Sinne ihrer langfristigen Verantwortung Lösungen zu suchen. Es müssten Anreize gesetzt werden, damit Europas Bürger zur privaten Vorsorge motiviert werden, so Brandstetter weiter.

Als „das große Zukunftsthema“ bezeichnete Brandstetter schließlich „Big Data und Künstliche Intelligenz“. Globaler Konsumentenschutz müsse oberste Priorität haben, nur die Kunden selbst dürften über ihre Daten entscheiden. Die europäischen Institutionen müssten sorgfältig darauf achten, dass für alle Marktteilnehmer gleiche Spielregeln gelten.

Dialog mit den Institutionen

Insurance Europe befinde sich als Interessenverband der europäischen Versicherungsverbände „in einem intensiven Dialog mit den entscheidenden Institutionen der EU“, schreibt die Uniqa in ihrer Pressemitteilung.

Ansprechpartner seien neben dem Europäischen Parlament und seinen Mitgliedern die Kommissare für Finanzmarkt, Konsumentenschutz und Binnenmarkt sowie die Arbeitsgruppen des europäischen Rates.

Insurance Europe mit Sitz in Brüssel vertritt die Interessen von 35 europäischen nationalen Versicherungsverbänden.

Die Organisation repräsentiert damit nach eigenen Angaben Versicherungsunternehmen, die rund 95 Prozent des europäischen Prämienaufkommens von 1.200 Milliarden Euro generieren, 940.000 Menschen beschäftigen und mehr als 10,1 Billionen Euro an Investments getätigt haben.

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Rückversicherung · Unwetter
 
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