WERBUNG

Erstes Quartal: Plus bei Prämien, Ergebnis rutscht ab

29.6.2020 – Das Geschäft verlief für die österreichische Versicherungswirtschaft im ersten Quartal an sich sehr gut: Alle drei Sparten legten bei den Prämieneinnahmen zu, in Summe um 2,54 Prozent auf 5,83 Milliarden Euro. Finanzergebnis und Vorsteuergewinn (EGT) sackten aber deutlich ab und lagen im Minus.

WERBUNG

Die Entwicklung der verrechneten Prämien verlief im ersten Quartal 2020 für Österreichs Versicherungswirtschaft gut: Mit 5,83 Milliarden Euro verzeichnete sie ein Plus von 2,54 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019.

Dies geht aus dem am Freitag von der Finanzmarktaufsicht (FMA) veröffentlichten „Quartalsbericht Q1 2020 Versicherungsunternehmen“ hervor – der übrigens, wie die FMA betont, ab nun einer neuen Darstellungsweise folgt (siehe Kasten).

Nicht nur direktes Geschäft, sondern Gesamtrechnung

Der FMA-Bericht stellt nunmehr das gesamte Geschäft der Versicherungsunternehmen dar, also nicht mehr nur das direkte, sondern auch das indirekte (Rückversicherungsübernahme) Versicherungsgeschäft.

Die Zahlen beziehen sich auf das gesamte Geschäft von Versicherern und Rückversicherern mit Sitz in Österreich.

Kleine Versicherungsvereine, Zweigniederlassungen von Drittland-Versicherern- oder -Rückversicherern sowie EWR-Versicherer und -Rückversicherer, die im freien Dienstleistungsverkehr oder via Niederlassungsfreiheit in Österreich tätig sind, sind somit nicht berücksichtigt.

Plus in allen Sparten

FMA-Bericht zum ersten Quartal 2020 (Bild: FMA)
FMA-Bericht zum ersten
Quartal 2020 (Bild: FMA)

Prämienzuwächse gab es in allen drei Sparten, besonders stark in der Krankenversicherung (+5,31 Prozent) und der Lebensversicherung (+5,17 Prozent).

Der Anteil der Prämien aus der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung an den Leben-Prämien insgesamt erhöhte sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert von 21,53 auf 23,39 Prozent.

In Summe deutlich stärker als die Prämien legten die Aufwendungen für Versicherungsfälle zu, nämlich, alle Sparten zusammengenommen, um 8,27 Prozent auf vier Milliarden Euro.

Die Zahlungen für Rückkäufe (549 Millionen Euro) machten rund 26,7 Prozent der Aufwendungen für Versicherungsfälle in der Lebensversicherung aus. Das Rückkaufvolumen sank laut FMA gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,08 Prozent.

Prämien und Versicherungsleistungen

Sparte

Verrechnete Prämien

Aufwendungen für Versicherungsfälle

in Mio. Euro

+/– ggü. Q1 2019

in Mio. Euro

+/– ggü.
Q1 2019

Schaden/Unfall

3.713

+1,08 %

1.547

–2,68 %

Lebensversicherung

1.499

+5,17 %

2.055

+18,91 %

Krankenversicherung

620

+5,31 %

398

+5,69 %

Summe

5.832

+2,54 %

4.000

+8,27 %

Vorsteuergewinn rutscht ins Minus

Das versicherungstechnische Ergebnis verringerte sich merklich: Verglichen mit 211,08 Millionen Euro im ersten Quartal 2019, lag es im ersten Jahresviertel 2020 um mehr als vier Fünftel niedriger bei 33,54 Millionen Euro.

Von den drei Sparten schloss nur die Schaden/Unfall-Versicherung positiv ab, das versicherungstechnische Ergebnis betrug hier 167,54 Millionen Euro; anders als die beiden anderen Sparten verbesserte sie sich sogar, und zwar um 56,83 Prozent.

Das Finanzergebnis fiel in den roten Bereich: Hatte es im ersten Quartal 2019 noch 720,60 Millionen Euro betragen, so fiel es im ersten Quartal 2020 auf –130,05 Millionen Euro.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) reduzierte sich im Quartalsvergleich von 389,40 Millionen Euro um fast eine halbe Milliarde Euro auf –64,73 Millionen Euro. Nur der Sparte Schaden/Unfall blieb mit 58,43 Millionen Euro ein negatives Ergebnis erspart.

Versicherungstechnik und Vorsteuergewinn

Sparte

Versicherungs-technisches Ergebnis

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Q1 2020

Q1 2019

Q1 2020

Q1 2019

Schaden/Unfall

167,54

106,83

58,43

284,15

Lebensversicherung

–111,18

60,59

–99,96

61,81

Krankenversicherung

–22,82

43,66

–23,20

43,44

Summe

33,54

211,08

–64,73

389,40

Eigenmittelausstattung „nach wie vor gut“

Die Eigenmittelausstattung sei nach wie vor gut, heißt es von der FMA: 54 Prozent der Unternehmen weisen laut Aufsicht einen Solvabilitätsgrad (SCR) von über 200 Prozent aus, womit ihre Finanzmittel mehr als doppelt so hoch seien wie zur Erfüllung aller Verpflichtungen erforderlich.

„Die stillen Reserven der Kapitalanlagen (ohne jene der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung)“, so die FMA, „nahmen im Quartalsvergleich aber auf 19,79 Milliarden Euro ab, ein Minus von –13,33 Prozent. Die Reservequote beträgt damit zum Ende des Berichtzeitraumes 21,84 Prozent.“

Zum Herunterladen

Der „Quartalsbericht Q1 2020 Versicherungsunternehmen“ kann als PDF-Dokument (778 KB) von der FMA-Website heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung · Rückversicherung · Solvabilität · Versicherungsaufsicht
 
WERBUNG
WERBUNG
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
7.8.2019 – Alle österreichischen Versicherer erfüllen die gesetzlichen Solvabilitätsanforderungen. Eine Studie des Beratungsunternehmens EY hat die heimischen Versicherungsunternehmen verglichen. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede. (Bild: EY) mehr ...
 
18.6.2018 – Hier finden Sie eine Gegenüberstellung der derzeit geltenden und der vorgeschlagenen VersVG-Bestimmungen zum Rücktrittsrecht sowie das Muster, das der Gesetzesentwurf für die Rücktrittsbelehrung vorsieht. mehr ...