Oberösterreichische: Hohe Schäden durch Juni-Unwetter

19.7.2021 – Die Oberösterreichische zeigt sich mit der Prämienentwicklung im ersten Halbjahr – ein Plus in der Sach-, ein leichtes Minus in der Lebensversicherung – zufrieden. Dem steht gegenüber, dass die Unwetterschäden Spuren hinterlassen haben: Ende Juni habe man es mit dem größten Schadensereignis der Unternehmensgeschichte zu tun gehabt. Die Schadenleistungen übersteigen 80 Millionen Euro, heißt es in der Freitagvormittag veröffentlichten Mitteilung.

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„Grundsätzlich sehr zufrieden“ zeigen sich Othmar Nagl, Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung AG, und Vorstandsdirektorin Kathrin Kühtreiber-Leitner mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr.

In der Lebensversicherung wird es zwar laut der Mitteilung vov Freitagvormittag voraussichtlich ein Minus von 1,0 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 bringen. Der Rückgang falle aber „weniger drastisch aus, als durch Niedrigzinssituation und abreifende Verträge aus der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge zu erwarten war“.

In der Schaden/Unfall-Versicherung habe man im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 hingegen ein Plus von 3,9 Prozent verzeichnet. Getragen sei das Wachstum in den Sachsparten vor allem vom Gewerbebereich, sagt Kühtreiber-Leitner. Auch auf die Kfz-Sparte sei „Verlass“ gewesen.

Prognose: 2021 etwa auf dem Niveau von 2020

Insgesamt rechne man für das aktuelle Versicherungsjahr mit einem Prämienvolumen von rund 460 Millionen Euro. Das entspräche etwa dem Niveau von 2020.

Vergangenes Jahr beliefen sich die verrechneten Prämien auf 461,8 Millionen Euro: 103,7 Millionen Euro in der Lebensversicherung sowie 332,6 Millionen Euro im direkten und 25,5 Millionen Euro im indirekten Schaden/Unfall-Geschäft.

„Teuerstes Schadensereignis der Unternehmensgeschichte“

Getrübt wird das Plus des ersten Halbjahres in der Sachversicherung von dem Umstand, dass „mit den geballten Unwettern und Hagelschlägen Ende Juni aber auch das größte Schadensereignis der Unternehmensgeschichte zu stemmen“ ist.

Die konzentrierten Unwetter der letzten Wochen, vor allem die massiven Hagelschläge Ende Juni hätten nämlich deutliche Spuren hinterlassen: „Mehr als 13.000 Schäden sind bereits in Bearbeitung. Es kommen immer noch neue dazu. Die Schadenleistungen betragen bereits rund 82 Millionen Euro“, berichtete Nagl.

Auffällig sei dabei eine hohe Anzahl an Kaskoschäden. Nagl: „Das Schadensausmaß dürfte sich allein bei beschädigten Fahrzeugen auf bis zu 15 Millionen Euro belaufen.“

Folgeschäden drohen

Neben der Masse an Schadensfällen sei für die Erledigung „die herrschende Ressourcenknappheit bei Arbeitsleistung und Material“ ein erschwerender Faktor, stellt das Unternehmen fest.

„Wir gehen leider davon aus, dass manche Betroffene mit einem Provisorium in den Winter gehen müssen. Das begünstigt wiederum mögliche Folgeschäden, die sich erst im Frühjahr zeigen werden“, so Nagl.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung · Sachversicherung · Unwetter · Zukunftsvorsorge
 
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