Krankenkassen melden Bilanzverlust

19.2.2021 – Das vorläufige Ergebnis der österreichischen Krankenversicherungsträger zeigt in Summe einen Bilanzverlust in Höhe von 83 Millionen Euro. Das sei aber „weitaus positiver“ als erwartet, heißt es aus dem Dachverband. Im August 2020 habe man noch ein Defizit von über einer halben Milliarde prognostiziert.

„Das vorläufige Ergebnis der drei Krankenversicherungsträger ÖGK, SVS und BVAEB zeigt einen Bilanzverlust von 83 Millionen Euro.“ Das gab Peter Lehner, der Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, am Donnerstag bekannt.

Er will dieses Minus jedoch „im Verhältnis zum Gebarungsvolumen von rund 20 Milliarden Euro gesehen“ wissen: Damit falle die Bilanz nämlich „weitaus positiver“ aus als prognostiziert. So sei im August 2020 noch mit einem Defizit von 558 Millionen Euro gerechnet worden.

Der Gesamtverlust von 83 Millionen ergibt sich laut Dachverband der Sozialversicherungsträger aus einem Minus von 32,4 Millionen Euro der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), 2,3 Millionen der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS) und 48,5 Millionen der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB).

Um 2,1 Prozent mehr Einnahmen

Die gesamten Beitragseinnahmen weisen nach Angaben des Dachverbandes ein vorläufiges Wachstum um 2,1 Prozent auf.

Wiederum nach Versicherungsträgern aufgeschlüsselt, zeigt sich bei der ÖGK ein vorläufiges Beitragsplus für pflichtversicherte Erwerbstätige von 0,5 Prozent und in der BVAEB eines von 2,7 Prozent. Für die SVS wird ein Rückgang um 3,8 Prozent ausgewiesen.

Für Lehner heißt das „wenn auch nur leichte“ Wachstum der Beitragseinnahmen, „dass die Maßnahmen der Bundesregierung wirken. Eine wichtige Rolle spielt hier die Kurzarbeitsregelung.“

Weniger Leistungsaufwand

Der Leistungsaufwand ist Lehner zufolge durch die Coronakrise gesunken. Von den Versicherten seien „weniger Leistungen abgerufen als angenommen“ worden.

Bei den ärztlichen Leistungen ist ein Rückgang um 0,1 Prozent zu verzeichnen, nachdem mit einem Plus von 4,3 Prozent gerechnet worden war, heißt es vom Dachverband.

Bei Zahnbehandlungen gab es ein Minus von 2,5 Prozent, bei Zahnersatz eines von 4,8 Prozent. „Dem gegenüber steht allerdings ein Zuwachs bei Heilmitteln um 5,0 Prozent“, berichtet Lehner.

Voranschlag 2021

Der Voranschlag für 2021 geht in der Krankenversicherung von einem Bilanzverlust von 339 Millionen Euro aus. Davon entfallen 193 Millionen Euro auf die ÖGK, 161 Millionen auf die BVAEB und 15 Millionen auf die SVS.

Lehner: „Das Wachstum der Beiträge liegt dabei mit +3,1 Prozent noch unter dem Vorkrisenniveau, zugleich wird ein Anstieg im Leistungsbereich um +6,8 Prozent in der ärztlichen Hilfe und den gleichgestellten Leistungen veranschlagt.“

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