Nach kräftigem Plus: Die Strategie der Allianz 2019

28.3.2019 – Die Allianz-Gruppe in Österreich hat ihren Gewinn vor Steuern 2018 um ein Drittel auf 137,5 Millionen Euro gehoben. Heuer will sie mit „Bewusstseinsbildung“ und „Anreizen“ die Lebensversicherung forcieren, auch ein neues Produkt für Kleinstunternehmen ist angekündigt. Außerdem will der Versicherer „weiße Flecken“ auf der Österreich-Karte füllen und zeigt auch Interesse an „externem“ Zubau.

Die Allianz-Gruppe in Österreich hat am Mittwoch Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 vorgestellt. In den Sparten Schaden/Unfall- und Krankenversicherung erzielte sie demnach Prämienzuwächse, während es in der Lebensversicherung einen Rückgang gab. Insgesamt wurden knapp 1,5 Milliarden Euro eingenommen.

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle beliefen sich auf 960 Millionen Euro (–3,9 Prozent), wobei sie sich in der Lebens- und der Krankenversicherung reduzierten.

„Die Brutto-Aufwendungen für Versicherungsfälle in der Schaden- und Unfallversicherung vor Rückversicherung gingen auf 611,8 Millionen Euro, um 7,2 Prozent, zurück“, berichtet die Allianz. „Rückenwind gab es hier durch das Ausbleiben größerer Schäden aus Naturkatastrophen.“

Allianz-Gruppe Österreich im Geschäftsjahr 2018

Sparte

Prämieneinnahmen

Aufwendungen für Versicherungsfälle

2018

+/–
ggü. 2017

2018

+/–
ggü. 2017

Schaden/Unfall

998,5

+3,5 %

611,8

–7,2 %

Leben

372,5

–2,5 %

301,8

+1,5 %

Kranken

79,7

+7,8 %

46,7

+10,7 %

EGT um ein Drittel gesteigert

Die Combined Ratio verbesserte sich um 4,4 Prozentpunkte von 95 (2017) auf 90,6 Prozent Ende 2018. „Nicht zuletzt greifen hier auch bereits die konsequenten Anstrengungen zur Vereinfachung und Beschleunigung der internen Prozesse, die auch auf der Kostenseite positiv wirken“, heißt es aus dem Unternehmen.

Wie die Allianz ausführt, seien die Etablierung von fünf Regionaldirektionen „mit Fokus auf verstärkte Kundennähe und unternehmerische Aktivierung“ erfolgt und „die Mehrstufigkeit in Arbeitsprozessen“ durch „Managementverantwortung für die Geschäftsannahme sowie Umsatz/Ertrag vor Ort“ abgelöst worden.

„Erfreulich“ sei die Entwicklung des versicherungstechnischen Ergebnisses. Es wuchs laut Allianz um 59,3 Prozent auf 110,8 Millionen Euro. Das Investmentergebnis fiel hingegen um 21,3 Prozent niedriger aus als im Vorjahr und kam bei 129,4 Millionen Euro zu liegen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wiederum verbesserte sich um 33,8 Prozent auf 137,5 Millionen Euro. „Im Operating Profit, der sich auf 140,2 Millionen für 2018 beläuft, zeigt sich ein Plus von 43,4 Prozent.“

Lebensversicherung: Renditeanreiz und Bewusstseinsbildung

Rémi Vrignaud, Vorstandsvorsitzender der Allianz Österreich (Bild: Allianz)
Rémi Vrignaud, Vorstands-
vorsitzender der Allianz
Österreich (Bild: Allianz)

„Wir haben uns 2018 Vorteile erwirtschaftet, die wir bereits in konkreten Kundennutzen investieren, so in der Lebensversicherung“, sagt Vorstandschef Rémi Vrignaud.

Die Allianz spricht in dem Zusammenhang von Kostenvorteilen, die man an Kunden weitergebe: „In der Lebensversicherung (‚Fixkosten Plus‘) etwa erhöhen wir die Zusatzgewinnbeteiligung (Kostengewinne), wodurch die Kundenrendite um zirka 0,22 Prozentpunkte steigt.“

Die Lebensversicherung sei „ohne Alternative, wenn man eine lebenslange Rente bekommen möchte“, so die Allianz.

„Hier setzen wir auf Bewusstseinsbildung, um die Lebensversicherung in der Bevölkerung wieder attraktiver zu machen, und fokussieren unsere vertrieblichen Aktivitäten darauf.“

Vertriebsausbau und eine Produktankündigung

„Vertriebliche Zubauprogramme“ für den urbanen Bereich sowie das „Schließen von Lücken in Gegenden mit ‚weißen Flecken‘“ seien gestartet, letztere sollen „kontinuierlich durch Vertriebs- und Produktinitiativen“ geschlossen werden.

Schwerpunkte setzt die Allianz „neben der fortgesetzten Forcierung der Lebensversicherung“ im Gewerbe- und im Kfz-Geschäft. Sie verweist darauf, dass im Kfz-Bereich seit Kurzem „eine neue Produktwelt mit Paketstruktur“ zur Verfügung stehe, in der zwischen den vier Paketen Comfort (Basis), Plus (Naturkasko), Extra (Teilkasko) und Max (Vollkasko) gewählt werden kann.

Und: „Für den Gewerbebereich wird es im heurigen Jahr ein neues Produkt speziell für Kleinstunternehmen geben.“

Offen für „externen Zubau“

Offen zeigt sich die Allianz außerdem für „externen Zubau, ob durch klassische Kooperationen, Investitionen in Zukäufe oder auch Verschränkungen mit der digitalen Fintech-Wirtschaft“.

Hat sie hier schon etwas Konkretes im Auge? „Wir analysieren in all diesen Bereichen die Märkte“, beschreibt die Allianz gegenüber dem VersicherungsJournal den aktuellen Stand.

„Wir schließen nichts aus, schauen uns die Märkte genau an und prüfen, was effizient in unsere Agenda einzahlt“, sagt Vrignaud. „Unser Zugang lautet jedenfalls, man muss die ganze Klaviatur bespielen“, so der Vorstandsvorsitzende zu dem Ziel, die Marktanteile zu vergrößern.

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