Uniqa steigert neuerlich Dividende

29.5.2018 – Bei der Hauptversammlung sprach CEO Andreas Brandstetter über neue Projekte und Pläne. 2018 werde solides Wachstum aber auch hohe Zukunftsinvestitionen bringen. In der Generaldebatte verursachte ein Aktionär mit Schimpftiraden einen Eklat. Bei den abschließenden Abstimmungen wurden eine Dividendenerhöhung und die Wahl zweier neuer Aufsichtsräte beschlossen.

In seiner Präsentation anläßlich der 19. ordentlichen Hauptversammlung erklärte Andreas Brandstetter, CEO der Uniqa Insurance Group AG, eingangs, man habe in vielen Bereichen der Konzernentwicklungsphase 3 (bis 2020) „eine Punktlandung erreicht“. Und so wolle man das Kapital „in profitables Wachstum investieren“.

Die „Uniqa Insurance Plattform (UIP)“ sei ein neues Projekt der ganzen Gruppe. Demnächst werde das erste Produkt, eine fondsgebundene Lebensversicherung, darauf präsentiert.

Im Schaden-Bereich (Stichwort Naturkatastrophen) wolle man verstärkt in die Prävention via SMS- und Mail-Warnsystem gehen. Auch in der Krankenversicherung – Brandstetter bevorzugt das Wort „Gesundheitsversicherung“ – werde Prävention immer wichtiger.

Ausblick für das Gesamtjahr 2018

CEO Andreas Brandstetter (Bild: Uniqa)
CEO Andreas Brandstetter (Bild: Uniqa)

Massiv investiere die Uniqa in die digitalen Vertriebskanäle: So wurden allein in Wien 130 neue Mitarbeiter für Digitalisierung, Innovation und neue IT eingestellt. Dazu kommen Investitionen in Start-Up-Beteiligungen, die dem „Geldverdienen dienen“, so Brandstetter.

Im heurigen Geschäftsjahr erwartet er ein solides Wachstum im Schaden/Unfall- und im Krankenversicherungssegment. Gleichzeitig werde es aber weiterhin hohe „Zukunftsinvestitionen“ in Innovation, Services und Robotik geben.

Darüber hinaus warnte er aber vorbeugend: Es werde auch weiterhin hohe Kosten für die Erfüllung all der regulatorischen Erfordernisse geben – für die DSGVO, Priips, IFRS etc. –, die den Kosten für Solvency II um nichts nachstehen würden.

Trotzdem erwartet er für heuer eine „weitere Verbesserung“ des Ergebnisses vor Steuern, besser als 2017. Deshalb werde auch „die progressive Dividendenpolitik beibehalten“.

(Un)geduldig

Der Fragenreigen der Aktionäre war wieder breit gefächert: Von der Strategie der Veranlagung, dem Investitionsprogramm, „Überkapitalisierung“, Null-Frauenquote bei den Belegschaftsvertretern im Aufsichtsrat oder der Strabag-Beteiligung über einen „Dividendenbonus aus dem Überschusskapital“, mehr Mut zu neuen Käufen in CEE und die Vorstandsbezüge bis hin zu Buchwerten, Roadshows und neuen Investmentländern in Asien.

Nach einer Sitzungspause (die mit drei Videofilmen aufgelockert wurde) beantwortete das Podium alle Fragen geduldig und detailliert.

Ungeduldig wurde Aufsichtsratsvorsitzender Walter Rothensteiner nur bei den Statements eines Aktionärs, der wie jedes Jahr mit Vorwürfen wie „großer krimineller Sauhaufen“ und ähnlichem vom Leder zog. Das ging so weit, dass ihm Rothensteiner das Mikrofon abdrehen und von der Security vom Sprecherpult holen ließ.

Beschlüsse

Beim Dividendenvorschlag von 51 Cent pro Aktie (nach 49 Cent im Vorjahr) gab es nur eine Gegenstimme. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden Valerie Brunner, womit die 30-Prozent-Frauenquote im Aufsichtsgremium erreicht wurde, sowie Elgar Fleisch.

Valerie Brunner ist seit 25 Jahren in der Finanzwirtschaft tätig. Seit 2016 ist sie im Vorstand der Raiffeisen Centrobank AG unter anderem für die Bereiche Risikomanagement und Finanzen zuständig.

Der Technologieforscher Elgar Fleisch ist Ordinarius an der Universität St. Gallen sowie der ETH Zürich mit dem Schwerpunkt Informations- und Technologiemanagement. Im Zentrum seiner Forschung stehen die aktuell stattfindende Verschmelzung der physischen mit der digitalen Welt zum Internet der Dinge sowie neuer Technologien und Anwendungen zum Nutzen von Wirtschaft und Gesellschaft.

Eduard Lechner und Klemens Breuer schieden mit Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat aus.

Zum Herunterladen

Eine Aufzeichnung der Rede Brandstetters sowie weitere Informationen zur Hauptversammlung sind auf der Uniqa-Website abrufbar.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Digitalisierung · Fondspolicen · Gesundheitsreform · Lebensversicherung · Mitarbeiter · Priips · Steuern · Strategie · Unwetter
 
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