PVA: 2018 Höchstwerte bei Pensionen und Beiträgen

26.6.2019 – Zwar hat sich 2018 auch die Zahl der Pensionisten weiter erhöht, dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung ist die Zahl der Beitragszahler aber stärker gestiegen. Erneut gesunken ist damit die Pensionsbelastungsquote. Mehr als 98 Prozent der Pensionsleistungen waren durch Beiträge der Versicherten gedeckt. Der Bundesbeitrag war, bereinigt um einen Einmaleffekt im Jahr 2017, weiter rückläufig. Weniger als ein Prozent des gesamten Aufwandes machte der eigene Verwaltungsaufwand aus.

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In der Generalversammlung der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) am 24. Juni wurde der Rechnungsabschluss 2018 präsentiert und beschlossen.

Das gesamte Gebarungsvolumen nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG), dem Bundespflegegeldgesetz und dem Nachtschwerarbeitsgesetz erhöhte sich im Vorjahr um 3,6 Prozent auf 37,86 Milliarden Euro. Der weitaus größte Teil davon betraf mit 35,85 Milliarden das ASVG.

Mehr Versicherte, mehr Pensionisten

Die Zahl der Pflichtversicherten ist im Jahresdurchschnitt um 2,8 Prozent auf 3,401.794 gestiegen; im Zehnjahreszeitraum von 2008 bis 2018 bedeutet das eine Zunahme um 14,5 Prozent. Grund dafür sei die positive wirtschaftliche Entwicklung gewesen, so die PVA.

Deutlich weniger stark angestiegen ist die Zahl der Pensionen: Sie betrug durchschnittlich pro Monat 1,954.315, was einem Plus von 1,0 Prozent gegenüber 2017 und einer Zunahme um 11,3 Prozent gegenüber 2008 entspricht. 102.288 Neuzugängen standen dabei im Vorjahr 75.783 Pensionswegfälle wegen Todes gegenüber.

Damit kamen 2018 auf 1.000 Pflichtversicherte 574 ausbezahlte Pensionen. Diese als „Pensionsbelastungsquote“ bezeichnete Größe ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken; im Vorjahr war sie noch bei 585, im Jahr 2009 bei 610 gelegen.

Die Zahl der Alterspensionen stieg per Dezember 2018 um 2,4 Prozent auf 1,366.828; in dieser Zahl sind auch Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspensionen ab dem Regelpensionsalter enthalten. Darüber hinaus wurden 133.970 Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspensionen sowie 61.934 vorzeitige Alterspensionen ausbezahlt.

Steigende Aufwände und Einnahmen

Insgesamt hat die PVA im Vorjahr Aufwendungen von 35,84 Milliarden Euro verbucht, was einem Zuwachs um 3,7 Prozent entspricht. 88,3 Prozent davon betrafen Pensionen, 2,9 Prozent Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation (8,8 Prozent: Sonstige).

Die Summe der Pensionsaufwendungen erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 31,67 Milliarden Euro. Davon betrafen 25,67 Milliarden Alterspensionen, weitere 2,15 Milliarden Pensionen der geminderten Arbeitsfähigkeit (Berufsunfähigkeit, Invalidität) sowie 3,83 Milliarden Hinterbliebenenpensionen.

Die Erträge der PVA summierten sich 2018 auf 35,84 Milliarden Euro. 87,1 Prozent davon waren Beiträge von Versicherten, 10,5 Prozent stammten aus Bundesbeiträgen, 2,4 Prozent betrafen sonstige Erträge.

Die Beiträge der Versicherten beliefen sich damit auf 31,22 Milliarden Euro (+2,3 Prozent gegenüber 2017); von diesen stammten 27,69 Milliarden aus Beiträgen von Erwerbstätigen. 98,9 Prozent waren Pflichtbeiträge.

Größter Teil der Kosten durch Beiträge gedeckt

Damit seien die Ausgaben für Pensionen zu 98,58 Prozent durch Beiträge der Versicherten gedeckt gewesen. Der Bundesbeitrag betrug 3,77 Milliarden Euro, was gegenüber 2017 einem Anstieg um 17,7 Prozent entspricht.

Allerdings hatten Zahlungen der Bank Austria für die Überführung ihrer Pensionsanspruchsberechtigten in die ASVG-Pension in Höhe von 768 Millionen Euro einen starken Einmaleffekt bewirkt. Um diesen bereinigt sei der Bundesbeitrag auch 2018 gesunken.

Bundesbeitrag zur PVA

Jahr

Mrd. Euro

Jahr

Mrd. Euro

2018

3,77

2015

4,41

2017*

3,20

2014

4,62

2016

4,34

Ausbau des Rehabilitationsangebots

Für Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation wurden 2018 1,05 Milliarden Euro und damit um 6,2 Prozent mehr als im Jahr davor aufgewendet.

76,4 Prozent der Aufwendungen entfielen auf Vertragseinrichtungen, 17,7 Prozent auf eigene Einrichtungen der PVA. Insgesamt wurden 196.613 Heilverfahren durchgeführt, davon betrafen 62.598 die Rehabilitation und 134.015 die Gesundheitsvorsorge.

Manfred Anderle, Obmann der PVA, betonte dazu, dass im Vorjahr mit dem „Rehajet“ erstmals medizinische und berufliche Rehabilitation verknüpft worden seien. Darüber hinaus sei die stationäre psychiatrische Rehabilitation ausgebaut worden.

Verwaltungsaufwand konstant

2018 hat die PVA 1,25 Milliarden Euro (+3,7 Prozent gegenüber 2017) an Beiträgen zur Krankenversicherung der Pensionisten geleistet. Der eigene Verwaltungsaufwand stieg um 3,0 Prozent auf 307,7 Millionen Euro.

Größter Posten war hier mit 258,4 Millionen Euro der Personalaufwand, der sich aber mit einem Plus von 1,2 Prozent unterdurchschnittlich erhöhte. Der Sachaufwand stieg um 4,2 Prozent auf 68,5 Millionen Euro.

Insgesamt mache der eigene Verwaltungsaufwand damit 0,86 Prozent des Gesamtaufwandes aus. Dieser Anteil ist gegenüber 2017 unverändert geblieben, 2016 war er noch bei 0,90 Prozent gelegen.

Zum Herunterladen

Die Präsentation des Rechnungsabschlusses kann als PDF-Dokument (4,6 MB) von der Website der PVA heruntergeladen werden. Weiters steht dort auch der Jahresbericht 2018 als PDF-Dokument (2,6 MB) zur Verfügung.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Berufsunfähigkeit · Gesundheitsreform · Invalidität · Pension  · Risikoleben · Senioren · Sozialversicherung
 
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