Swiss Re trotz hoher Schäden gut unterwegs

25.2.2019 – Die Geschäftsbereiche „Property & Casualty“ sowie „Corporate Solutions“ litten 2018 unter Großereignissen, die Schaden-Kosten-Sätze betrugen jeweils mehr als 100 Prozent. Am besten hat sich „Life & Health Reinsurance“ entwickelt. Der Gewinn stieg um 27 Prozent, die Dividende soll erhöht werden. In der Jänner-Vertragserneuerungsrunde konnte der Schweizer Konzern einen Anstieg des Prämienvolumens um 19 Prozent und eine verbesserte Preisqualität erzielen.

Das gesamte Prämienvolumen der Swiss Re Group stieg im Vorjahr um 4,7 Prozent auf 36,4 Milliarden US-Dollar, so der Schweizer Konzern in einer Medienmitteilung zum Geschäftsjahr 2018. Treiber seien das Leben- und Krankengeschäft der Gruppe gewesen.

Der Konzerngewinn belief sich auf 421 Millionen US-Dollar, was gegenüber 2017 eine Steigerung um rund 27 Prozent bedeutet. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich von 1,0 auf 1,4 Prozent.

Negativ auf die Ergebnisse ausgewirkt hätten sich vor allem Naturkatstrophen und „Man-made“-Großschäden sowie eine Änderung in den Rechnungslegungsbestimmungen US GAAP; ohne letztere wäre ein Konzerngewinn von 894 Millionen US-Dollar erwirtschaftet worden, so die Swiss Re.

Geplant sind die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 5,60 Euro je Aktie (Vorjahr: fünf Euro) sowie ein neues öffentliches Aktienrückkaufprogramm; bereits kurz nach der Generalversammlung 2019 könnte eine erste Tranche mit bis zu einer Milliarde Euro beginnen.

Großschäden belasten

2018 sei das Jahr mit den vierthöchsten Schäden für die Versicherungsindustrie gewesen, schreibt Swiss Re.

Der Konzern selbst musste Großschäden (nach Abzug von Retrozession und vor Steuern) in Höhe von rund drei Milliarden US-Dollar verbuchen. Davon seien 2,2 Milliarden auf Naturkatastrophen und 0,8 Milliarden auf Man-Made-Großschäden entfallen.

Im Bereich „Property & Casualty Reinsurance“ führten die Großschäden zu einem Schaden-Kosten-Satz von 104 Prozent, das Ergebnis lag bei 370 Millionen US-Dollar.

Einen Nettoverlust in Höhe von 405 Millionen US-Dollar musste „Corporate Solutions“ hinnehmen, der Schaden-Kosten-Satz lag bei 117,5 Prozent. Dafür seien unter anderem der Verlust eines bedeutenden Satelliten, ein großer Industriebrand in Deutschland sowie Naturkatastrophen verantwortlich gewesen.

Lebensbereich entwickelte sich gut

„Life & Health Reinsurance“ konnte im Vorjahr einen Gewinn von 761 Millionen US-Dollar erzielen. Ausschlaggebend dafür seien große Transaktionen in Kanada und Neuseeland sowie die gute Entwicklung in Asien sowie im EMEA-Raum (Europa, Naher Osten, Afrika) gewesen.

Die Geschäftseinheit „Life Capital“ sei unter anderem von der negativen Entwicklung am britischen Anlagemarkt und entsprechenden Auswirkungen auf fondsgebundene und partizipierende Erträge sowie von Integrations- und Entwicklungskosten belastet gewesen.

Der Bereich konnte dennoch einen Gewinn von 23 Millionen US-Dollar erwirtschaften; was auf realisierte Gewinne auf Kapitalanlagen und einen günstigen Underwriting-Verlauf zurückzuführen sei.

Aktuelle Entwicklung

Im Jänner war ein Prämienvolumen in Höhe von 8,4 Milliarden US-Dollar zur Erneuerung angestanden. Swiss Re gelang eine Steigerung um 19 Prozent auf 10,0 Milliarden aufgrund von Großtransaktionen und Wachstum im Kerngeschäft. Die Preisqualität habe sich um ein Prozent verbessert.

Geprüft werde derzeit ein möglicher Börsegang der britischen Tochter Reassure im heurigen Jahr. Über Zeitpunkt, Einzelheiten oder die Höhe einer künftigen Beteiligung von Swiss Re nach einem Börsegang bestehe „keine Gewissheit“.

Mit Wirkung zum 1. Juli wurde Anette Bronder zum neuen Group Chief Operating Officer und zum Mitglied der Konzernleitung ernannt. Sie folgt auf Thomas Wellauer, der in den Ruhestand tritt. Bronder war zuletzt Mitglied der Geschäftsleitung von T-Systems.

Swiss Re (konsolidierte Gruppe) 2018 – vorläufige Zahlen

Kennzahl

2018

2017

Gebuchte Bruttoprämien

36.406

34.775

Rendite auf Kapitalanlagen

2,8 %

3,9 %

Konzerngewinn

421

331

Eigenkapital

27.930

33.374

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Steuern · Unwetter
 
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