Grawe mit weiterem Wachstum

24.6.2020 – Die Zahl der Verträge ist im Vorjahr um 2,1 Prozent gestiegen, die gesamten verrechneten Prämien legten um 6,9 Prozent zu und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich sogar um 8,9 Prozent. Auch die Solvabilitätsquote ist weiter gestiegen. Einziger Wermutstropfen: Der Gesamtkonzern musste einen Gewinnrückgang hinnehmen. Für das laufende Jahr zeigt sich der Konzern optimistisch.

Grawe-Geschäftsbericht 2019 (Cover: Grawe)
Grawe-Geschäftsbericht 2019
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Die Grazer Wechselseitige Versicherung AG hat 2019 von der stabilen wirtschaftlichen Entwicklung profitiert und erneut Steigerungen bei Prämien und Ergebnissen erreicht. Der Kostendruck sei durch die positive Entwicklung der Kapitalmärkte und den guten Schadenverlauf gemildert worden, so das Unternehmen.

Die Vertragszahl ist im Vorjahr um 2,1 Prozent auf 2,287.943 gestiegen, wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Der weitaus größte Anteil entfällt dabei auf die Schaden- und Unfallversicherung (2,111.193 Verträge), die Anzahl konnte hier um 2,2 Prozent gesteigert werden.

Auch in der Lebensversicherung verzeichnete die Grawe wieder einen Zuwachs (+1,0 Prozent auf 176.750 Verträge), nachdem im Jahr davor (VersicherungsJournal 8.5.2019) noch ein Rückgang um 1,2 Prozent hingenommen werden musste.

Die Zahl der Verträge mit laufenden Prämien in der Lebensversicherung erhöhte sich um 1,2 Prozent auf 168.572, während die Zahl der Verträge mit Einmalprämien um 4,0 Prozent auf 8.178 zurückging. Das versicherte Kapital in der Lebensversicherung stieg um 3,6 Prozent auf 5.296 Millionen Euro.

Prämien um 6,9 Prozent gewachsen

Die verrechneten Prämien des Gesamtgeschäfts konnten im Vergleich zum Jahr davor um 6,9 Prozent auf 629,1 Millionen Euro gesteigert werden. Davon entfielen 482,4 Millionen auf die Schaden- und Unfallversicherung und 146,7 Millionen auf die Lebensversicherung.

Ebenfalls gestiegen sind die abgegrenzten Versicherungsleistungen in der Schaden- und Unfallversicherung (direktes Geschäft): Sie erhöhten sich um 3,8 Prozent auf 288,8 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schadensatz verbesserte sich von 67,9 auf 67,15 Prozent, die Anzahl der Schadenmeldungen reduzierte sich um 1,1 Prozent auf 188.673.

Rückläufig waren dagegen die Aufwendungen für Versicherungsfälle in der Lebensversicherung (inklusive bezahlter Gewinnanteile): Sie sanken um 2,7 Prozent auf 118,0 Millionen Euro. Die Zahl der Leistungsfälle reduzierte sich um 17,7 Prozent auf 12.723.

Die Combined Ratio des Gesamtgeschäfts nach Abzug des Rückversicherungsanteils verschlechterte sich gegenüber 2018 leicht von 95,41 auf 96,13 Prozent, war aber immer noch deutlich besser als 2017 (99,30 Prozent). Ursache sei der gestiegene Kostensatz gewesen, so die Grawe.

Kapitalanlagen, Eigenkapital und Solvabilität

Die Kapitalanlagen inklusive Guthaben bei Kreditinstituten stiegen 2019 um 5,5 Prozent auf mehr als 3,3 Milliarden Euro. Überproportional entwickelten sich die Kapitalanlagen der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung (+7,7 Prozent) aufgrund des guten Geschäftsverlaufs und der positiven Marktentwicklung.

Das Eigenkapital erhöhte sich um 8,3 Prozent auf 784,6 Millionen Euro, da der gesamte Jahresüberschuss in Höhe von 60,2 Millionen Euro an die freie Rücklage bzw. die Risikorücklage zugewiesen wurde.

Die Solvabilitätsquote ist laut SFCR-Bericht (Bericht über die Solvabilität und Finanzlage) per Ultimo 2019 auf 344,8 Prozent angestiegen (Ende 2018: 330,9 Prozent).

Prämienwachstum auch im Konzern

Der Grawe-Konzern, der neben Österreich auch Versicherungs-Tochtergesellschaften in zwölf mittel-, ost- und südosteuropäischen Ländern sowie Immobilien- und Finanzdienstleistungsgesellschaften umfasst, konnte 2019 die verrechneten Prämien um 6,4 Prozent auf 950,3 Millionen Euro steigern.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank allerdings von 161,1 auf 151,9 Millionen Euro. Rückgänge gab es beim Ergebnis der Kreditinstitute und im Bereich der Lebensversicherung, während das allgemeine Versicherungsgeschäft Zuwächse aufwies.

Die Kapitalanlagen des Gesamtkonzerns erhöhten sich um 5,6 Prozent auf 6.377,3 Millionen Euro. Die Bilanzsumme stieg von 10,66 auf 11,14 Milliarden Euro.

Ausblick: Weiteres Wachstum?

Im nun veröffentlichten Konzern-Geschäftsbericht geht der Vorstand in seiner allerdings mit 20. März datierten Prognose von einem „deutlichen Prämienwachstum“ bei der Schaden- und Unfallversicherung, vor allem in den Ländern Zentral- und Osteuropas, im heurigen Jahr aus.

Auch im Bereich der Lebensversicherung wurde zu diesem Zeitpunkt mit einem „leichten Anstieg des Prämienvolumens“ gerechnet.

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie betont der Vorstand, dass die Unternehmensfortführung durch die stabile Eigenmittelausstattung der Gruppe nicht gefährdet sei; erwartet werden aber Auswirkungen auf Erträge und Profitabilität der Konzerngesellschaften.

In einer Pressemitteilung zur Bilanz 2019 von gestern schließlich heißt es, dass die Grawe „voller Optimismus in die Zukunft“ blicke.

Grazer Wechselseitige Versicherung 2019 – ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

2019

2018

Verrechnete Prämien

629,09

588,24

Versicherungstechnisches Ergebnis
- Schaden- und Unfallversicherung
- Lebensversicherung


15,77
5,93


7,20
5,53

Combined Ratio

96,13 %

95,14 %

Kapitalanlagen

3.094,20

2.936,05

Erträge aus Kapitalanlagen

126,40

123,80

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

76,17

69,97

Eigenkapital

784,58

724,37

Jahresüberschuss nach Steuern

60,21

57,56

Bilanzsumme

3.430,45

3.257,10

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Der Geschäftsbericht 2019 kann als PDF-Dokument (5.714 KB) von der Website der Grawe heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Darlehen · Geschäftsbericht  · Immobilie · Lebensversicherung · Rückversicherung · Solvabilität · Steuern
 
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