Uniqa nach neun Monaten besser als erwartet

20.11.2020 – Prämieneinnahmen und Vorsteuerergebnis konnte die Uniqa in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum praktisch konstant halten. Zurückgegangen ist der Aufwand für Versicherungsleistungen, das versicherungstechnische Ergebnis verdoppelte sich. Wermutstropfen: anhaltend hohe Kosten und ein schwaches Kapitalanlageeregbnis.

Die ersten neun Monate des heurigen Geschäftsjahres seien für die Uniqa Insurance Group AG besser verlaufen als noch im April erwartet, erklärte CEO Andreas Brandstetter bei der Ergebnis-Präsentation am Donnerstag. Trotz Covid-19-Krise habe der Konzern ein starkes Ergebnis geliefert.

Verrechnete Prämien und Ergebnisse sind gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres nahezu konstant geblieben, die Combined Ratio verblieb unverändert bei „guten“ 95,9 Prozent, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Schwachpunkte in den ersten drei Quartalen seien die Kostenquote und der Kapitalertrag gewesen, räumte Brandstetter ein. Dennoch habe man im dritten Quartal selbst mit mehr als 150 Millionen Euro eines der besten Vorsteuerergebnisse der Unternehmensgeschichte erzielt.

Versicherungsleistungen gesunken

Der Gesamtbetrag der Versicherungsleistungen im Eigenbehalt der Gruppe reduzierte sich im Berichtszeitraum um drei Prozent auf 2.705,4 Millionen Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis verdoppelte sich nahezu von 62,8 auf 124,9 Millionen Euro.

Im Zusammenhang mit Covid-19 seien rund 70 Millionen Euro an Leistungen angefallen, so Brandstetter, unter anderem wegen Betriebsunterbrechungen oder der Absage von Veranstaltungen.

Belastend wirkten auch höhere Unwetterschäden und mehrere Großschäden. Erfreulich hätten sich dagegen die „Basisschäden“ im Privatkundenbereich entwickelt, nicht nur, aber auch wegen der reduzierten Mobilität und dem geringeren Verkehrsaufkommen während des Lockdowns.

Ergebnis 2020: Belastungen sicher, aber keine Prognose

Für Restrukturierungen am Standort Österreich, insbesondere für den geplanten Personalabbau sowie die Standortschließungen, werde noch in diesem Jahr eine „einmalige“ Rückstellung in Höhe von 110 Millionen Euro gebildet.

Dazu kommen 100 Millionen Euro Wertminderungen auf Firmenwerte in Serbien, Bulgarien und Rumänien. Grund dafür sei eine „Neubewertung aller Geschäftspläne“.

„Nach Plan“ verlaufe die Integration der von der Axa erworbenen Gesellschaften in Polen, Tschechien und der Slowakei. Die Uniqa habe damit fünf Millionen neue Kunden und Prämieneinnahmen in Höhe von 800 Millionen Euro erworben; ab 2021 wird ein „signifikanter Ergebnisbeitrag“ erwartet.

Eine konkrete Prognose für das Jahresergebnis 2020 gibt die Uniqa nicht: „Es wäre vermessen, das zu tun“, erklärt Brandstetter. Aufgrund von Covid-19 seien noch nicht alle Entwicklungen abschätzbar.

Ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

Q1–3/2020

Q1–3/2019

Verrechnete Prämien*

– davon Uniqa Österreich

– davon Uniqa International

4.091,2

2.938,0

1.129,9

4.095,7

2.905,9

1.175,7

Versicherungstechnisches Ergebnis

124,9

62,8

Combined Ratio nach Rückversicherung

95,9 %

95,9 %

Kapitalanlagen

20.665,9

21.050,9

Kapitalanlageergebnis

397,8

436,6

Operatives Ergebnis

262,0

256,6

Eigenkapital

3.462,2

3.398,4

Konzernergebnis

166,5

167,1

Bilanzsumme

29.480,3

29.228,4

Schlagwörter zu diesem Artikel
Geschäftsbericht  · Lebensversicherung · Rückversicherung · Unwetter
 
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