So läuft das Kerngeschäft für die Versicherungswirtschaft

25.4.2019 – Das versicherungstechnische Ergebnis der österreichischen Versicherungswirtschaft belief sich 2018 auf 506,5 Millionen Euro. Nach dem Plus der beiden Vorjahre bedeutet das wieder einen Rückgang – um 12,8 Prozent gegenüber 2017. Schaden/Unfall schrumpfte zwar, hält sich aber im Langzeitvergleich auf hohem Niveau; Leben erholte sich auf niedrigem Niveau, die Krankenversicherung schrumpfte auf eine unterdurchschnittliche Summe.

Das versicherungstechnische Ergebnis ist eine der zentralen Kennzahlen, die darüber Auskunft gibt, wie das Kerngeschäft eines Versicherungsunternehmens „läuft“.

Zuletzt ist das versicherungstechnische Ergebnis für die österreichische Versicherungswirtschaft insgesamt – nach Anstiegen 2016 und 2017 – wieder zurückgegangen. Das zeigt eine Auswertung auf Basis von Daten der Finanzmarktaufsicht (FMA).

Rückgang, aber Platz vier im 14-Jahres-Vergleich

Gegenüber 2017 ist das versicherungstechnische Ergebnis (direktes Geschäft) 2018 um 12,81 Prozent auf 506,54 Millionen Euro gesunken.

In einer Zeitreihe, die wir in dieser Auswertung beim Jahr 2005 beginnen lassen, liegt 2018 mit einem versicherungstechnischen Ergebnis von 506,5 Millionen Euro aber immer noch vergleichsweise gut, nämlich auf Platz vier.

Das beste Ergebnis war 2013 mit 623,2 Millionen Euro erzielt worden, zweit- und drittstärkstes Jahr waren 2016 und 2017. Das schlechteste Ergebnis brachte das Krisenjahr 2008: Mit –90,8 Millionen Euro war es auch das einzige im Langzeitvergleich, das im roten Bereich lag.

Versicherungstechnische Ergebnisse der österreichischen Versicherungswirtschaft 2005 bis 2018, gesamt (Daten: FMA, Grafik: Lampert)
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Schaden/Unfall rückläufig, aber weiter stark

Der Blick auf die Sparten zeigt etwas genauer, wo das versicherungstechnische Ergebnis im vergangenen Jahr Federn lassen musste.

Den in absoluten Zahlen größten Rückgang gab es im Schaden/Unfall-Geschäft, das sich um 77,9 Millionen Euro (19,3 Prozent) auf 325,3 Millionen Euro reduzierte. Auch hier gilt aber: Im Zeitvergleich seit 2005 ist das ein hoher Wert – der zweithöchste hinter jenem von 2017.

Tatsächlich bewegte sich die Sparte in der ersten Hälfte der 14-jährigen Zeitreihe sogar immer im negativen Bereich. Erst 2012 gelang der Wechsel ins – damals noch hauchdünne – Plus. 2015, 2016 und 2017 verzeichnete Schaden/Unfall einen umso kräftigeren Anstieg.

Leben erholt sich auf niedrigem Niveau

Anders sieht die Kurve in der Lebensversicherung aus: Zu Beginn der Zeitreihe war sie noch der Spitzenreiter, erlitt im Zuge der Finanzkrise einen deutlichen Abschwung, erholte sich nach 2008, ihrem einzigen Minus-Jahr, wieder und verblieb dann mit Schwankungen auf einigermaßen hohem Niveau.

2014 begann die Leben-Sparte nach einem Höchststand von 365,7 Millionen Euro (2013) aber abzubauen. 2018 erreichte sie ein versicherungstechnisches Ergebnis von 101,7 Millionen Euro und erholte sich damit gegenüber dem Vorjahr wieder (+102,1 Prozent). Im Ranking der letzten 14 Jahre reicht das dennoch nur für Platz zwölf.

Krankenversicherung schwächelt

Die Krankenversicherung brachte 2018 ein im Langzeitvergleich unterdurchschnittliches Resultat in Höhe von 79,6 Millionen Euro – gegenüber 2017 ein Rückgang um 37,6 Prozent. Nur in den vier Jahren zu Beginn des 14-Jahres-Zeitraums fiel das Ergebnis niedriger aus.

Ihren Höchstwert hatte sie 2013 (144,44 Millionen Euro) erreicht, den niedrigsten 2007 (40,3 Millionen Euro).

Versicherungstechnische Ergebnisse der österreichischen Versicherungswirtschaft 2005 bis 2018, nach Sparten (Daten: FMA, Grafik: Lampert)
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Lebensversicherung · Ranking · Versicherungsaufsicht
 
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