26.5.2026 – Nach den sehr guten Ergebnissen des vergangenen Geschäftsjahres und dem Abschluss der Nürnberger-Übernahme präsentierte VIG-Generaldirektor Löger bei der Hauptversammlung auch einen positiven Ausblick. Die Dividende steigt auf 1,73 Euro je Aktie.

Auf die Highlights des Jahres 2025 ging Generaldirektor Hartwig Löger in der Vorwoche in seiner Präsentation bei der 35. ordentlichen Hauptversammlung der Vienna Insurance Group AG in der Wiener Stadthalle ein.
Das Konzernergebnis ist erstmals auf über eine Milliarde Euro gestiegen, mit der Nürnberger-Akquisition ist die größte Transaktion der Unternehmensgeschichte erfolgt, die Marktführerschaft in CEE wurde ausgebaut und S&P hat das Rating auf A+/positiv angehoben (Details: VersicherungsJournal 13.3.2026)
Die Diversifikation stelle dabei das Rückgrat und die Stärke der Gruppe dar, so Löger. Alle Segmente und Sparten hätten eine kraftvolle und stabile Entwicklung aufgewiesen, ein überproportionaler Wachstumsschub sei aus der Partnerschaft mit der Erste Group gekommen.
Angesichts des überproportionalen BIP-Wachstums in CEE betont Löger: „Wir sind in den richtigen Ländern aktiv.“ Ziel für das laufende Geschäftsjahr ist ein Ergebnis vor Steuern (ohne Nürnberger) von 1,25 bis 1,30 Milliarden Euro nach 1,16 Milliarden 2025
Bis 2028 sollen die Prämien dann auf mehr als 20 Milliarden Euro und das Vorsteuerergebnis auf mehr als 1,5 Milliarden steigen; allerdings enthalten auch diese längerfristigen Ziele die Nürnberger nicht. CFRO Liane Hirner begründete dies damit, dass die Nürnberger (noch) nicht nach IFRS bilanziert.
Die starke Solvenz der VIG (296 Prozent zu Ende 2025 nach 261 Prozent im Jahr davor) sei Basis für das Wachstum in CEE und weitere Investitionen, so Löger. Das Ziel für die Solvenzquote der Gruppe liege auch nach der Nürnberger-Akquisition bei 150 bis 200 Prozent.
Löger betonte in seiner Präsentation die „kontinuierlichen Dividendenzahlungen seit 1994“. Die VIG strebe „im Hinblick auf Dividendenkontinuität und Berechenbarkeit eine Dividende je Aktie an, deren Höhe zumindest dem Vorjahr entspricht und abhängig von der operativen Ergebnissituation kontinuierlich steigt“.
Der Vorschlag von 1,73 Euro je Aktie stehe im Einklang mit der kontinuierlich verfolgten vorsichtigen und nachhaltigen Kapitalplanung zur langfristigen Gewährleistung einer soliden Solvenz- und Liquiditätsposition, hieß es dazu in den Erläuterungen zur Tagesordnung.
Die Dividende wurde von der Hauptversammlung nahezu einstimmig beschlossen. Insgesamt werden damit 221,44 Millionen Euro ausgeschüttet, der restliche Bilanzgewinn von rund 229,7 Millionen Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen. Dividenden-Ex-Tag ist der 26. Mai, Zahltag der 28. Mai.
| Jahr | Dividende | Jahr | Dividende | Jahr | Dividende |
|---|---|---|---|---|---|
| Alle Angaben in Euro je Aktie. Quelle: VIG | |||||
| 2011 | 1,10 | 2016 | 0,80 | 2021 | 1,25 |
| 2012 | 1,20 | 2017 | 0,90 | 2022 | 1,30 |
| 2013 | 1,30 | 2018 | 1,00 | 2023 | 1,40 |
| 2014 | 1,40 | 2019 | 1,15 | 2024 | 1,55 |
| 2015 | 0,60 | 2020 | 0,75 | 2025 | 1,73 |
Hauptthema in der Generaldebatte war die Nürnberger-Akquisition. Zur Frage, ob es sich bei der Nürnberger Versicherung um einen „Sanierungsfall“ handelt, erklärte Löger, das Unternehmen sei in Schwierigkeiten gewesen, habe sich aber 2025 wieder erfolgreich entwickelt. Die Akquisition biete die Möglichkeit, in Deutschland profitables Wachstum zu erzielen.
COO Gerhard Lahner betonte dazu, dass das Turnaround-Programm der Nürnberger im Fokus der Due-Diligence gestanden sei, man habe sich die Sanierungsmaßnahmen „gut angeschaut“. Ziel sei es, in drei bis fünf Jahren eine Rendite von 8,5 bis 10 % zu erzielen.
Große Fusionseffekte seien nicht zu erwarten, Synergien gebe es aber beispielsweise im Bereich der Rückversicherung und der IT. Der positive Effekt für die VIG soll aus profitablem Wachstum der Nürnberger kommen. Zur Börsennotiz der Nürnberger könne man noch keine Aussage machen.
Kritik kam von Aktionärsseite an der geplanten Aufstockung des Aufsichtsrats auf 14 Mitglieder. Aufsichtsratsvorsitzender Peter Thirring erklärte, Ziel sei es, dass Vertreter aller Länder, die einen großen Beitrag liefern, dem Gremium angehören sollen – künftig auch Deutschland und Polen.
Aktionärsfragen beschäftigten sich auch mit dem Thema Rüstung. Wie zu erfahren war, wurde die Veranlagungspolitik gelockert, man könne nun auch in NATO-Staaten mit Nuklearwaffen investieren; ebenso hat sich die Zeichnungspolitik geändert, im Einklang mit der UN-Waffenkonvention könne die EU-Rüstungsindustrie versichert werden.
Zur strategischen Partnerschaft mit der Erste Group erklärte Löger, diese umfasse alle Märkte. Die von der Erste Group erworbene ehemalige Santander Bank Polska habe aber mit der Allianz zusammengearbeitet; man sei diesbezüglich in intensiven und konstruktiven Gesprächen mit der Erste Group.
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