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VIG meldet Grundsatzeinigung mit Ungarn

10.1.2022 – Die bereits 2020 mit Aegon vereinbarte Übernahme mehrerer Gesellschaften durch die VIG ist 2021 ins Stocken geraten, Ungarn wollte dafür kein grünes Licht geben. Nun gebe es aber eine Einigung mit der ungarischen Regierung über die Grundzüge einer Kooperation und das weitere Vorgehen, meldet die VIG. Die Rede ist von einer Beteiligung des ungarischen Staates an den ungarischen Aegon-Gesellschaften und der Union VIG Biztosító Zrt.

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Im Herbst 2020 hatte sich die Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG) mit der in Den Haag ansässigen Aegon N.V. über den Erwerb deren Leben- und Nichtleben-Versicherungsgeschäfts in Ungarn, Polen, Rumänien und der Türkei geeinigt.

Auch Pensionskassen, Asset-Management- und Service-Gesellschaften waren Teil des 830 Millionen Euro schweren Deals (VersicherungsJournal 30.11.2020).

Die ungarischen Gesellschaften – Versicherung, Pensionskasse, Asset-Management und Servicegesellschaft – bilden nach Angaben der VIG den Hauptanteil der Übernahmevereinbarung.

Ungarn blockiert die Übernahme

Abgeschlossen ist die Übernahme bislang allerdings nicht. Denn in Ungarn stieg bald das Innenministerium auf die Bremse: Im April 2021 gab die VIG bekannt, ihr sei mitgeteilt worden, dass ihr als ausländisches Unternehmen der Erwerb der Aegon-Gesellschaften in Ungarn untersagt wird (VersicherungsJournal 8.4.2020).

Im August ließ die VIG wissen, man befinde sich in konstruktiven Gesprächen mit dem ungarischen Finanzministerium (VersicherungsJournal 16.8.2020).

Im September gab es einen weiteren Rückschlag für den Konzern: Der Hauptstädtische Gerichtshof in Budapest hatte eine Beschwerde gegen die seinerzeitige abschlägige Entscheidung des Innenministeriums abgewiesen.

Die VIG kündigte infolgedessen an, ein Rechtsmittel beim ungarischen Obersten Gerichtshof einzubringen (VersicherungsJournal 22.9.2020).

„Einigung über Grundzüge einer Kooperation“

Eine endgültige Regelung gibt es nach wie vor nicht. Gegen Jahresende 2021 berichtete die VIG aber in einer Aussendung, sie habe mit der ungarischen Regierung eine „Einigung über die Grundzüge einer Kooperation und die weitere Vorgehensweise“ erzielt.

Dieses „Momorandum of Understanding“ sehe eine nicht-kontrollierende Beteiligung des ungarischen Staates an den ungarischen Aegon-Gesellschaften und der Union Vienna Insurance Group Biztosító Zrt. von 45 Prozent vor.

Zurzeit hält die VIG an der ungarischen Union einen Anteil von 98,64 Prozent, 1,36 Prozent hält die Erste Bank Hungary Nyrt.

Voraussetzung für die staatliche Beteiligung sei die Aufhebung des Vetos gegen den Erwerb der Aegon-Gesellschaften durch die VIG, erklärte der Konzern gegenüber der Redaktion. Denn erst dann könne der Kaufvertrag zwischen VIG und Aegon durchgeführt und Ungarn als Eigentümer beteiligt werden.

Ausgestaltung in weiteren Verhandlungen

„Die geplante Kooperation mit dem ungarischen Staat würde Klarheit über die künftige Eigentümerstruktur der Aegon-Gesellschaften und damit Planungssicherheit für die weitere Entwicklung der ungarischen Aegon-Unternehmen, Kunden und Partner schaffen“, so die VIG zum VersicherungsJournal.

Die VIG begrüßt in ihrer Aussendung jedenfalls „die zukünftige Kooperation mit Ungarn“, die die „kontrollierende Beteiligung und die operative Führung der VIG“ beinhalte. Die Ausgestaltung dieser Kooperation sei nun Gegenstand weiterer Verhandlungen.

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