VIG erhöht Gewinnprognosen für 2019 und 2020

22.3.2019 – Die VIG hat im Jahr 2018 das dritte Mal hintereinander ihre eigenen Prognosen übertroffen. Die Prämieneinnahmen stiegen in allen Segmenten mit Ausnahme der Lebensversicherungs-Einmalerläge. Verbesserungen bei Combined Ratio und Finanzergebnis führten zu einem Gewinnanstieg, einzig in Rumänien wurde ein Verlust verzeichnet. Die Gewinnprognose für die nächsten beiden Jahre wurde angehoben, auch weitere Zukäufe sind geplant.

Generaldirektorin Elisabeth Stadler und CFO Liane Hirner bei der Pressekonferenz (Bild: Richard Tanzer)
Generaldirektorin Elisabeth Stadler
und CFO Liane Hirner bei der
Pressekonferenz (Bild: Richard Tanzer)

Die Vienna Insurance Group AG hat 2018 „wie die letzten beiden Jahre auch über den Planzahlen“ abgeschlossen, berichtete Generaldirektorin Elisabeth Stadler beim gestrigen Pressegespräch zu den vorläufigen Zahlen des Vorjahres.

Das Prämienvolumen stieg gegenüber dem Jahr davor um drei Prozent auf rund 9,66 Milliarden Euro. Mit Ausnahme der Lebensversicherungs-Einmalerläge verzeichnete der Konzern in allen Sparten einen Prämienanstieg.

Nach den starken Rückgängen bei den Einmalerlägen – 2012 hatte die VIG noch rund 2,3 Milliarden Euro Prämie in dieser Sparte eingenommen, im Vorjahr waren es gerade noch 948 Millionen – habe sich die Situation nun aber stabilisiert, so Stadler.

Prämieneinnahmen der VIG 2018 und 2017 nach Sparten (Quelle: VIG)
Prämieneinnahmen der VIG 2018 und 2017 nach Sparten (Quelle: VIG)
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Ergebnisse gesteigert

„Auf gutem Kurs in Richtung 95 Prozent bis 2020“ sieht Stadler die Entwicklung der Combined Ratio. Sie verbesserte sich im Vorjahr von 96,7 auf 96,0 Prozent, wobei sie sich in Österreich, Tschechien und Polen „besonders positiv“ entwickelt habe.

Zusammen mit einem verbesserten Finanzergebnis führte dies zu einem um rund 9,7 Prozent höheren Gewinn vor Steuern in Höhe von 485,4 Millionen Euro. Aufgrund einer deutlich höheren Steuerquote als 2017 reduzierte sich allerdings das Konzernergebnis von 297,6 auf 286,9 Millionen Euro.

Die Solvenzquote stieg 2018 auf 239 Prozent (2017: 220 Prozent). Beim Stresstest der EIOPA, an dem die VIG als einziger österreichischer Versicherer teilgenommen hat, habe sich „starke Resilienz“ gezeigt, so Stadler.

Weniger Gewinn in Österreich

Bei den Ergebnissen liegt Österreich mit 170,4 Millionen Euro Vorsteuergewinn noch knapp an erster Stelle, musste aber gegenüber 2017 einen Rückgang um 2,8 Prozent hinnehmen. Tschechien folgt mit 166,7 Millionen, 2018 stieg der Gewinn vor Steuern hier um 11,6 Prozent.

Einziges Land, in dem 2018 kein Gewinn erzielt wurde, war Rumänien. Der Verlust vor Steuern in Höhe von 73,9 Millionen Euro sei vor allem auf Firmenwertabschreibungen sowie Vorsorgen für ein laufendes, marktweites Wettbewerbsverfahren – der Versicherungsbranche werden Preisabsprachen vorgeworfen – zurückzuführen.

Wachstum vor allem in CEE

2018 hat die VIG 56 Prozent der Prämien sowie 53 Prozent des Gewinns in Zentral- und Osteuropa (CEE) erwirtschaftet.

Insbesondere im Bereich der Nichtlebensversicherung wachse die VIG stetig; dies sei „geplant und gut so“, erklärte Stadler. In CEE wolle man vor allem die Anteile der Kfz-Kasko- und sonstigen Sachversicherungen steigern.

In der Krankenversicherung hat die VIG fünf Fokusländer definiert, in denen besondere Aktivitäten gesetzt werden: Bulgarien, Polen, Rumänien, die Türkei und Ungarn. In diesen stiegen die Prämieneinnahmen in der Krankenversicherung 2018 um 58 Prozent.

Interessante Märkte

Das nach wie vor deutlich höhere Wirtschaftswachstum in CEE bestätige die VIG in ihrer Strategie, in diesen Märkten weiter wachsen zu wollen, so Stadler. Potenzial sieht sie aber auch noch in Österreich, liegen die Ausgaben für Versicherungen hier doch hinter anderen westeuropäischen Ländern.

Die „solide Solvenzquote“ liefere auch die Basis für weitere Investitionen in CEE. Es gebe „durchaus interessante targets auf dem Markt“, sagt Stadler. Und: „An Angeboten mangelt es uns nicht, auch an guten Angeboten.“ Eher keine Zukäufe seien in Österreich, Tschechien und der Slowakei geplant, da in diesen Ländern der Marktanteil bereits hoch ist.

Ausblick angehoben

Die guten Ergebnisse des Vorjahres veranlassen den Konzern, die Gewinnprognose für 2020 um bis zu 50 Millionen Euro anzuheben.

Das Prämienvolumen soll heuer auf 9,9 Milliarden Euro und 2020 auf 10,2 Milliarden steigen. Als Gewinn vor Steuern werden nun für das laufende Jahr 500 bis 520 Millionen Euro, für das kommende Jahr 530 bis 550 Millionen Euro prognostiziert.

Weiterhin wird bis 2020 eine „langfristig nachhaltige“ Combined Ratio von rund 95 Prozent angestrebt.

Vienna Insurance Group AG 2018 – ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

2018*

2017

Verrechnete Bruttoprämien

– davon Österreich

– davon Tschechien

– davon Polen

– davon Slowakei

9.657,3

3.839,9

1.684,2

897,8

799,6

9.386,0

3.848,5

1.603,2

886,6

810,0

Versicherungsleistungen

6.947,0

6.872,6

Combined Ratio

96,0 %

96,7 %

Finanzergebnis

1.037,5

924,3

Gewinn vor Steuern

485,4

442,5

Konzernergebnis

268,9

297,6

Kapitalanlagen

37,6 Mrd. €

37,4 Mrd. €

Solvenzquote

239 %

220 %

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Details und weitere Ergebnisse können von der Website der VIG heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung · Sachversicherung · Steuern · Strategie
 
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